Stadt Bern

17. Januar 2018 12:34; Akt: 17.01.2018 12:38 Print

Piratenpartei will gratis WLAN einrichten

Weil es die Stadt Bern nicht macht, will die Piratenpartei in die Bresche springen und den Touristen, Einwohnern, Berufsleuten und Pendlern ein kostenloses Netz zur Verfügung stellen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Nachdem die Stadtberner Regierung und der Stadtrat nach jahrelangen Debatten um ein städtisches gratis WLAN resignieren, machen jetzt die Piraten Nägel mit Köpfen: Sie spendieren der Stadt Bern die ersten 20 Freifunk-Knoten für
ein offenes und freies Kommunikationsnetz.» Dies teilte Jorgo Ananiadis, der Präsident Piratenpartei Bern am Mittwoch mit.

Umfrage
Braucht es in der Stadt Bern ein kostenloses WLAN?

Das Angebot sei am Mittwoch der Stadt Bern unterbreitet worden. Die Partei will den Nutzern einen «zensurfreien und nicht überwachten Internetzugang, anonym und ohne Anmeldung» zur Verfügung stellen. Geplant sind 20 Freifunk-Router.

Die Piraten wollen die Installation bewerkstelligen. Es seien lediglich vorkonfigurierte Router notwendig, die an einen bestehenden Internetzugang angeschlossen werden. Für den Betreiber vor Ort würden keine rechtlichen Risiken bestehen.

WLAN wird seit zehn Jahren diskutiert

Das Stadtparlament hatte vergangene Woche einen Vorstoss zur Einführung eines flächedeckenden WLANs von den Fraktionen GFL/EVP, BDP/CVP und FDP mit 35 Nein- zu 26 Ja-Stimmen abgelehnt.

Eigentlich stellte die Berner Stadtregierung bereits 2008 ein flächendeckendes WLAN in Aussicht. «So richtig viel Schwung kam aber nie in die Sache», schreibt die Berner Zeitung. 2012 versuchte es die BDP/CVP-Fraktion mit einem Vorstoss. Auch damals sagte das Parlament nein. Dann nahm sich die Stadtregierung dem Anliegen an, stellte das Projekt 2015 schliesslich aus Kostengründen wieder ein.

«Geld zum Fenster rausgeschmissen»

Der Präsident der Berner Piraten Jorgo Ananiadis: «Es kann doch nicht sein, dass die gewählten Berner Politiker seit mehreren Jahren über Funktionalität, Geld und Bedürfnisse von Touristen debattieren und schliesslich im 2018 entscheiden, dass man lieber gar nichts macht.»

Ein kostenloses und freies WLAN könne mit heutiger Technologie günstig und unkompliziert eingerichtet werden. Die Stadt habe nach Ansicht der Piraten «in all den Jahren viel Geld mit Abklärungen und Evaluierungen zum Fenster rausgeschmissen».


(ct)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Venty Lator am 17.01.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Freifunk, ahoi!

    Und vorallem machen sie es richtig! Freifunk ist die beste Loesung von allen, vorallem weil da JEDER mitmachen kann!

  • Fork33 am 17.01.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    das währe ein grosser und wichtiger Schritt Richtung Zukunft

    einklappen einklappen
  • Kurt am 17.01.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Teilen macht Sinn!

    Bravo! Ein heutiger DSL Anschluss (Fiber sowieso) ist für einen Haushalt ein völliger Overkill! Leute: Teilt euer WLAN mit dem Nachbarn und spart so monatlich viel Geld!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ferdinand Blümchen am 18.01.2018 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Das es Die noch gibt?

    Die Piratenpartei soll ihr Unwesen in Deutschland treiben wo sie her kommt und soll sich aus der Schweiz verdünnisieren!

  • Annemarie Losinger am 17.01.2018 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kohli rocks

    Kohli 4 President, er wollte genau das bereits 2012!!!

  • Peter Rikenbach, SG am 17.01.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Fordere Verbot..!!

    Die grösste Bedrohung der heutigen Zeit, tausend mal grösser als alle Atombomben zusammen, ist die Anonymität im Internet. Das darf nicht länger sein...!! Sollten die Kriminellenförderer dies wirklich machen, wird das Netz nicht lange online sein. Dafür sorge ich wenns sein muss persönlich..!!

  • Denker am 17.01.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    GRING ACHE U SECKLE

    Wer braucht braucht den 2018 noch WLAN ??? Haben doch alle längst ein FLATRATE Datenabo ??? Aber die Berner wahrscheinlich nicht, da hat die Hälfte der Einwohner noch ein NOKIA 6210...

  • funky am 17.01.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    sache ist halt

    das argument dass touristen das brauchen sagen die schweizer weil sie das selber immer so in den ferien erfahren müssen. der knackpunkt ist aber dass in den meisten anderen ländern roaming inbegriffen oder sehr günstig ist. es wird nur ein schweizer problem auf die touristen projeziert weil man automatisch annimmt ihnen ergeht es so wie uns im urlaub. deswegen ist es unnötig heutztags noch damit anzufangen ein freies netz aufzubauen, ihr seid 10-15 jahre zu spät dran.

    • Pirat am 17.01.2018 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      lieber spät als nie!

      Die europäischen Touristen haben vielleicht inzwischen im Roaming inbegriffen, die anderen eher nicht. Mal davon abgesehen, nicht jeder in der Schweiz kann oder will sich eine Handyflatrate leisten. Die Lösung ist extrem günstig. Router - geschenkt, Installation - geschenkt, Internetleitung - ist schon bezahlt. Bleibt nur noch der Strom, ca. 12 CHF im Jahr. 1 Franken im Monat für so einen WLAN-Hotspot. Ich hoffe, wegen diesem Franken wollen wir nicht anfangen zu diskutieren sondern sind uns einig, dass der Mehrwert darüber liegt.

    • Super Mario am 17.01.2018 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Gerade die Touristen brauchen es

      Das Problem haben nicht nur Schweizer im Ausland, sondern insbesondere auch Touristen in der Schweiz. Das weiss ich, weil ich zur Zeit in Wien wohne und mit meiner österreichischen Nummer in der Schweiz ein Vermögen für paar MB ausgeben würde.

    einklappen einklappen