Atomenergie

04. Dezember 2015 14:26; Akt: 04.12.2015 14:26 Print

Neue Anforderungen ans AKW Mühleberg

Damit die BKW das AKW Mühleberg bis 2019 betreiben kann, muss sie gewisse Bedingungen erfüllen. Nun hat das ENSI eine neue Forderung aufgestellt.

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Bis Ende 2019 soll das AKW Mühleberg Energie produzieren dürfen. Dafür muss die BKW allerdings verschiedene Forderungen des ENSI erfüllen. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Der Berner Energiekonzern BKW muss für den Betrieb des AKW Mühleberg bis 2019 bekanntlich verschiedene Forderungen der Nuklearsicherheitsbehörde ENSI erfüllen. Vier davon hat das ENSI nun in einer Verfügung bekräftigt, eine Forderung ist neu dazugekommen.

Dabei geht es um die Beherrschung von Speisewasser-Leitungsbrüchen im Reaktorgebäude. Gemäss einer Forderung vom November 2013 musste das Kernkraftwerk Mühleberg untersuchen, wie sich Lecks in einem speziellen Abschnitt der Speisewasserleitungen auswirken.

Neue Forderung: Leitungen bei Leitungsbruch sperren

Gestützt auf die Ergebnisse dieser Untersuchung verlangt das ENSI, dass die Steuerung zur Beherrschung solcher Vorfälle erweitert wird. Konkret geht es darum, dass bei einem Leitungsbruch sofort andere Leitungen gesperrt werden, wie ENSI-Sprecher David Suchet am Freitag auf Anfrage erläuterte.

Ende Januar legte das ENSI dar, unter welchen Bedingungen die BKW das Atomkraftwerk vor den Toren der Stadt Bern noch bis zu seiner geplanten Abschaltung im Jahr 2019 weiterbetreiben kann. So muss die BKW den von Rissen durchzogenen Kernmantel zwar nicht mit Klammern sichern, aber jährlich kontrollieren. Zudem legte das ENSI im Januar Grenzwerte für die Risse fest. Atomkritische Organisationen und Parteien kritisierten die Aufsichtsbehörde ENSI und warfen ihr einen Kniefall vor der BKW vor.

Verfügung soll Sicherheitsstandard bis Ende 2019 gewährleisten

In der nun erlassenen Verfügung bekräftigt das ENSI die Grenzwerte und die jährliche Überprüfung. Ebenso bestätigt werden zwei Forderungen, die die geplante Notfallkühlung der Brennelement-Becken und die Notnachspeisung des Reaktordruckbehälters betreffen.

Mit der Verfügung «wird sichergestellt, dass das Kernkraftwerk Mühleberg bis Ende 2019 weiterhin über einen guten Sicherheitsstandard verfügt», wird der stellvertretende ENSI-Direktor Jakob Schwarz in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Die übrigen Forderungen aus der Stellungnahme von Anfang Januar 2015 und der Verfügung vom November 2013 hat die BKW nach Angaben des ENSI unterdessen erfüllt. Eine einzige Forderung wird separat behandelt, da sie den Nachbetrieb des AKW nach der Abschaltung betrifft.

Kein Einwand gegen Weiterbetrieb, wenn Forderungen erfüllt werden

Das ENSI legte seine im Januar postulierten Forderungen der Kommission für Nukleare Sicherheit vor, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Insgesamt habe die Kommission keinen Einwand gegen den Weiterbetrieb des AKW bis 2019. Dies unter der Voraussetzung, dass die Forderungen des ENSI zeitgerecht erfüllt und die Empfehlungen der Kommission beachtet werden. Die Kommission formulierte einen Hinweis und acht Empfehlungen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PaSchi am 04.12.2015 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Märchenamt

    Ja unser ENSI. Da war Trudi Gerster wesentlich glaubwürdiger. Gott habe sie selig.

  • Jaguareté am 04.12.2015 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AKW

    Es wird Zeit dieses Atomkraftwerk ausser Betrieb zu nehmen. Ich bin überzeugt das die dort arbeitenden Techniker alles tun um dieses Kraftwerk sicher zu betreiben, aber auch mit aller Nachrüstung von moderner Technik wird kein neues AKW daraus! Irgendwann sollte die Vernunft, und nicht das Geld, die Entscheidung treffen!

  • Blaues Auge am 04.12.2015 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dont worry

    Es ist bis jetzt gut gegangen und somit wird es auch in Zukunft sicher nur gut gehen. Es braucht keine weiteren Schikanen mehr sondern eine unbefristete Bewilligung - einzig der VR und die Geschäftsleitung sollen im direkten Umland schöne Häuser für sich und die Familien bekommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Willi am 05.12.2015 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Energien müssen her!

    Es wird Zeit nur noch alle Enerie in die Entwicklung von erneuerbaren Energien zu stecken, nicht alte Techniken zu erhalten. Auch die Grünen müssen endlich eichte Forderungen etwas zurück nehmen und Möglichkeiten geben um sie auszuführen.

  • Robi Dog am 05.12.2015 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was Solls

    Immer neuere Prüfverfahren, so kommt kein Kraftwerk mehr ans Netz. Also allen grünen den Strom abdrehen.

  • Einwohner von Mühleberg am 04.12.2015 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    neue AKWs bauen

    Wenn keine Alternative besteht, müssen wir neue bauen. Fukuschima machts vor.

    • Einwohner von Münsingen am 04.12.2015 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Einwohner von Mühleberg

      Und wohin gehen Sie mit dem Abfall? Wer versichert ein neues AKW? Wie wollen Sie 12 Milliarden Baukosten (voraussichtliche Kosten des neusten englischen AKW Hinkley C) mit den Stromerträgen wieder reinbringen? Der englische Staat wird das Werkzudem mit grossen Subventionen unterstützen müssen. Wer unter diesen Fakten noch von neuen AKW's spricht, der hat definitiv den Rückwärtsgang eingelegt!

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  • Statistikator am 04.12.2015 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ersetzen

    Ersetzt die alten Meiler. Die Wahrscheinlichkeit für einen GAU in alten Meilern ist an nur einem einzigen Tag gleich hoch wie bei einem AKW der neusten Generation währen seiner gesamten Laufzeit. Wenn man nicht Ersetzen bevor etwas passiert!

    • biba am 04.12.2015 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Statistikator

      Sie haben die Quellenangabe vergessen (Stammtisch).

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  • huwi am 04.12.2015 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    noch 3 Jahre

    Na ja, bis 2019 sind es ja nur noch 3 Jahre. Nach soviel Jahrzehnten wird das da kein Problem darstellen, zumal man dauernd in die neuesten Sicherheitstechniken inverstiert. - Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es bei der BKW nicht um Rentabilität geht, sondern eher um die grosse Frage: "Wie wollen wir des rückbauen, wenn es einmal abgeschaltet ist?". Hierzu fehlen noch konkrete Lösungen, wie mir scheint. Und da will man sich eben noch 3 Jahre Zeit verschaffen...

    • Zyniker am 04.12.2015 18:15 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Lösungen?

      In den USA wurden bereits 34 Kernreaktoren vom Netz genommen. Bei 13 sind die Rückbauarbeiten mittlerweile schon abgeschlossen und das Gelände wurde entsprechend wieder freigegeben. Auch in D wurden schon mehrere Reaktoren vollständig zurückgebaut. Wieso sich dieser Mythos hält, wonach AKWs nicht rückbaubar sind, erschliesst sich mir nicht. Schliesslich würde schon eine Google-Suche Klarheit verschaffen.

    • PaSchi am 05.12.2015 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zyniker

      Rückbauen lässt sich alles, aber die Entsorgung des ganzen radiaktiven Gerümpels ist ganz einfach nicht gelöst. Die folgende Generationen sollen sich doch mit dem ganzen Mist herumschlagen. Da bin ich ganz ihrer Meinung. Das geht uns ja schliesslich nichts an. Oder ???

    • Allgemeinwissen am 05.12.2015 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zyniker

      Die USA hat den radioaktiven misst auch einfach auf dem ehem. Atombomben-testgelände gelagert. Zeig mir jetzt bitte mal wo dies in der Schweiz ist. OU SORRY BOY... Doff haben wir keinen... Und wo die deutschen das zeug verschachert haben= Ausserbetrieb genommene Untertageminen (zum teil speziell umgebaut)

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