Altstadt

08. Januar 2016 12:50; Akt: 08.01.2016 12:50 Print

Mittelalterliche Überreste in Biel gefunden

Bei der Sanierung von Kanalisationen in Biel sind Überreste mittelalterlicher Türme aufgetaucht. Archäologen untersuchten den wertvollen Fund.

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Bei Ausgrabungen in der Bieler Altstadt sind die Fundamente von zwei mittelalterlichen Tortürmen freigelegt worden. Der Zeitglockenturm und der Torturm gehörten einst zur Befestigungsanlage der zwischen 1220 und 1230 gegründeten Stadt.

Die Sanierung der Werkleitungen in der Schmiedengasse und der Untergasse in Biel haben die archäologische Situation im Untergrund der mittelalterlichen Stadt zu Tage gebracht. So stiess der Archäologische Dienst auch auf einen Teil der Fundamente des Zeitglockenturms. Dieser Turm erhob sich bis 1842 am Westeingang der Schmiedengasse. Ein wenige Meter südlich gefundener Eichenbalken deutet wegen seiner parallelen Ausrichtung darauf hin, dass sich hier einst ein Steg oder eine Holzbrücke befunden hatte.

Zeitglockenturm zuerst Stadttor

Aus welcher Zeit das in 2,2 Metern Tiefe gefundene Holz stammt, konnte jedoch nicht ermittelt werden. Der Zeitglockenturm diente wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts als Stadttor. Nach der Erweiterung der Stadt Mitte des 14. Jahrhunderts befand sich der Turm mitten in der Stadt, so dass er seine Verteidigungsfunktion einbüsste.

Im auch als «Chefiturm» bezeichneten Turm wurden Gefangene untergebracht. Eine erste Turmuhr bestand möglicherweise bereits 1465, mit Sicherheit aber seit 1603. Bei der Abtragung des Turms im Jahre 1842 wurde der obere Teil mit der Turmuhr und dem Glockenturm in den ehemaligen Pulverturm verlegt, der zum heutigen Zeitglockenturm der Stadt wurde.

Spuren bis ins 7. Jahrhundert

Auf der Nordseite der Stadt kamen bei den Bauarbeiten an der Untergasse Überreste des Torturms zum Vorschein, der die mittelalterliche Stadt gegen die in den Jura führende Strasse abriegelte. Das Untertor stammt laut den Archäologen aus der Zeit der ersten Erweiterung der Stadt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Die Ausgrabungen an der Schmieden- und der Untergasse liefern laut den Behörden wichtige Informationen zum archäologischen Potenzial verschiedener Teile der Altstadt. Dicke Aufschüttungen, die bis ins Frühmittelalter zurückreichen, wiesen darauf hin, dass der von der «römischen Quelle» und der Schüss bewässerte Hügel bereits seit etwa dem 7. Jahrhundert genutzt worden sei.

Hingegen konnte der frühere Verlauf der Stadtmauern nicht genau lokalisiert werden, er bleibt somit weitgehend unbekannt. Die Archäologen erhoffen sich neue Erkenntnisse von weiteren Bauarbeiten und künftigen baugeschichtlichen Analysen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nikita am 08.01.2016 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke für diesen wertvollen Beitrag zur Geschichte von Biel. Endlich wieder was lesenswertes.

  • Marc am 08.01.2016 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kultur

    Warum hat man denn ein solch schönes Gebäude abgerissen? Dasselbe beim Christoffelturm in Bern. Sehr schade...

    einklappen einklappen
  • Bergtroll am 09.01.2016 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähm...

    In Deutschland haben sie 4000 Jahre alte Bakterien gefunden und ihr 200 jähriges Holz. Jungs strengt euch ein bisschen an! Spass bei Seite. Wirklich schade das solche Bauwerke der Moderne weichen mussten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 11.01.2016 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biel ein grosses Dorf...

    Wenigstens etwas interessantes von dieser verkommenen Stadt !!

  • Get Freesh am 10.01.2016 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich

    Das hier in Biel mal was anderes Passiert.. Etwas sehr Seltenes

  • Fantomas am 09.01.2016 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Es erstaunt mich, dass in Biel noch etwas Positives registriert werden kann. Aber Achtung der Fund ist nicht Muslimischer und auch nicht Afrikanischer Herkunft. Dies könnte in Biel schon als Rassismus gelten.

    • Bielerin am 10.01.2016 01:07 Report Diesen Beitrag melden

      Traurige Berühmheit

      Tja, wir sind ja schon gewonnt, dass unsere Stadt die Drehescheibe von Drogen- und Menschnehandel der Schweiz ist...

    • Peter am 10.01.2016 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zubetonieren

      Zuschütten und verbauen. Schade um jeden franken. Die vergangenheit bringt nichts für die zukunft

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  • Bergtroll am 09.01.2016 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähm...

    In Deutschland haben sie 4000 Jahre alte Bakterien gefunden und ihr 200 jähriges Holz. Jungs strengt euch ein bisschen an! Spass bei Seite. Wirklich schade das solche Bauwerke der Moderne weichen mussten.

  • Nikita am 08.01.2016 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke für diesen wertvollen Beitrag zur Geschichte von Biel. Endlich wieder was lesenswertes.