Rund 1400 Paare

24. Juli 2018 16:18; Akt: 24.07.2018 17:21 Print

Mittelmeermöwen breiten sich dank Littering aus

In der Region Bern vermehrt sich zurzeit ein Vogel, den man nicht unbedingt mit der Schweiz in Verbindung bringen würde: die Mittelmeermöwe.

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(Bild: wikipedia/ Olaf Tausch)

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Rauschendes Wasser, eine laue Sommernacht und kreischende Möwen: Nein, wir befinden uns nicht an der Riviera-Küste, sondern am Bielersee. Grund dafür ist die Mittelmeermöwe, die in der Region immer öfter zu beobachten sind. Das schreibt heute das «Bieler Tagblatt».

Diese Entwicklung verfolgt auch Livio Rey von der Schweizerischen V0gelwarte in Sempach. «In unserem Monitoring sehen wir, dass es immer mehr Mittelmeermöwen in der Schweiz gibt. Von 2013 bis 2016 gab es rund 1300 bis 1400 Paare.» Auch die Anzahl der Gebäudebruten habe sich stark erhöht. Die Bruten existieren nicht nur in Biel, sondern auch in Neuenburg, Murten und Luzern und weiteren Orten.

«Vogel breitet sich aus, solange es Ressourcen hat»

Mittelmeermöwen treten jedoch nicht nur in typischen See-Städten auf. «Auch in der Stadt Bern sehen wir immer mehr solcher Tiere. Durch die Nähe zu Gewässern wie beispielsweise dem Neuenburgersee eignet sich die Hauptstadt ebenfalls», weiss Rey. Schweizweit gibt es mittlerweile Bruten auf über 60 Gebäuden. Die Tiere ernähren sich nebst Kleintieren auch von Abfall. In grossen Schweizer Städten finden die Vögel nicht zuletzt auch aufgrund der Litteringproblematik genügend Essensmöglichkeiten. «Der Vogel breitet sich nur so lange aus, wie es Ressourcen hat.»

Experten sehen das Aufkommen der Mittelmeermöwen in der Schweiz mit gemischten Gefühlen. «In der Stadt Bern gibt es kein Vedrängungsproblem durch die Mittelmeermöwe.» Ausserhalb der Stadt könne ein solcher Vögel aber andere Arten wie beispielsweise die Flussseeschwalbe oder Lachmöwe gefährden. Rey relativiert jedoch: «Einen viel grösseren Einfluss auf Vögel hat der Mensch, indem er Lebensräume zerstört.»

Mittelmeermöwe breitet sich auch

«Mehr Möwen als auf Korsika»

Die Meinungen über den exotischen Gast in Bern sind geteilt. Eine junge Dame aus dem Lorraine-Quartier fühlt sich wie einer Küstenstadt. Einzig das Meer fehle noch. Ein anderer Bewohner fand die Vögel anfangs auch sehr spannend und abwechslungsreich. «Ich habe mehr Möwen gesehen als während meinen Kindheitsferien auf Korsika.» Die ganze Szenerie in seinem Quartier habe durch die Möwen etwas Romantisches gehabt. Mittlerweile ärgere er sich jedoch, besonders über das Kreischen am frühen Morgen.


(bho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Orakel am 24.07.2018 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    direkt vor der Wohnungstür

    Wozu noch in die Ferien fliegen/fahren?! Wir haben je länger je mehr alles direkt vor der Wohnungstür. Vom ausländischen Nachbarn, über Wetterveränderungen, Essen aus aller Welt, bis hin zu migrierenden Tierarten.

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  • Agram am 24.07.2018 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nord-Süd

    Hitze, trockenheit, Buschmücken, Möven... Fehlt nur noch das Meer

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  • Igel am 24.07.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niedere Art

    Also Süsswasserquallen, haben wir schon viele. Eine Eigenart haben diese nur zwei Tentakel. Gruppe Quallushomosapius.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 27.07.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Doch nicht so tolerant?

    Ich dachte doch immer, die Lorraine und der Breitsch seinen ein ach so tolerantes Quartier was "Neuzugüger" betrifft. Nun kratzen ein paar Möwen an dem Nimbus...

  • Rudd Wilston am 24.07.2018 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möwen

    Diese Viecher gehöhten nicht in die Schweiz. In Spanien werden sie Geschossen sind Agressiv und haben keine Feinde , die Verbreiten sich wie die Pest .

    • Leon am 25.07.2018 00:09 Report Diesen Beitrag melden

      @ Rudd Wilston

      Und wer ist schuld? Die Wegwerfgesellschaft natürlich, nicht die Mittelmeermöwe. Übrigens ist Spaniens Umgang mit Tieren sowieso noch auf Mittelalterniveau, Stichwort Stierkämpfe.

    • Michelle am 25.07.2018 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leon

      Ach und die Schweiz geht soviel besser um, stichworte: füchse, Rehkitze, Rehschiessen-Wettkämpfe, Bauernhöfe, Bären, Wölfe, Schwäne. Ach ja und Menschen welche ihre Tiere im Auto lassen. Wenn Spanien im Mittelalter ist, wo ist dann die Schweiz? Steinzeitalter... Lieber mal vor der eigenen Türe kehren ;)

    • hollaender am 25.07.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      diese Moeven sind echt eine Pest! sobald sie zu zahm werden breiten sie sich wie die Tauben in der ganzen Stadt aus, sitzen auf den Tischen rum und zerreissen jeden Muellsack

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  • klaus am 24.07.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    hört auf zu jammern früher war die abfall entsorgung gratis und an jeder ecke ein abfall eimer heute keine abfalleimer also wo landet der müll natürlich auf der strasse und icj frage mich für was zahlen wir überhaubt steuern.

  • Bruno am 24.07.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Möven

    Stadtkrähen ist auch nicht beizukommen, lasst doch den gefiederten- Entsorgungsspezialisten ihren Raum!! Solange wir Menschen arglos sind, sollte nicht über Andere lästern, die nur von unserem Wohlstandsmüll profitieren!!

    • Leon am 25.07.2018 00:12 Report Diesen Beitrag melden

      @ Bruno

      Stadtkrähen gibt es nicht, du meinst Rabenkrähen. Ansonsten gebe ich dir recht, sowohl die Rabenkrähe als auch die Mittelmeermöwe sind sehr anpassungsfähige Arten. Kognitiv liegen die Schwarzgefiederten aber vorne.

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  • L.P. am 24.07.2018 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht längst

    Was landet denn noch alles in der Schweiz?

    • Trollgeflüster am 24.07.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L.P.

      Die Doppeladler sind schon seot 25 Jahren hier zuhause... Sorry, der musste sein :)

    • Leon am 25.07.2018 00:14 Report Diesen Beitrag melden

      @ L.P.

      Hast du den Beitrag gelesen (und verstanden)? Die Mittelmeermöwe ist schon seit 50 Jahren hier heimisch.

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