Brand in Solothurn

30. März 2011 13:43; Akt: 30.03.2011 13:59 Print

Millionenschäden und die Angst vor Regen

Der Grossbrand in der Solothurner Altstadt ist gelöscht, doch fünf Gebäude sind unbewohnbar. Die Betroffenen sind in temporären Unterkünften untergekommen.

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Mehrere Stunden kämpfte die Feuerwehr in der Solothurner Altstadt gestern Nachmittag gegen das Feuer. Mit einem Grossaufgebot versuchte sie zu verhindern, dass die Flammen auf weitere historische Gebäude übergreifen. Als sie am Abend den Brand im Griff hatte, waren fünf Dachstöcke zerstört, in drei Gebäuden frass sich das Feuer zudem in die unteren Etagen. Personen kamen nicht zu Schaden, der Sachschaden beträgt laut der Kantonspolizei Solothurn aber mehrere Millionen Franken.

«Aufgrund der verwinkelten Bauweise der historischen Gebäude war der Löscheinsatz äusserst schwierig», sagt Gottfried Arnold, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Solothurn gegenüber 20 Minuten Online. So etwas habe er in seiner langen Karriere noch nie erlebt. Nun gelte es, die Überreste des Brandes aufzuräumen. Spezialisierte Firmen seien zudem daran, die Ruinen mit Plastikplanen abzudecken. «Sonst wird der Schaden beim ersten richtigen Regen noch grösser», so Arnold.

Weshalb das Feuer ausgebrochen ist, bleibt weiterhin unbekannt. «Unsere Spezialisten sind derzeit vor Ort, um die Brandursache abzuklären», sagt Thalia Schweizer, Sprecherin der Kapo Solothurn. Laut Feuerwehrkommandant Arnold wird der Brandherd in einem Dachstock vermutet, die Ermittlungen konzentrierten sich auf eine bestimmte Stelle.

Denkmalgeschützte Altstadt

Die betroffenen Häuser sind derzeit nicht bewohnbar. «Insgesamt gibt es 30 bis 40 Geschädigte», so Kapo-Sprecherin Schweizer. Die betroffenen Personen hätten allesamt eine private Lösung für die temporäre Unterkunft gefunden. Wie lange sie nicht in ihre Wohnungen und Geschäfte zurückkehren können, sei noch nicht abzuschätzen. Aufgrund der historischen Bedeutung der Gebäude dürfte der Wiederaufbau aber eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. «Die gesamte Altstadt von Solothurn steht unter Schutz. Die Denkmalpflege wird deshalb in die Renovierungen involviert sein», sagt der städtische Bauforscher Urs Bertschinger. Wegen der teilweise fehlenden Dokumentation über die Gebäude müssten nun vorrangig Archive und andere Quellen durchforstet werden.

Die Feuerwehr wird ihren Einsatz demnächst beenden. Zeit für eine Verschnaufpause bleibt dennoch nicht. Vize-Kommandant Arnold: «Ich habe diese Nacht zwar nur eine oder zwei Stunden geschlafen. Aber nun müssen wir zuerst mal das Material bereitmachen, damit wir für den nächsten Fall gerüstet sind.»

(fum)