Abu Ramadan

19. Juni 2019 15:12; Akt: 19.06.2019 15:31 Print

Nidau will wegen Bericht Extremismus bekämpfen

Die libysche Streitkraft LNA sucht den Bieler Imam Abu Ramadan. Nidau reagiert jetzt mit einem Schreiben auf die Berichterstattung und ergreift Massnahmen.

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Im Nachgang zur medialen Berichterstattung über Abu Ramadan hat der Gemeinderat die Integrationsfachstelle der Stadt Nidau beauftragt, einen Bericht zu erstellen. Dabei sollte die Situation in Bezug auf Extremismus und Radikalisierung in Nidau dargestellt werden.

Im Bereich Sensibilisierung und Prävention sind nun verschiedene Massnahmen vorgesehen. Der Bund unterstützt solche Massnahmen finanziell durch ein Impulsprogramm. Die Stadt Nidau reicht deshalb beim Bund das Gesuch ein für die Finanzierung der vorgeschlagenen Massnahmen.

Soll in Syrien an Operationen beteiligt gewesen sein

«Seht ihr diesen Kriminellen hier?», sagte der Generalmajor der Libyschen Nationalen Armee LNA Ahmed El-Mismari an einer Pressekonferenz vom 6. April vor laufender Kamera und zeigte ein altes Foto von Salah Ramadan Al Fitouri Salem. Besser bekannt ist der Bieler Imam hierzulande unter dem Namen Abu Ramadan, dem die Schweiz 2017 den Asylstatus entzogen hat und gegen den ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Rassendiskriminierung läuft.

«Er ist ein gefährlicher Terrorist, der nun von unseren bewaffneten Streitkräften gesucht wird», so El-Mismari weiter. Er bezeichnete den gebürtigen Libyer als offiziellen Mufti der al-Qaida, der auch in Syrien an Operationen beteiligt gewesen sein soll.

«Die Behauptung ist eine Lüge»

Über den Islamischen Zentralrat Schweiz IZRS lässt Abu Ramadan ausrichten: «Die Behauptung, ich sei ein offizieller Mufti der al-Qaida und Terrorist und an Operationen in Syrien beteiligt, ist schlicht und ergreifend eine Lüge.»

Er sei der LNA ein Dorn im Auge, weil er sich während seiner Zeit in Libyen aktiv, aber gewaltlos gegen das Regime Ghadhafis eingesetzt habe. Heute könne er nicht mehr nach Libyen reisen, ohne dabei sein Leben zu riskieren. Das Video habe er bereits im Mai der Stadtpolizei Biel gemeldet, um die dort präsentierten Inhalte richtigzustellen.

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