27. April 2005 04:45; Akt: 26.04.2005 22:09 Print

Minimalzentrum Stafelalp: Andrang statt Abschreckung

Seit das Minimalzentrum vom Jaunpass auf die Stafelalp gezügelt hat, herrscht ein regelrechter Andrang. Das ist nicht im Sinne der Bundespolitik.

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«Wir sind zu drei Vierteln belegt», sagt Christoph Uhlmann, Leiter vom Minimalzentrum auf der Stafelalp bei Wattenwil. «40 bis 50 Leute sind hier.» Die bundesrätliche Asylpolitik bezweckt aber genau das Gegenteil: Abgewiesene Asylbewerber sollen die Schweiz sofort verlassen. Nur weil längst nicht alle gehen, hat der Kanton Bern im letzten Sommer ein Minimalzentrum auf dem Jaunpass für Nothilfe-Bezüger eingerichtet.

Wie erhofft erschienen dort kaum Asylbewerber. Doch seit das Zentrum auf die Stafelalp verlegt worden ist, herrscht Andrang. «Der Jaunpass hat besser funktioniert», sagt Florian Düblin vom kantonalen Migrationsdienst.

Auch die Flüchtlingsorganisationen sind mit der Situation nicht zufrieden. «Das ist der Beweis, dass die Abschreckungsstrategie nicht funktioniert», sagt Balthasar Glättli von Solidarité sans frontières. «Die Asylbewerber lösen sich nicht in Luft auf, wenn man sie in Minimalzentren verelenden lässt.» Tatsächlich werden immer mehr Asylbewerber mit Nichteintretensentscheid von der Polizei aufgegriffen. «Die meisten in der Stadt Bern», sagt Düblin. «Sie versuchen, in der Anonymität unterzutauchen.»

Andrea Abbühl/Patrick Marbach