Grosse Schanze Bern

18. März 2019 11:55; Akt: 18.03.2019 11:56 Print

«Vollmond-Licht» soll vor Sextätern schützen

Mit einem neuen Beleuchtungskonzept will die Stadt Bern die Sicherheit auf der Grossen Schanze verbessern. Die Beleuchtung soll künftig stadtweit harmonisiert werden.

Vorher, nachher: Visualisierung der geplanten Aufhellung.

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Tagsüber ist der Perimeter um das Hauptgebäude der Uni Bern belebt: Studenten eilen zu ihren Vorlesungen, Jugendliche spielen auf dem grossen Rasen Frisbee, Grüppchen verbringen ihre Mittagspausen auf den zahlreichen Bänkli und Mäuerchen.

Nachts jedoch verwandelt sich die Grosse Schanze in eine ausgestorbene, beinahe unheimliche Örtlichkeit. Immer wieder kam es so in den dunklen Nischen zu Gewalttaten. Diese waren alles andere als harmlos: Männer wurden nach Einbruch der Dunkelheit niedergeschlagen und beraubt, mehrere Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen. «Viele Passantinnen und Passanten fühlen sich vor Ort unsicher», sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause am Montag vor den Medien. Die Beleuchtung auf der Grossen Schanze oberhalb des Bahnhofs gilt seit langem als unzureichend.

Vollmond-Stimmung – Lösung des Problems?

Nun greift die Stadtregierung zu einer permanenten Massnahme: Vollmond-Stimmung soll auf der Grossen Schanze Sicherheit schaffen. Die Stadtregierung hat das Konzept abgesegnet; nun geht es um Projektierung und Umsetzung.

Das neue Beleuchtungskonzept umfasst den ganzen Perimeter der Grossen Schanze von der Schanzenstrasse beim ehemaligen SBB-Gebäude bis zur Einsteinterrasse und von der Promenade bis zur Sidlerstrasse. Das Sicherheitsgefühl soll durch eine subtile Raumaufhellung erhöht werden. Sie vermeidet starke Kontraste und Blendung; nach Angaben der Behörden entsteht so eben eine Art Vollmondstimmung. Auf diese Weise werde «die objektive und subjektive Sicherheit erhöht und eine angenehme Atmosphäre geschaffen».

Regulierbares Licht

Je nach Nutzung des Raums kann die Beleuchtung flexibel angepasst werden, denn die neuen Leuchten können in verschiedene Richtungen eingesetzt werden. Sie strahlen warmweisses Licht aus.

Eine neue Lösung war laut Stadt ohnehin erforderlich, denn die jetzigen Lampen entlang der Gehwege haben ihre Lebensdauer erreicht. Ersatzteile sind keine mehr erhältlich.

Das Beleuchtungskonzept Grosse Schanze ist ein Pilotprojekt, das Bedeutung für die ganze Stadt hat. Denn dem Gemeinderat schwebt eine stadtweit harmonisierte Beleuchtung vor, die ästhetische, ökologische, sicherheitsrelevante und ökonomische Faktoren berücksichtigt.

(sul)