Bern

01. Februar 2011 12:36; Akt: 01.02.2011 20:06 Print

Pädophiler Lehrer darf nicht mehr unterrichten

Die kantonale Erziehungsdirektion hat vor einem Jahr einem Lehrer, der zu Hause auf dem Computer Tausende von kinderpornografischen Bildern und Videos anschaute, zu Recht die Unterrichtsberechtigung entzogen. Das hat das kantonale Verwaltungsgericht entschieden.

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Der Lehrer hatte in seiner Beschwerde gegen den Entscheid geltend gemacht, er habe in der Schule keine Verfehlungen begangen und nie ein Kind angerührt. Deshalb erfülle er die Voraussetzungen fürs Unterrichten nach wie vor. Die Erziehungsdirektion gehe von einer altmodischen moralischen Überhöhung des Lehrerberufes aus.

Das Verwaltungsgericht schreibt aber in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil, für viele Berufe sei eine spezifische Eignung Voraussetzung. Anwälten sei auch schon das Patent entzogen worden, weil sie Vermögensdelikte begangen hätten.

Bei Lehrpersonen lasse sich der Verstoss gegen das Kinderpornografieverbot unter dem Stichwort Eignung nicht als private Angelegenheit «abspalten». Zudem bestehe ein sehr gewichtiges Interesse der Gesellschaft und Eltern, dass Kinder von Lehrpersonen ohne Interesse an Kinderpornos unterrichtet würden.

Den Entzug der Unterrichtsberechtigung bewertet das Verwaltungsgericht auch als verhältnismässig. Schliesslich gehe es ja nicht um ein allgemeines Berufsverbot.

Ein Jahr Freiheitsstrafe

Der Lehrer war Ende 2008 von einem Gericht wegen mehrfach begangener Pornografie zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Das Gericht gewährte den bedingten Vollzug unter der Bedingung, dass der Mann sich während der vierjährigen Probezeit einer Therapie unterziehen muss.

Die Erziehungsdirektion entzog ihm die Unterrichtsberechtigung gestützt auf dieses Urteil. Eine neue Beurteilung sei frühestens nach Abschluss der Therapie vorzunehmen.

(sda)