Nach fünf Jahren

31. Oktober 2019 16:44; Akt: 31.10.2019 17:00 Print

Besetzer liessen Müll und Schuhe zurück

Das Besetzerkollektiv, das in Ostermundigen über Jahre ein Haus besetzt hatte, ist derzeit am Ausziehen. Das Gebäude soll einem Bürokomplex weichen.

Die Familie Osterhase zieht aus. (Video: km)
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Fast fünf Jahre war das Haus an der Bernstrasse 29 in Ostermundigen besetzt. Nun wird das Kollektiv namens Familie Osterhase das Haus verlassen, denn das Gebäude wird Ende Jahr abgerissen. Auf dem Grundstück des Wohnhauses soll ein grosser Bürokomplex mit Platz für 600 TCS-Mitarbeiter entstehen. Im Sommer 2021 sollen die neuen – zahlenden – Bewohner dann einziehen, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

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Ist es in Ordnung ein Haus zu besetzen, das seit Jahren leer steht?
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Insgesamt 1636 Teilnehmer

Das Gebäude ist mittlerweile komplett schwarz gestrichen, um die Trauer über das Ende der Besetzung zu symbolisieren. Vor dem Haus liegen Abfallsäcke, Scherben, Holzbretter, Bücher und Farbrollen herum. Diverse Schuhe stehen gratis zum Mitnehmen bereit. Beim Anblick ist klar: Dieses Kapitel der Besetzung wurde nun definitiv geschlossen. Wie es für die Besetzer weitergeht, ist ungewiss. Einige landen auf dem Sofa von Freunden, die restlichen Mitglieder der Familie Osterhase wollen sich in anderen Zwischennutzungen einquartieren.

Ostermundigen kann aufatmen - Die Osterhasen ziehen aus

Sprayereien und Vandalismus

Thomas Iten, Gemeindepräsident von Ostermundigen, war das besetzte Haus schon immer ein Dorn im Auge. Grundsätzlich habe er nichts gegen Zwischennutzungen, sagt er zu 20 Minuten: «Ich finde, Gemeinden müssen aktiv sein und Zwischennutzungen ermöglichen.» Er betont aber, dass sich die Beteiligten an die Spielregeln halten müssten. Im Fall der Familie Osterhase sei die Situation schwierig gewesen: «Es gab Sprayereien und Vandalismus – die Zwischennutzung wurde finanziell missbraucht.» Jetzt sei damit aber Schluss und das geplante Bürogebäude würde dem Bahnhof neues Leben verleihen.

Angenehme Nachbarn?

Weniger dramatisch als Iten sehen die direkten Anwohner die Besetzung: Diversen Nachbarn der Familie Osterhase, die vorwiegend aus jungen Leuten aus der Region besteht, war das Kollektiv in all den Jahren nämlich nie negativ aufgefallen. Ziel des Kollektivs war es unter anderem, das Gemeindeleben mit Ateliers zu beleben und ein «Auffangnetz» zu werden. So sagt eine Anwohnerin gegenüber 20 Minuten: «Sie haben nie Probleme gemacht, sie waren ganz normale Nachbarn. Sie hatten lediglich einen komischen Kunstgeschmack.»

Dabei spielt die Frau wohl auf das jüngste Kunstprojekt der Gruppe an: Die Besetzer hatten ein altes Auto in das Schaufenster gekarrt und es dort als Kunstobjekt stehen lassen. Doch es gibt auch Anwohner, die nun aufatmen. Eine Nachbarin meint: «Ich finde es gut, dass die Besetzer von sich aus ausziehen, sie sind uns eine ja schon eine Weile auf der Tasche gelegen.»

Seit 2015 besetzt

Das Haus wurde an Ostern im Jahr 2015 besetzt. Den ehemaligen Bewohnern des Hauses war im Vorfeld der Tram-Abstimmung unter der Annahme, das Haus müsse der Tramlinie weichen, das Mietverhältnis gekündigt worden. «Wir empfinden es in Zeiten der Wohnungsnot und anhaltenden Gentrifizierungsprojekte in Bern und den umliegenden Gemeinden als Affront gegen die Bevölkerung, wenn Lebensraum für Bauvorhaben, die vom Stimmvolk abgewiesen wurden, verkalkuliert wird und ungenutzt bleibt», schrieb das Kollektiv damals in einer Medienmitteilung.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sebastian Zürler am 31.10.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Feuriger Bürmli

    Sehe die Bestzerszene eher kritisch. Sie vereinnahmen ein Haus um dort Partys zu machen und so zu leben wie sie es wollen. Auf andere, insbesondere die Besitzer wird keine Rücksicht genommen und meistens kommt beim Besetzen nichts bei rum. So wie hier nichts aus Künstleratteliers wurde. Für mich sind es Leute die zu faul sind zu arbeiten und den Wohlstand anderer besetzen

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  • Peter Meier am 31.10.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis für Verständnis

    Es ist mir unerklärlich, wieso man Verständnis für Hausbesetzer hat, die Eigentum nicht nur nutzen sondern meist auch zerstören. Und Kosten verursachen, die sie nicht decken.

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  • Luc am 31.10.2019 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naiv und frech

    viele können sich keine Liegenschaft für ihr Projekt leisten. D h aber nicht, dass dies dazu berechtigt fremdes Eigentum zu besetzen. Sehr naive Vorstellung solcher Leute. Die sollen fleißig arbeiten und dann können sie es sich vielleicht mal leisten. Von nichts kommt nichts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jodoc Seidel am 01.11.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ein leben mit einer wohnung in einer besetzten liegenschaft kann ein ende der guten zeit bedeuten oder ein versuch in ein obdach zu kommen, was auch nicht einfach ist. Die umstände sind klar schwierig und gegen die vorschriften unserer freien kapitalen gewalt, keine adresse heisst kein arzt, kein conto, keine versicherung und nix!! Es ist nur alternativ und das in örlikon oder in züri seefeld oder wiedikon. Eine demo für wohnen oder gegen die seelen aus stein sind das verletzte tier der herde das gefressen wird bald

    • Trollgeflüster am 01.11.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jodoc Seidel

      Was genau willst du der normalen Bevölkerung denn mitteilen, hmmm? Schon im FüBi?

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  • domi.b am 01.11.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht rechtens

    ich habe im mom selber keine wohn möglichkeit, jedoch würde ich nie mit solchen leuten rumhängen. in ne gebäude schlafen ist ja eines aber sich dann so zu benehmen ist einfach nicht rechtens

  • Büetzer am 01.11.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Wohnraum!!!

    Endlich sind Sie weg diese Profiteure. Aber braucht es wirklich schon wieder einen Bürokomplex mehr in Ostermundigen. Verstehe wer wolle!?

  • JusticiaSocial am 01.11.2019 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kommunisten auf Konto der Anderen

    Endlich sind diese Kommunisten WEG aus dem Quartier. Viva!

  • Expat am 01.11.2019 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faule Egoisten

    Das sind einfach nur Egoisten, die gratis Wohnen wollen.Die anderen sollen doch zahlen und arbeiten gehen