War es Mord?

26. September 2019 13:24; Akt: 26.09.2019 15:54 Print

«Wir werden dein Lächeln nie mehr sehen»

Die Polizei findet N.S.* tot in ihrer Wohnung. Wie die 41-jährige Brasilianerin gestorben ist, können die Ermittler nicht sagen. Doch: Ihr Partner ist in U-Haft.

Todesfall in Bulle FR. Wie starb N.S.* am 14. September 2019?
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Was in einer Wohnung in Bulle im Kanton Freiburg am vorletzten Wochenende geschah, ist jetzt eine Angelegenheit der Kriminalpolizei. Diese ermittelt derzeit intensiv wegen eines möglichen Tötungsdelikts. Die Polizei hat den Verdacht, dass der 52-jährige Schweizer C. S.* seine 41-jährige Partnerin N. S.* in der Nacht vom 14. auf den 15. September ermordet hat.

Zwar fehlen noch handfeste Beweise. Weder gibt es eindeutige Spuren am Tatort noch konnten Rechtsmediziner bei der Obduktion der Leiche die Todesursache feststellen.

Polizei auf der Suche nach der Wahrheit

Dennoch muss es Indizien geben, die gegen den Mann sprechen: C. S. steht unter Tatverdacht und sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann eine Untersuchung wegen Mordes eröffnet. «Wir haben derzeit verschiedene Hypothesen und Vermutungen, wie die Frau gestorben ist», sagt Polizeisprecher Martial Pugin. Doch würden derzeit noch diverse Puzzleteile fehlen. «Wir sind nun daran, die Wahrheit herauszufinden.»

Fakt ist: C. S. war mit der Frau in der Wohnung, als diese starb. Er war es auch selber, der in der Nacht des Vorfalls schliesslich den Notruf wählte. Er meldete den Sanitätern, seine Partnerin sei bewusstlos und brauche dringend Hilfe. Die Einsatzkräfte versuchten bei ihrer Ankunft noch, die Frau wiederzubeleben. Doch vergeblich: N. S. starb noch in dieser Nacht zu Hause in der gemeinsamen Wohnung.

Familie des Opfers wendet sich an Öffentlichkeit

Erst am Dienstag erfuhr die Familie des Opfers, die in Brasilien lebt, vom Tod ihrer Angehörigen. Wie brasilianische Zeitungen berichten, zog die 41-Jährige erst in diesem Jahr von Brasilien nach Bulle, seit Juli 2019 führte sie mit dem Tatverdächtigen eine Beziehung.

Während die Angehörigen auf weitere Informationen zum Todesfall warten, versuchen sie auf einer brasilianischen Crowdfunding-Seite, Geld für die Repatriierung der Leiche zu sammeln. Die Schwester des Opfers berichtet von finanziellen Schwierigkeiten der Familie und bittet alle, bei der Rückführung des Körpers ihrer Schwester nach Fortaleza-CE zu helfen. Sie möchte sich von ihrer Schwester verabschieden können. Dies, «da wir dein Lächeln nie mehr sehen werden», wie es im Spendenaufruf heisst.

(miw)