Bern

10. Mai 2010 23:04; Akt: 10.05.2010 23:08 Print

Nierenkollaps von gestrecktem Koks

von Nora Camenisch - Das Berner Drogenlabor warnt: Kokain wird mit immer gefährlicheren Stoffen gepanscht, die sogar zu Organversagen führen können.

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«Früher lag der Reinanteil beim Kokain bei rund 60 Prozent, heute sind es noch knapp 25 Prozent», weiss Hans-Jörg Helmlin vom Pharmazeutischen Kontrolllabor des Kantons Bern. Auch in Zürich ist laut Tibor Rasovszky von der Arbeits­gemeinschaft für risiko­armen Umgang mit Drogen «miserable Ware» im Umlauf. «Jeder Zwischenhändler streckt das Kokain.» Bis zu zehnmal werde das Pulver gepanscht, bis es konsumiert werde.

Das ist massiv gesundheitsgefährdend: «Durch Phenacetin, eines der Streckmittel, hat schon so mancher seine Niere verloren. Zudem wird vermutet, dass der Stoff zu Krebs ­führen kann», warnt Helmlin.

Aus diesen Gründen ist das Schmerzmittel in der Schweiz schon seit den 80er-Jahren verboten. Bei Tests mit dem mobilen Labor, die Helmlins Team vor allem an Partys in Bern und Zürich durchführt, wurde in zwei Drittel der Koks-Proben ausserdem das Anti-Wurm­mittel Levamisol gefunden. «Dieses täuscht einen besseren Flash vor. Es verändert aber das Blutbild und macht massiv anfälliger für Infektionskrankheiten», so Helmlin. Er vermutet, dass diese Substanz dem Kokain bereits in Südamerika beigemischt wird, während Phenacetin meist später aus illegalen Quellen dazukomme.

Laut Fritz Brönnimann von der Berner Suchthilfe Contact Netz sind sich fast alle Kon­sumenten der Gefahren durch Streckmittel bewusst. «Viele unterschätzen aber das Risiko.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Housi am 11.05.2010 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man Drogen legal und kontrolliert

    in Apotheken verkaufen würde, könnte man die Preise der normalen Medikamente senken, Nebenwirkungen und Schäden durch verunreinigte Drogen vermeiden, Steuergelder einkassieren, Beschaffungskriminalität reduzieren und den illegalen Drogenhandel trockenlegen. Dies sind alles realisierbare Ziele im Gegensatz zur Illusion einer drogenfreien Gesellschaft.

  • Nora Peterhans am 11.05.2010 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld.....

    ...wer kokst, alle wissen wohin das führt. Hört auf mit dem Geheule!

  • Joe Joker am 11.05.2010 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Last Sie Schnupfen

    Wieso immer was machen. Wer nimmt ist selber schuld. Die Arzt Kosten müssen selber übernommen werden. Man muss auch einmal auf die Eigenverantwortung schauen/achten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Housi am 11.05.2010 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man Drogen legal und kontrolliert

    in Apotheken verkaufen würde, könnte man die Preise der normalen Medikamente senken, Nebenwirkungen und Schäden durch verunreinigte Drogen vermeiden, Steuergelder einkassieren, Beschaffungskriminalität reduzieren und den illegalen Drogenhandel trockenlegen. Dies sind alles realisierbare Ziele im Gegensatz zur Illusion einer drogenfreien Gesellschaft.

  • M.W. am 11.05.2010 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Um eine Legalisierung...

    ...wird man auf Dauer nicht kommen, wenn man wirklich die Schäden und Risiken durch den Konsum illegaler Drogen minimieren will. Der Grossteil der durch die sogenannt drogeninduzierten Schäden stammen hauptsächlich von Streckstoffen, Syntheserückständen und weiteren Verunreinigungen. Nur wenn das Zeug legal ist und kontrolliert in Drogenfachgeschäften verkauft wird, kann wirkliche Harm-Reduction betrieben werden. Mit dem moralistischen Standpunkt der Abstinenz und Prohibition hat man lediglich die Drogenschäden potenziert und einen Schwarzmarkt geschaffen, aber sonst nichts Gutes erreicht.

  • betty fiore am 11.05.2010 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    weiter denken?!

    selber schuld wer sich das hirn (oder was noch davon übrig ist) mit drogen füllt- dass viel heroin bereits schon mal im darm eines anderen menschen transportiert wurde scheint die vielen konsumenten auch nicht abzuschrecken, sie denken nicht darüber nach. schade um die arbeit gewisser berufsgattungen, die immer wieder mit solchen personen konfrontiert werden in ihrem berufsaltag und schade für uns steuerzahler!!

  • Vendetta am 11.05.2010 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tja.

    Solange der Untergrund das Drogengeschäft im Griff hat, wird halt Levamisol geschnupft. Viel Spass mit nur einer Niere.

  • Bruno Hochuli am 11.05.2010 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist schon lange bekannt,

    leider wird man nur ausgelacht, wenn man warnt. Nun wenn das bittere Ende kommt, möchten sie aufhören,nur dann ist es zu spät. Ein altes Sprichwort(Wer nicht hören will, muss fühlen)