Markthalle Bern

08. Mai 2018 10:43; Akt: 08.05.2018 10:53 Print

Migros Aare beendet das Markthalle-Projekt

Die Migros wird die Markthalle Bern nicht umbauen. Den Ausschlag hätten unüberbrückbare Differenzen bei der Übernahme des Mietvertrages gegeben, teilt die Migros mit.

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Das Projekt für die neue Markthalle ist gescheitert, wie die Migros Aare am Dienstag mitteilt. (Bild: Migros Aare)

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Doch kein Revival für die Berner Markthalle: Migros Aare bricht ihr Umbauprojekt wegen unüberbrückbarer Differenzen bei der Übernahme des Mietvertrags von Media-Markt ab.

Diese Übernahme habe sich zu einer verfahrenen Situation entwickelt, schreibt die Migros Aare in einer Mitteilung vom Dienstag. Eine Einigung innert nützlicher Frist sei «nicht realistisch».

Erschwerend kommt laut Migros Aare dazu, dass nach wie vor Einsprachen gegen den Umbau hängig sind bezüglich Anlieferung, Littering und Lärm. Die Baubewilligung steht deshalb noch aus.

Konzeptänderungen

Besonders die Vorbehalte wegen des Lärms wiegen schwer. Um sie ausräumen zu können, wären laut Migros Aare erhebliche konzeptionelle Einschränkungen nötig, etwa der Verzicht auf Live-Musik und Tanzbetrieb, reduzierte Öffnungszeiten und ein Verzicht auf die Öffnung des Glasdachs von März bis Oktober.

Die zunehmende Komplexität des Projekts hinsichtlich Bausubstanz, Mieterausbau und Betriebskonzept führte dazu, dass der ursprüngliche geplante Eröffnungstermin «längst verstrichen und eine verbindliche Terminplanung derzeit nicht möglich ist», schreibt die Migros. Durch die zeitliche Verzögerung stiegen die Planungskosten an.

Nicht um jeden Preis

Die Migros Aare hatte von Anfang an klar gemacht, dass sie selber in der Markthalle keine eigenen Angebote betreiben will. Vielmehr sollte mit der Wiederbelebung der Markthalle ein Treffpunkt im Stadtzentrum entstehen.

Die Markthalle mit ihren Cafés und Läden war beliebt. Als sie 2013 ihre Tore schloss, trauerten die Bernerinnen und Berner dem Angebot nach. Als dann die Elektronik-Kette Media-Markt in die Räumlichkeiten einzog, kam es sogar zu zwei Demonstrationen. 2016 kündigte Media-Markt an, die Filiale wegen zunehmender online-Verkäufe zu schliessen.

Anfang Jahr wurde bekannt, dass die Migros Aare zusammen mit den ehemaligen Initianten die Markthalle wieder aufleben lassen wolle. Für ihr Engagement wollte die Migros tief in die Tasche greifen: acht Millionen Franken waren für den Innenausbau geplant.

Für die Migros war das Projekt zwar «eine Herzensangelegenheit», aber eine, die das Unternehmen nicht um jeden Preis umsetzen konnte und wollte. Die sorgfältige Abwägung aller Gründe habe nun zur Einstellung des Projekts geführt, wie die Migros Aare erklärte.

(ber/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärner am 08.05.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Anti Lärmgegener

    Kann das einfach nicht nachvollziehen, wie man in der Satdt wohnen möchte, aber keinen Lärm verträgt. So viele gute Projekte werden wegen wenigen Nörgler verhindert oder bestehendes geschlossen. Ja, so töttet man Kultur und Städte. Zieht aufs land wenn ihr es leise haben möchtet.

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  • Dominic Aerni am 08.05.2018 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lärm?

    Kann mir jemand sagen, wer sich an diesem Standort durch Lärm gestört fühlen soll?

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  • Mags am 08.05.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja!

    Passt wunderbar zur Stadt Bern, Auflagen hier, Auflagen da, jeden Mückenschiss dutzende Monate lang abklären, überprüfen und x-Berichte und Gutachten erstellen und nicht erkennen, dass - wenn den mal wieder jemand in der Steuerhölle investieren will - man einfach mal ein bisschen flexibler und offener sein sollte! Der nächste logische Schritt nach Auszug des MeMa wäre dann wohl die Besetzung durch linksorientierte Airbnb Untervermieter, genau nach dem Gusto und Groove der Stadt Bern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • No Noise am 14.05.2018 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will Ruhe

    Ein Jammer, leider nicht nur in Bern, auch auf dem Land. Die Leute haben das Gefühl, Lärm darf nur entstehen, solange sie selbst Ihn erzeugen. Schweizer werden immer intoleranter.

  • Stefan am 13.05.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prüdes Bern

    Genau aus diesen Gründen wohne ich in Basel. Wir haben eine Markthalle und im Sommer geht auf den Terassen der Restaurants die Post ab . Alles hat lange offen ohne so Theater wie in Bern! YB darf nicht auf den Balkon beim Bundeshaus das ist sowieso noch die Krönung in der prüden, langweiligen ,verklemmt en Stadt Bern.

  • Motzimuus am 09.05.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider wieder einmal mehr keine Markthalle..

    Das ist genau die Einstellung der Stadt Bern Rot,roter gehts schon fast nicht mehr,ihr seid selber schuld,es wird alles zunichte gemacht was für den normalen Bürger angenehm wäre.Die Markthalle war so eine super Sache aber nein es passt einigen wenigen Personen nicht.Ich frage mich nur die wohnen in der Stadt und reklamieren wegen Lärm wie kann man nur so verbohrt sein,geht doch aufs Land.Die Stadt sollte für alle ein Treffpunkt sein zum verweilen und irgendwo im Cafe sitzen.Aber die Reithalle da hat keiner was dagegen da stört niemandem der Lärm komisch..

  • R.Peter am 08.05.2018 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bern ist tod

    Und damit ist es für mich als gebürtiger Berner klar. Die Stadt Bern ist dank den dauernden Beschwerden Tod. Es gibt weder eine gute Ausgangsmeile, noch irgendwelche innovativen Firmen. Währen sich die ganze Welt modernisiert und sich weiter entwickelt zerstören einige verwirrte Bewohner, welche das Gefühl haben in der Stadt Ruhe zu kriegen, einer der schönsten Städte der Welt. Danke viel mals. ich werde die Stadt demnächst wie viele meiner Kollegen verlassen müssen.

    • Guschti am 10.05.2018 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Der Tod muss ein Berner sein!

      Der Tod muss ein Berner sein, sonst wäre Bern nicht tod, sondern nur tot. Aber das ist nur eine Formsache, ansonsten gebe ich Ihnen durchaus recht ;-)

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  • Christel am 08.05.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Schuld von Media Markt

    Media Markt ist NICHT Schuld am Scheitern. Es sind die ganzen Einsprachen bei der Baubehörde. Aber Hauptsache wieder MM als Schuldigen darstellen!! Frechheit. Im Radio kam schon die Gegendarstellung, aber das will keiner hören!