07. April 2005 14:43; Akt: 07.04.2005 14:49 Print

Massive Mehrkosten beim Berner Bärenpark Hayoz will Sponsorensuche intensivieren

Der Berner Bärenpark als Ersatz für den Bärengraben kommt mit 16 Millionen Franken doppelt so teuer zu stehen als geplant.

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Gemeinderätin Barbara Hayoz will den Park trotzdem mit Sponsoren finanzieren und schliesst den Einsatz von Steuergeldern aus.

Auf Anfrage bestätigte die Hayoz am Donnerstag einen Bericht der «Berner Zeitung», wonach für den Bärenpark neu mit Gesamtkosten von 16 Mio. Franken gerechnet wird. Vor zwei Jahren hatte ein externes Büro anlässlich des Projektwettbewerbs die Gesamtkosten auf 8 Mio. Franken beziffert.

Falsche Schätzung

Zur Kostenexplosion geführt haben laut Hayoz mehrere Punkte, die in der Grobkostenschätzung «schlichtweg nicht berücksichtigt» worden seien. Nicht enthalten waren die Honorare für Planung und Projektierung, die Einrichtung der Baustelle, die notwendige Stabilisierung des Aarehangs, der Hochwasserschutz sowie die Ausstattung der Parkanlage.

Die mangelhaften Berechnungen fallen in die Amtszeit von Adrian Guggisberg (CVP), den die freisinnige Hayoz bei den Wahlen Ende 2004 verdrängt hatte. Zur Rolle Guggisbergs sagte Hayoz, aus ihrer Sicht habe er das Projekt nach bestem Wissen und Gewissen betreut. «Es liegt aber nicht in meiner Befugnis, Leistungen ehemaliger Gemeinderäte zu beurteilen.»

Keine Steuergelder

Für Hayoz bleibt es trotz den Mehrkosten dabei, dass der Bärenpark vollständig mit Spenden und Sponsorenbeiträgen finanziert werden soll, mit Ausnahme der vom Stadtrat bereits bewilligten Projektierungskosten von 690 000 Franken. Das Parlament habe diesem Kredit nur unter der Auflage zugestimmt, «dass keine weiteren Steuergelder in das Projekt fliessen werden», sagte Hayoz.

Das Projekt vollständig aus Drittmiteln zu finanzieren sei nun natürlich ungleich schwieriger geworden. Sie werde sich persönlich um die Sponsorensuche kümmern und wolle den Bärenpark «auf keinen Fall sterben lassen». Es handle sich um ein «touristisches Schlüsselprojekt», das in seiner Bedeutung für die Bundesstadt dem Klee-Zentrum oder dem neuen Wankdorfstadion gleichkomme.

Die notwendige Zonenplanänderung will Hayoz jedoch erst vors Volk bringen, wenn die Finanzierung steht. Informationen über das weitere Vorgehen stellte sie für nach den Sommerferien in Aussicht.

(sda)