Kriminalstatistik 2019

23. März 2020 18:23; Akt: 23.03.2020 18:23 Print

Mehr Diebstähle, mehr Gewalt, mehr Anzeigen

Im Kanton Bern sind im vergangenen Jahr mehr Straftaten verübt worden. Die Zahlen stiegen erstmals seit sechs Jahren wieder an.

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Die am Montag publizierte polizeiliche Kriminalstatistik weist für das Jahr 2019 insgesamt 69'104 Straftaten aus, das sind gut 4200 mehr als im Vorjahr. Zugenommen haben vor allem Diebstähle, aber auch die Cyberkriminalität ist auf dem Vormarsch. Bei den Straftaten gemäss Strafgesetzbuch wurde ein Zuwachs von acht Prozent verzeichnet, wie die Berner Kantonspolizei am Montag mitteilte. Sie begründet dies in erster Linie mit dem Anstieg bei den Vermögensdelikten, der zahlenmässig mit Abstand grössten Deliktskategorie.

Gleichzeitig konnte in diesem Bereich aber auch die Aufklärungsquote erhöht werden. Im letzten Jahr wurde beispielsweise bei fast jedem vierten Einbruchdiebstahl die Täterschaft ausfindig gemacht. «Ein erfreuliches Resultat, wenn man bedenkt, dass die Ermittlungsarbeiten massgeblich dadurch erschwert werden, dass häufig ausländische Tätergruppierungen in kurzen Zeitintervallen und in wechselnden Zusammensetzungen agieren», so der Kommandant der Berner Kantonspolizei, Stefan Blättler.

Mehr Diebstähle

Bei den Vermögensdelikten wurden insbesondere mehr Ladendiebstähle, Diebstähle aus Fahrzeugen und Trickdiebstähle verzeichnet, wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht. Was die weiteren Vermögensdelikte betrifft, so haben die Fallzahlen in den Deliktskategorien Betrug, betrügerischer Missbrauch einer EDV-Anlage sowie unbefugtes Eindringen in ein Datensystem neuerlich zugenommen. Auch bei der Geldwäscherei wurde ein nochmaliger starker Anstieg registriert.

Diese Zunahmen führt die Kantonspolizei allesamt klar auf die nach wie vor steigende Tendenz bei der Cyberkriminalität zurück. Ebenso betreffen die Fälle von Pornografie zu einem grossen Teil Delikte, die im Internet oder mit digitalen Instrumenten verübt werden. Vorwiegend handelt es sich hier um Fälle, in denen verbotene pornografische Filme aus dem Internet per Smartphone weitergeleitet beziehungsweise hochgeladen werden. Oftmals haben sich dabei auch Jugendliche strafbar gemacht.

Mehr Gewaltstraftaten

Nach einer Abnahme im Vorjahr ist die Zahl der Gewaltstraftaten um rund zwölf Prozent auf insgesamt 4524 Fälle angestiegen. Schwere Gewaltdelikte machen von diesen Straftaten etwas mehr als drei Prozent aus.

Im vergangenen Jahr kam es zu drei Tötungsdelikten und acht versuchten Tötungsdelikten. Sie wurden laut Polizei alle aufgeklärt.

Mehr Anzeigen

Insgesamt wurden im letzten Jahr 15'860 Personen angezeigt, was einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders oft fallen nach wie vor junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren polizeilich auf. Bei den minderjährigen Beschuldigten, die gegen das Strafgesetzbuch verstossen haben, musste zum wiederholten Mal in Folge eine Zunahme festgestellt werden. Weiter haben deutlich mehr Mädchen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen.

(sda)