Nach Aare-Panne

13. Juli 2011 22:55; Akt: 14.07.2011 00:52 Print

Politiker sind über die Armee empört

von Sophie Reinhardt - Jetzt ist klar, warum die «Böötler» in Kiesen die Aare verlassen mussten: Soldaten übten den Brückenbau. Politiker sind empört über die schlechte Planung.

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Diese «Böötler» mussten einen halben Kilometer weit laufen.

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Am Montag übte das Militär auf der Aare bei Kiesen den Notbrückenbau. Weil dafür ein Seil über den Fluss gespannt wurde, mussten alle «Böötler» an Land. Einige Freizeitkapitäne reagierten panisch – es gab Verletzte. «Ein Boot geriet trotz der mobilen Patrouille und Schildern, die zur Auswasserung aufforderten, ins Seil», bestätigt Daniel Reist, Chef Kommunikation Heer. Dabei ist eine Person leicht verletzt worden. «Das Problem war, dass an diesem Tag viele Boote auf der Aare waren», so Reist. Darum habe es einen Stau gegeben und die Informierung sei erschwert worden.

«Das ist typisch für die Schweizer Armee» so SP-Stadträtin Tanja Walliser. Man müsse doch damit rechen, dass an einem warmen Tag viele Boote auf der Aare seien. Auch SVP-Nationalrat und Armee-Oberst Thomas Fuchs findet den Einsatz schlecht geplant. «Man hätte die Leute zwingend vorher informieren müssen.» Er fragt sich, ob die Übung überhaupt nötig war. «Man kann die Aare nicht einfach für sich reservieren», findet er.

Das Militär zeigt sich einsichtig. «In Zukunft werden wir besser informieren», so Reist. In Frage kämen Inserate in Zeitungen oder Warntafeln in Thun.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Riesen Marcel am 14.07.2011 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    militär

    tja der IQ wird ja schon lange in tär gemessen! Doktore und Professoren haben 1 Tär, Lehrer und studierte haben 1 dezitär, normale Bürger sind mit ca einem centitär gesegnet, und dann gibt es eben noch das militär. Hätte man mal die Aare über längere Zeit beobachtet, und das gehört zur WK Vorbereitung, dann wüsste man dass bei schönem Wetter eine Wand Gummibötli die Aare runter kommt und das nicht nur an Sonn und Feiertagen.

  • Schlau Meier am 14.07.2011 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    Suche: nicht befahrenen Fluss

    Am günstigsten, wo doch alle an allen Fronten am sparen sind, käme es, an einem nicht von Böötli-befahrenen Abschnitt eines Flusses zu üben. Voilà.

  • Ueli (nicht Armeegegner) am 14.07.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was könen sich die noch alles Leisten?

    Wie naiv muss ein Verantwortlicher sein, der im Hochsommer zwischen Thun und Bern eine militärische Übung auf der Aare durchführen will. Da nutzen keine Plakate die zur Auswasserung auffordern und auch keine Boote die eingreifen wenn es bereits zu spät ist. Aber gesunder Menschenverstand geht gewissen Militärs eben einfach ab. Wen wundert die immer grössere Ablehnung der Armee.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bitu am 17.07.2011 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Gibt es keine grösseren Sorgen bei uns als dieses Thema? Ich bin froh, dass die Armee übt - in den letzten Jahren waren viele Personen in der Schweiz froh über die Armee und über deren Material und Fähigkeiten. Warten wir doch mal das nächste grosse Unwetter ab, mal schauen wer dann ran muss. Brig, Einsiedeln, Lütschinental, Huttwil, Brienz, etc. sind leider schon vergessen. Oder hat sich da jemand beschwert über die gebauten Notbrücken der Armee? Das Gerät der Armee und die Soldaten am Gerät haben in den letzten 20 Jahren hunderten von Menschen in absoluter Not geholfen. Bravo!

    • Chris am 19.07.2011 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      nicht nötig

      Nur war es auf der Aare bei schönem Wetter absolut nicht nötig eine Notbrücke zu bauen, und wenn man es macht sollte man schon wissen wo man die Leute auswassern lassen will

    • Sebastian Wälti am 19.07.2011 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Gesunder Menschenverstand

      Wo das Problem ist? Wohl noch nie überlegt, was es heisst auf der Aare in ein Seil zu fahren? Das ist ja blanker Hohn, wenn man diesen Titel liest. Es geht ja nicht darum, dass sie nicht üben dürfen, oder dass man undankbar über das Material und die Einsätze ist. Aber wer macht solche Aktionen an einem heissen Ferienag auf der Aare? Ein dümmeren Zeitpunkt gibt es ja wohl kaum und es währe ja nicht so, dass es kaum Alternativen gäbe.

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  • Insel Frosch am 16.07.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Mittel

    Wie soll die Armee denn ihrem Auftrag noch gerecht werden, wenn immer weniger Geld für ihre Arbeit zur Verfügung steht? Unsere Milizarmee muss doch üben können und die WK-Tage werden nicht nach Sonnentagen geplant - und auch die Planung kostet!

  • prog am 14.07.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    War's das nun? Keine Konsequenzen?

  • Ueli (nicht Armeegegner) am 14.07.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was könen sich die noch alles Leisten?

    Wie naiv muss ein Verantwortlicher sein, der im Hochsommer zwischen Thun und Bern eine militärische Übung auf der Aare durchführen will. Da nutzen keine Plakate die zur Auswasserung auffordern und auch keine Boote die eingreifen wenn es bereits zu spät ist. Aber gesunder Menschenverstand geht gewissen Militärs eben einfach ab. Wen wundert die immer grössere Ablehnung der Armee.

    • Insel Frosch am 16.07.2011 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Mittel

      Lieber Ueli, ich frage mich, ob Du auch Militärdienst leistest? Wenn der Armee immer weitere Mittel gestrichen werden, kann ja nicht mehr alles wie früher laufen! Wenn die Armee wieder genug Mittel bekommt, kann auch wieder optimaler geplant werden.

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  • Berner Bär am 14.07.2011 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht "typisch", Frau Walliser!

    Als Offizier mit rund 1'000 Diensttagen weiss ich, dass eine solche Uebung schon weit im Voraus geplant werden muss. Dass es dann ein schöner Tag ist, ist Zufall. Ebenso weiss ich, dass es trotz Ausschreibung in Amtsblätter, Tageszeitungen und an Anschlagbrettern immer Mitbürger gibt, die Mitteilungen von offizieller Stelle aus Prinzip nicht lesen. Ich habe es erlebt, dass es Freizeitsportler gibt, die sogar eine Schiesswache umgehen und plötzlich im Zielgelände erscheinen. (Ausrede: "Nicht gesehen!") Dass es Friktionen geben kann, ist nicht "typisch für die Schweizer Armee", Frau Walliser!

    • Insel Frosch am 16.07.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Lieber Berner Bär, Dein Wort in Gottes Ohr. Offensichtlich hat Frau Walliser keine Ahnung, wie die Armee plant (siehe mein Komentar), danke für Deine ausführliche Darstellung

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