Masernausbruch in Bern

13. März 2019 17:22; Akt: 13.03.2019 17:34 Print

50 Berner Schüler dürfen 3 Wochen nicht zur Schule

Im Kanton Bern greifen die Masern um sich. Die Zahl der Infizierten ist alarmierend. Rund 50 ungeimpfte Schüler dürfen nicht zum Unterricht.

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Die Krankheit
50 Schüler betroffen

Hohes Fieber, Übelkeit, Schmerzen und Flecken auf der Haut: Die Masern. Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Fälle der hochansteckenden Krankheit gemeldet worden. Das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen. 50 Schüler im Kanton Bern dürfen deshalb nicht mehr in den Unterricht. Mit dieser Massnahme will die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) den Ausbruch eindämmen.

Die Massnahme
3 Wochen zu Hause

Die Strategie des Kantons funktioniert so: Wenn nicht geimpfte Kinder während der ansteckenden Krankheitsphase mit einem an Masern erkrankten Schulkind in Kontakt kamen, werden sie von der Schule verwiesen. An mehreren Schulen im Kanton war dieser Schritt notwendig. Die Schüler werden für bis zu 21 Tage von Unterricht ausgeschlossen. Weiter sollen Kontaktpersonen von Masernerkrankten identifiziert werden. Nicht geimpften Personen werde nach einer möglichen Ansteckung empfohlen eine spezielle nachträgliche Impfung empfohlen.

Die Epidemie
Fälle auf der ganzen Welt

«Auch wenn die Massnahmen schnell greifen, rechnen wir mit weiteren Masernfällen ausserhalb der Schulen», sagt Kantonsärztin Linda Nartey. Die registrierten Fälle würden sich derzeit auf Bern, Biel und das Berner Oberland konzentrieren. Dass die Masern auf dem Vormarsch seien liege auch an der Mobilität: «Diverse Länder kämpfen derzeit teilweise intensiv mit Masernausbrüchen. Der Virus wird extrem schnell exportiert respektive importiert.»
Laut WHO-Bericht von Mitte Februar hat sich 2018 die vorläufige Zahl der gemeldeten Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr weltweit verdoppelt. In Europa kam es etwa in der kriegsgebeutelten Ukraine zu vielen Masernfällen.

Die Erkrankten
Kinder und Erwachsene

Bei den an Masern erkrankten Personen in der Schweiz handelt es sich nicht nur um Kinder, sondern auch um Erwachsene. Einige mussten mit mittleren und schweren Komplikationen ins Spital gebracht werden. Masern können in gewissen Fällen zu Lungenentzündung oder Hirnentzündung führen.

Die Impfung
«Geht nicht nur um den Eigenschutz»

Um die Weiterverbreitung der Masern weiter einzudämmen, empfiehlt das Kantonsarzteam, sich gegen die Krankheit impfen zu lassen. «Es geht nicht nur um den eigenen Schutz, sondern auch um den von anderen Personen, die sich nicht selber schützen können», so Nartey. So dürften sich etwa schwangere Frauen, Säuglinge und Menschen mit einem unterdrückten Abwehrsystem nicht impfen lassen. Eine Impfung umfasse zwei Dosen und schütze ein Leben lang vor einer Ansteckung. Auch hierzulande zweifeln immer wieder Eltern das Impf-System an, so Nartey: «Wir hören immer wieder von Menschen, die glauben, dass der Impfstoff schädlich ist für Kind ist.» Laut den wissenschaftlichen Untersuchungen sei der Masernimpfstoff jedoch sehr sicher, versichert die Kantonsärztin.

(cho/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Polio am 13.03.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an alle Impfgegner

    So beginnt es. Jahrelanger Kampf eine Krankheit auszurotten durch Ignoranten zu Nichte gemacht. Gratulation!

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  • Nicolas am 13.03.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Impfgegner!

    Hoffentlich gibt das zu denken!

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  • Thomas Sommer am 13.03.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Ich verstehe den Hintergedanken von Impfgegner bis heute nicht. Es gibt Länder dort sterben Kinder weil Ihnen der Zugang zu solchen Impfungen fehlt. Bei uns werden Kinder sogar bewusst solchen Risiken, auch wenn sie gering sind, ausgesetzt. Ich habe selber zwei Kinder und die sind geimpft. Ich kenne keinen Fall von geimpften Kindern welche irgendwelche ernsthafte Nebenwirkungen hatten oder deren Immunsystem darunter litt. Daher meine Frage, woher kommt dieser Gedanke des "nicht Impfens"?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Loki am 21.03.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Impfgegner ohne Herz

    Nur die Kinder impfen die ihr behalten wollt.

  • gabi kara am 17.03.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    mami

    mit angstmacherei fängt man die meisten....aufklärung wär das richtige,

  • Tina Lieb am 17.03.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Gute Besserung an die betroffenen Kinder. Sie können nichts dafür, nicht geimpft worden zu sein. Viel Spass den Gesunden, die nun 3 Wochen schulfrei haben. Jedoch kein Mitleid mit jenen Eltern, die nun zu Hause bleiben müssen, um Kinder zu pflegen oder sie zu unterhalten.

  • Impf Slow am 17.03.2019 00:20 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Zufsall

    Es ist doch zimlich komisch, dass wenn man sich nicht mehr Impfen lassen möchte, die sogennanten von Natura entstanden Masern sich bei den Schüler melden. Was es doch für Zufälle gibt. Ich selber lasse micht nicht Impfen den, es könnte doch sein das es NANO elektronen haben die mich per Knopfdruck ausschalten. Daher nein danke.

  • Ruth am 16.03.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung

    Die Kinder die erkrankt sind sind dann das Leben lang immun. Effizient und ohne das Gift von der Farmalobby. Und ohne Nebenwirkungen und Gefahr. Sie vom Unterricht ausschliessen ist Diskriminierung!Warum haben die impfwütigen denn so Angst? Ihre Kinder sind ja geimpft und bekommen keine Masern. Oder ist die Impfung doch nicht so effizient und vor allem für die Farmalobby gut?

    • mama am 16.03.2019 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruth

      oder anstatt immun für immer tot... so etwas ist absolut verantwortungslos gegenüber den kindern und anderen. egoistisch und naiv. regt mich grad so auf!

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