Emmental

10. November 2014 17:47; Akt: 10.11.2014 18:45 Print

Mysteriöses Bienensterben ist geklärt

Das Rätsel um das Bienensterben in der Region Zäziwil ist gelöst. Bei einem Pflanzenschutzmittelhersteller passierte ein Fehler. Die Obstbauern trifft keine Schuld.

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Der Fall um die massenhaft verendeten Bienen im Emmental ist gelöst: Beim Hersteller eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels ist das Insektizid Fipronil irrtümlich in ein Fungizid geraten. Die Obstbauern der Region trifft keine Schuld.

Das Bienensterben in der Region Zäziwil und Grosshöchstetten schreckte im April Bauern und Imker auf. 23 Bienenbestände mit 172 Bienenvölkern wurden dezimiert. In Proben toter Bienen wurde der Wirkstoff Fipronil nachgewiesen. Fipronil ist ein Insektengift mit schneller, anhaltender Wirkung. Als Pflanzenschutzmittel ist Fipronil in der Schweiz zur Verwendung in der Landwirtschaft und in Hausgärten nicht mehr zugelassen. Untersuchungen nach dem Bienensterben ergaben auch Fipronil-Spuren auf Blättern von Obstbäumen in der betroffenen Region. Wie das Fipronil dorthin kam, konnte zuerst nicht ermittelt werden.

Zugelassenes Mittel verunreinigt

Analysen von Pflanzenschutzmitteln führten nun die Experten auf die richtige Spur. Zwei unabhängige Labors wiesen in einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel Fipronil-Verunreinigungen nach, wie der Bienengesundheitsdienst Apiservice in einer vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst am Montag verbreiteten Mitteilung schreibt. Diese sei, schreibt Apiservice, von allen Akteuren wie Herstellern, Bundes- und Kantonsstellen, Verbänden und Imkern gemeinsam verfasst worden.

Abklärungen beim Hersteller des zugelassenen Pflanzenschutzmittels ergaben, dass das Fipronil irrtümlich in das Fungizid geraten war. Die Obstbauern in der betroffenen Region trifft demnach gemäss Mitteilung keine Schuld.

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat den Schweizer Anbieter des betroffenen Fungizids nun angewiesen, die verunreinigten Chargen zurückzuziehen und die Bauern zu informieren. An einem runden Tisch wollen die involvierten Stellen klären, wie Ähnliches in Zukunft vermieden werden kann.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zare am 10.11.2014 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obst

    Nur mal so nebenbei: wir essen am Ende das Obst.... Wenn es für die Bienen schon so gesund ist, ist es für en Mensch sicher gesünder... Ich erwarte eine Strafe gegen den/die Hersteller.

  • Mega Bee's am 10.11.2014 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Na denn zur Kasse

    Ich denke es geht nur übers Geld. Eine Mega Geldbusse, ansonsten passieren halt sogenannte "ist halt nun mal so" Die großen Reagieren nur wenn's richtig weh tut. Es sind Lebewesen! Bei jedem Büsi oder Hund wird sogar der Unfallfahrer gebüßt, wieso nicht bei den Bienen? Gleiches RECHT für alle, oder heißt es recht haben und recht bekommen ist nicht das gleiche???

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  • Salvador am 10.11.2014 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Würde wetten, jemand hat davon gewusst

    und die Sache aussitzen wollen. Wenn das Fipronil nicht zugelassen ist, wie soll es dann irrtümlich in ein zugelassenes Mittel kommen?! Deshalb: Entsprechend saftige Strafe verhängen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. B am 11.11.2014 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schafe um die Bienen

    Die armen Bienen musten nur sterben weill dieses spritzzeug woeder mal nicht ruchtig kontroliert wurde. Eine frechheit!!!

  • Ablacher am 11.11.2014 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Der Klimawandel

    Die Bienen sind also nicht in Folge des Klimawandels gestorben, wie bereits früher in den Zeitungen gemutmasst wurde? Dann ist aber sicher der Klimawandel schuld daran, dass das Fipronil in das Fungizid geraten ist! Denn eines müsst ihr wissen: Schuld hat immer der Klimawandel! I M M E R !

    • hans muster am 11.11.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      man man machen...

      man kann den klimawandel natürlich als verschwörungstheorie abtun und den nachkommen eine kaputt welt hinterlassen. danke schonmal.

    • Mr. Right am 11.11.2014 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kaputt

      @hans muster: man hat uns schon eine kaputte welt hinterlassen. also siehs mal nicht so eng. das ist teil der evolution.

    • Ablacher am 11.11.2014 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      Verschwörungstheorie

      Ich glaube nur einer einzigen Verschwörungstheorie: Dass all die Verschwörungstheorien nur Verschwörungstheorien sind!

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  • ruedi felber am 11.11.2014 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld an den falschen Ort

    Und schlussendlich isst du es trozdem, aber irgendjemand hat noch bischen mehr Geld in der Tasche. Das nüzt uns Bürgern auch nichts

  • Walter Spahni am 11.11.2014 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    In welcher Firma ist das denn passiert?

    Könnte man doch auch mal ganz nebenbei und 'irrtümlich' bekannt geben. Sollte dann der Umsatz einbrechen, entschuldigt man sich halt.

  • Bobby am 11.11.2014 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Illegal oder nicht

    Wenn Fipronil nicht mehr zugelassen ist warum sollte ein Firma in besitz von Fipronil zugelassen sein?? Strafe!!

    • Mitleser am 11.11.2014 08:03 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht überall

      Es steht, es sei in der Schweiz verboten. Daraus schliesse ich, dass es im Ausland durchaus noch eingesetzt werden darf. Nicht, dass es den Sachverhalt in der Schweiz besser macht, aber ist wohl die Erklärung, warum der Hersteller noch Fipronil hat / herstellt.

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