Thun-Allmendingen

08. Juli 2014 11:21; Akt: 08.07.2014 12:07 Print

Neuer Fix-Platz für Fahrende in Thun

Der saisonale Platz für Fahrende in Thun-Allmendingen wird in einen ganzjährig nutzbaren Standplatz umgewandelt. Der Kanton spricht einen Kredit von 435'000 Franken.

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Die Fahrenden erhalten in Thun-Allmendingen einen ganzjährigen Standplatz. (Bild: Keystone)

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Für die Sanierung des Durchgangsplatzes für Fahrende in Thun-Allmendingen ist nun das Geld vorhanden: Der bernische Regierungsrat hat dafür einen Kredit von 435'000 Franken genehmigt. Der Kanton Bern entnimmt die Hälfte dieses Betrags aus dem kantonalen Kulturförderungsfonds. Das Projekt sieht vor, den seit 1990 bestehenden Durchgangsplatz so anzupassen, dass die Fahrenden ihn künftig ganzjährig benutzen können. Der Platz wird nicht vergrössert und die Aufenthaltsdauer betrage in der Regel einen Monat, wie die Kantonsregierung am Dienstag mitteilte.

Eröffnung im April geplant

Obwohl das Geld nun vorhanden ist, wird die Stadt Thun nicht gleich mit den Bauarbeiten beginnen. Zuerst müsse das Vorhaben ein Baubewilligungsverfahren durchlaufen, erklärt der Thuner Sicherheits- und Sozialdirektor Peter Siegenthaler. Ziel sei, im kommenden Winter die Bauarbeiten auszuführen und den Platz im April zu eröffnen. Der Platz sei auch in letzter Zeit von Fahrenden benützt worden, befinde sich aber in einem maroden Zustand. Nun werden beispielsweise neue sanitäre Anlagen erstellt. Auch wird der Platz umzäunt und mit einem neuen Belag versehen.

Siegenthaler rechnet nicht mit Widerstand aus der Bevölkerung: Ausser mit einzelnen Ausländern habe es in Allmendingen keine Probleme mit den Fahrenden gegeben. Die Benutzer sind mehrheitlich Schweizer Fahrende.

«Kosten sind unverhältnismässig»

SVP-Grossrat Thomas Fuchs bemängelt aber die fehlende Einbindung der Bevökerung: «Ich bin sehr skeptisch, was die regionale regionale Abstützung des Projekts anbelangt. Es wurde über die Köpfe hinweg entschieden», sagt Fuchs. Auch die Kosten von fast einer halben Million Franken, welche der Kanton für die Instandstellung des Platzes berappen muss, findet Fuchs unverhältnismässig: «Mit diesem Geld baue ich ein Einfamilienhaus» findet er. Der Regierungsrat spricht im Gegensatz zu Fuchs von einer «Standartlösung ohne jeglichen Luxus».

Nach der Sanierung werden die Fahrenden für die Benützung des Platzes den gleichen Preis zahlen wie bisher. Sie wurden laut der Mitteilung des Regierungsrats in die Planung einbezogen.

Schutz von Minderheiten

Dass ein Teil der Kosten mit Geld aus dem Kulturförderungsfonds gedeckt werden kann, geht laut der Kantonsregierung auf das Rahmenabkommen des Europarats zum Schutz von nationalen Minderheiten und auf die Bundesverfassung zurück. Letztere verbietet die Diskriminierung von Minderheiten.

Im kantonalen Richtplan hat sich der Kanton Bern zur Planung zusätzlicher Stand-, Durchgangs- und Transitplätze in Zusammenarbeit mit den Gemeinden verpflichtet. Solche Plätze zu finden, ist aber schwierig, wie sich nach dem Protest von Schweizer Jenischen in Bern im Frühling dieses Jahres gezeigt hat.

(tok/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • happy am 08.07.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo thun

    ich hätte gerne eine villa am see. die miete von meiner jetzigen wohnung werde ich sebstverständlich beibehalten. denn ich gehöre zu einer minderheit. ich arbeite die ganze woche und zahle steuern. freue mich schon auf den umzug! (vieleicht liegt ja noch ne neue wohnungseinrichtung drin, von den steuergeldern natürlich!) herzlichen dank. *ironie off*

  • Rolf Seine am 08.07.2014 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Genug in Allmendingen

    Hoffe es werde sich viele leute für eine Einsprache finden. Ich selber werde Einsprache machen. Es geht nicht dass auf so engem Raum 150 Asylanten und noch Fahrende Platz haben. Für das kleine Dorf ist das einfach zu viel. und dort ist ein grosses Naherholungsgbiet, wo sich viele Kinder und alte Leute am Waldrand erfreuen. Wer garantiert die Sicherheit. Die Aussage, dass es sich vorallem um Schweizer Fahrende handelt stimmt nicht. es sind immer sehr viele ausländische Autonummern dort.

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  • A.K. am 08.07.2014 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    cool

    dann weiss ich jetzt wo ich in den Sommerferien gratis Campieren kann

Die neusten Leser-Kommentare

  • Besser Wisser am 08.07.2014 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Besserer Platz

    Warum gibt man den Fahrenden nicht das neue Stadion in Thun? Da hätte dieses wenigstens mal einen Sinn.. Toiletten gibt es ja auch und Abfalleimer.. Ewig schade um das wertvolle Kulturland, das dort verloren ging..

  • happy am 08.07.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo thun

    ich hätte gerne eine villa am see. die miete von meiner jetzigen wohnung werde ich sebstverständlich beibehalten. denn ich gehöre zu einer minderheit. ich arbeite die ganze woche und zahle steuern. freue mich schon auf den umzug! (vieleicht liegt ja noch ne neue wohnungseinrichtung drin, von den steuergeldern natürlich!) herzlichen dank. *ironie off*

  • A.K. am 08.07.2014 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    cool

    dann weiss ich jetzt wo ich in den Sommerferien gratis Campieren kann

  • Steiner R. am 08.07.2014 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Skeptisch

    Schon zu Zeiten meines Grossvaters lebten Fahrende in Allmendingen. Probleme gab es keine, genauer gesagt keine mit Jenischen. Die anderen....nun, dort gab es Reibungspunkte. Was mich etwas stört als "Nachbardörfler" ist die Tatsache, dass dutzende Asylanten aus Nordafrika neu einquartiert wurden in der Zivilschutzanlage und nun auch noch der Mix aus Fahrenden. Was hält die Bevölkerung des kleinen Dorfs davon ? Warum öffnet nicht das linke Bern seine Tore für alle, warum die "Abschiebung" in kleine Dörfer ?

    • D.N. am 09.07.2014 01:21 Report Diesen Beitrag melden

      Tatsache!

      Ganz einfache Sache, damit sie das Elend nicht in Bern haben! Können noch mehr kommen, es gibt noch viele kleine Dörfer.

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  • Rolf Seine am 08.07.2014 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Genug in Allmendingen

    Hoffe es werde sich viele leute für eine Einsprache finden. Ich selber werde Einsprache machen. Es geht nicht dass auf so engem Raum 150 Asylanten und noch Fahrende Platz haben. Für das kleine Dorf ist das einfach zu viel. und dort ist ein grosses Naherholungsgbiet, wo sich viele Kinder und alte Leute am Waldrand erfreuen. Wer garantiert die Sicherheit. Die Aussage, dass es sich vorallem um Schweizer Fahrende handelt stimmt nicht. es sind immer sehr viele ausländische Autonummern dort.

    • Peter Meier am 08.07.2014 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      nicht übertreiben

      Dann melden Sie ganz einfach die Ausländischen Autonummern :-)

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