Mordwaffe gefunden

21. Dezember 2011 09:08; Akt: 21.12.2011 12:40 Print

Parkplatz-Mord wird ad acta gelegt

Die Tatwaffe vom Tötungsdelikt in Madiswil wurde eindeutig identifiziert. Der Fall wird dennoch nicht neu verhandelt. Ein Bauer aus dem Oberaargau wurde 2009 wegen der Tötung seiner Schwägerin verurteilt.

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Der Mordfall von Madiswil im Oktober 2007 wird nicht neu aufgerollt, obwohl nun die Tatwaffe gefunden worden ist. Das hat die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau entschieden.

Gemäss einem Communiqué vom Mittwoch verzichtet sie auf ein Revisionsverfahren, weil das Kaliber der Waffe und das Vorgehen des Täters schon bei den früheren Beurteilungen bekannt gewesen seien.

Die Pistole war erst im vergangenen Mai im Bienenhaus des als Täter verurteilten Mannes entdeckt worden. Ein Hobby-Imker, der sich um die Bienen des Inhaftierten kümmerte, entdeckte die Waffe samt Munition auf dem Dachboden hinter dem Dachsparren.

Die Behörden machten den Fund erst jetzt bekannt, nachdem die Waffe nach ihren Angaben als Tatwaffe identifiziert wurde. Die Staatsanwaltschaft beruft sich dabei auf Untersuchungen der Kantonspolizei und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern.

Verurteilter nicht geständig

Beim verurteilten Mann handelt es sich um einen heute 61-jährigen Landwirt. Er hat die Tat stets abgestritten. In einem Aufsehen erregenden Indizienprozess wurde er 2009 vom zuständigen Kreisgericht zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Berner Obergericht und zuletzt das Bundesgericht bestätigten das Urteil.

Der Mann soll seine Schwägerin in deren Auto erschossen haben. Die Frau hatte ein Jahr zuvor ihren Mann und ihre Kinder verlassen und war zu einem neuen Partner gezogen. Der Bruder hatte ebenfalls auf dem Hof der Familie gelebt. Zur Schwägerin pflegte er ein enges Verhältnis. Den Wegzug der Frau hatte er nicht verkraftet.

(sda)