Hotelbrand

03. März 2011 09:15; Akt: 03.03.2011 09:21 Print

Melchsee-Frutt: Schuldsprüche bestätigt

Beim Brand des Sporthotels Kurhaus Melchsee-Frutt im Januar 2004 kamen zwei Hotelangestellte ums Leben. Das Obergericht Obwalden bestätigt nun die Urteile.

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Das Sporthotels Kurhaus Melchsee-Frutt brannte komplett nieder. (Bild: Keystone)

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Das Obergericht Obwalden hat im Fall des Hotelbrandes auf Melchsee-Frutt die Urteile der Vorinstanz für den Besitzer und den Direktor bestätigt. Sie sind der fahrlässigen Tötung respektive Körperverletzung schuldig. Für den Direktor wurden aber die Kosten reduziert.

Beim Brand des Sporthotels Kurhaus Melchsee-Frutt im Januar 2004 kamen zwei Hotelangestellte ums Leben. Vier Personen wurden verletzt. Brandstiftung gilt als gesichert, der Brandstifter wurde aber nicht gefunden. Ein verdächtigter portugiesischer Hotelangestellter wurde 2007 mangels Beweisen freigesprochen.

Ende Januar fanden vor dem Obwaldner Obergericht in zweiter Instanz die Verhandlungen gegen den Besitzer und den Direktor des Hotels statt. Zu prüfen war die Frage ihrer Mitschuld am Tod einer Frau sowie an den Verletzungen zweier Opfer.

Brandmeldeanlage nicht funktionstüchtig

Das Kantonsgericht hatte den Direktor 2007 der fahrlässigen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 80 Franken (total 1200 Franken) verurteilt, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Er hatte es unterlassen, die Funktionstüchtigkeit der Brandmeldeanlage sicherzustellen.

Der Besitzer wurde der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig befunden. Das Kantonsgericht bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagesätzen zu 130 Franken (total 3900 Franken), bei einer Probezeit von zwei Jahren. Weil er versehentlich eine Brandmeldegruppe ausgeschaltet hatte, war die Funktionstüchtigkeit der Brandmeldeanlage verloren gegangen.

Beim Prozess vor Obergericht plädierte die Staatsanwältin dafür, das Urteil des Kantonsgerichts zu bestätigen. Die Verteidiger forderten Freispruch.

Mit den am Donnerstag publizierten Urteilen bestätigte das Obergericht die Schuldsprüche der Vorinstanz. Einzig beim Direktor wurden die Appellation teilweise gutgeheissen und die Untersuchungskosten um 4300 Franken reduziert; das Kriminalgericht hatte übersehen, dass in einem Fall das Strafverfahren eingestellt wurde.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

(sda)