Ungewöhnlicher Kochkurs

13. März 2017 05:42; Akt: 14.03.2017 13:59 Print

Mehlwurm-Muffins und frittierte Heuschrecken

Andrea Staudacher zeigt, wie Insekten appetitlich zubereitet und serviert werden. Die Bernerin setzt sich damit für ein Umdenken in der Bevölkerung ein.

Frittieren, kochen, backen: Andrea Staudacher zeigt Bernern, wie Insekten auf den Tisch kommen. (cho)
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«Eine Hand voll Heuschrecken ersetzen vom Proteingehalt bereits das Rindsplätzli», sagt Andrea Staudacher. Die Bernerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Insekten auf die Teller und in die Köpfe der Berner zu bringen: «Crevetten verbinden wir sofort mit Essen. Heuschrecken als Nahrung zu betrachten, geht für viele nicht. Dabei sind sich die Tiere sehr ähnlich.»

Umfrage
Insekten essen, ist das was für Sie?
45 %
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25 %
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Insgesamt 1174 Teilnehmer

Für die 28-Jährige ist klar: In Zukunft werden Insekten einen festen Platz auf dem Speiseplan der Menschheit haben. Denn im Gegensatz zu Tieren würden Insekten weniger Futter und Wasser benötigen, kaum umweltschädliche Treibhausgase ausstossen und seien erst noch gesünder für den menschlichen Körper.

Mehlwurm-Muffins und frittierte Heuschrecken

Mehlwürmer aus regionaler Zucht

Damit die Krabbeltiere den Weg auf Berner Teller finden, bietet die Designerin seit diesem Monat spezielle Insekten-Kochkurse an. Dort werden etwa aus Mehlwürmer Falafel und Muffins gemacht oder Heuschrecken im Öl frittiert. Dass der Kurs im Berner Restaurant Löscher stattfindet, ist kein Zufall: Kaspar Ramseier betreibt im Kellergewölbe eine eigene Mehlwurmzucht: «Ich füttere die Mehlwürmer mit altem Brot und Rüstabfällen.» Derzeit produziert er wöchentlich etwa zwei Kilo, beabsichtigt jedoch in Zukunft jährlich über drei Tonnen der Würmer ausliefern zu können.

Insektenburger aus Bern?

Für den ersten Kochkurs, der letzte Woche stattfand, wurden ausschliesslich Gastronomen und Küchenchefs eingeladen. Unter den Teilnehmenden war auch Isabel Fondo, Betriebsleiterin des Kung Fu Burgers in Bern. Das Restaurant sei sehr interessiert am Food-Trend: «Wir werden sicherlich auf den Zug aufspringen», so Fondo. Ein Insektenburger werde aber nicht sofort auf der Speisekarte stehen. Fondo könnte sich aber vorstellen, solche vereinzelt anzubieten: «Etwa an Events oder interessierten Gruppen.»

Der Kurs hätte ihr gezeigt, dass sich etwa Mehlwürmer gut für einen Burger eignen würden. Doch auch sie hätte zuerst über ihren Schatten springen müssen: «Es war eine Herausforderung, ich ekle mich vor Insekten.» Es brauche aber nicht viel um den Ekel zu überwinden und das geschmackliche Erlebnis sei sehr positiv.

Bezug zum Tier

Besonders überzeugt hat die Gastronomin der Bezug, der während dem Kurs zum Produkt hergestellt wird: «Wir haben die Insekten selber ausgenommen und Flügel und Beinchen entfernt. Ich habe dadurch meine Berührungsängste verloren.»

Genau darum geht es Andrea Staudacher: «Beim Fleisch haben wir keinen Bezug mehr zum Tier.» Für viele käme Fleisch einfach aus verschweissten Plastikverpackungen – ans Tier denke kaum noch jemand. Staudacher: «Bei den Insekten können wir diesbezüglich nochmal von vorne anfangen.»

Die Kurse mit beschränkter Platzzahl kosten 80 Franken – der nächste findet am 3. April für alle Interessierten statt. Für Anfang Mai plant Staudacher zudem ein grosses Insektendinner: «Ist das Interesse der Bevölkerung da, will ich weitere Kurse anbieten.»

Genauere Infos gibt es hier.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DasIch am 13.03.2017 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nei, danke

    Wems gefällt... Bei mir bleibt das Zeug Hamsterfutter.

    einklappen einklappen
  • bergbäuerin am 13.03.2017 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht mein essen

    so etwas wird gegessen und bei unpasterisierten produkte. aus der landwirtschaft heisst es das ist gruusig und ungesund ich verstehe die welt nicht mehr

  • Igel am 13.03.2017 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Vogelfutter

    Mir egal es nützt nichts. Ich werde das nicht mal probieren. Graust mir schon beim Anblick, und dann noch essen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Allesfresser am 14.03.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Probieren geht über Studieren

    Ich fand Insekten schon immer interessant, werde einen Versuch wagen.

  • Ohne mich! am 13.03.2017 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke:

    Sorry, ich lasse mich NIE umerziehen, NUR weil irgendwelche Weltverbesserer uns etwas aufzwängen wollen! Ich kann mir Filet im Teig leisten und ein ander Mal ein Servelats! Weder werde ich je dem Veganwahn verfallen noch dem Glutenwahn und schon gar nicht dem Genderwahn! ICH bin nicht bevormundet und entscheide SELBER! Und falls dann mal eine Not entsteht, halte ich mir Chüngel und Hühner! En Guetä

  • Sulejka am 13.03.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehlwürmer Muffins

    mir müsste man Ohren und Augen zubinden, denn allein schon der Gedanke lässt mein Magen rotieren wie eine Zentrifuge..genau so erging es mir als ich mal so eine sensationell riechende Schnecke mit Kräuterbutter versuchen wollte, leider ging es nicht, mein Magen reagiert extrem. Nun wenn man es weiss kann man verzichten:-)

    • Me am 13.03.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sulejka

      Genau, aber haargenau wie bei mir!

    einklappen einklappen
  • Fredu am 13.03.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder wie er will

    Soll jeder essen was er will, geht mich ja nichts an, was andere Leute zu sich nehmen, solange es mich nicht in irgend einer Form einschränkt.

  • LebensmittelER am 13.03.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Insekten sind zu teuer

    Bei dem Preis, was Insekten pro Kilo kosten, kann ich mir ein Filet leisten