Sandbänke in Thun

18. Februar 2020 04:49; Akt: 18.02.2020 17:53 Print

Polizei pfeift Ausflügler beim Spazieren zurück

Durch die Absenkung des Thunersees sind schöne Sandbänke entstanden. Das Betreten des freigelegten Seegrunds ist mancherorts aber verboten.

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Wie jeden vierten Winter wurde auch heuer der Wasserspiegel des Thunersees gesenkt. Dies, damit etwa Ufersanierungen durchgeführt werden können. Die Sandbänke, die sich dadurch gebildet haben, ziehen momentan Ausflügler an. Sie spazieren weit in den See hinaus, Kinder bauen Steinmännchen und Hobby-Fotografen schiessen schöne Bilder.

Doch immer wieder ist jetzt die Polizei vor Ort und pfeift die Ausflügler ans Land zurück. Das Betreten der Sandbänke, die sich in einem Wasser- und Zugvogelreservat befinden, ist nämlich verboten. «Heuer wird besonders darauf geschaut, dass die hiesige Uferfläche nicht mehr betreten wird», sagt ein patrouillierender Polizist. Den Leuten, die er wegzuschicken hat, erklärt er, dass es sich hier um eine Vorschrift der Stadt und des Kantons handle – «es gilt, die Tiere den Winter über in Ruhe zu lassen.»

Kein Verbot, keine Bussen

Die Medienstelle der Kapo bestätigt die Patrouille; Bussen oder Anzeigen mussten bislang keine ausgestellt werden: «Es ist richtig, dass unsere Mitarbeitenden während der aktuellen Seeabsenkung immer wieder mal am Thunerseeuferunterwegs sind, um die Besucher auf die geltenden Regeln aufmerksam machen.» So war dies zum Beispiel auch am vergangenen Samstag der Fall. «Die Präsenz stützt sich unter anderem auch auf Rückmeldungen, die wir oder auch die Stadt Thun aus der Bevölkerung erhalten haben.»

Ein generelles Verbot, wonach das genannte Gebiet nicht betreten werden dürfte, gibt es laut der Polizei zwar nicht. Da es sich aber um ein nationales Wasser- und Zugvogelreservat handelt, gelten spezifische naturrechtliche Vorschriften. «Im konkreten Fall des Thunerseeufers besteht auch eine Beschilderung, die Besucher darauf aufmerksam macht, dass zum Schutz der Natur die freigelegten Uferflächen nicht betreten werden dürfen.»


Spaziergänger empört

Am sonnigen Wochenende zeigten sich einige der Verbannten jedoch empört: «Jahrelang hat es niemanden gestört, und jetzt plötzlich diese restriktive Praxis», sagt eine Einheimische. Laut den Polizisten hätten sich jedoch viele Anwohner beschwert, dass die bereits 1991 eingeführte Verordnung bislang nicht wirklich durchgesetzt worden sei.

(miw)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ja man kann auch alles verbieten in unserm schönen Land! – Sarah

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laimigs am 18.02.2020 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch steht nicht über allem

    Warum muss der Mensch überall seinen Fuss hinsetzen? Wir haben doch schon genug Raum eingenommen in diesem Land. Da kann man doch der Natur auch noch ein paar Rückzugsgebiete gönnen.

  • Bob65 am 18.02.2020 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    empört?

    Ich bin auch empört. Aber über die empörten Uneinsichtigen die weder das Gesetz beachten noch Verständnis und Charakter an den Tag legen.

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  • Grisu am 18.02.2020 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Endlich wird durchgegriffen. Gewissen Leuten scheint unser Natur einfach gleichgültig zu sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Du bekommst, was du verdienst am 18.02.2020 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das Übel aller Dinge...

    ... ist der Mensch. Die die jetzt hier sind wollen nicht gehen oder sich einschränken, sie wollen immer mehr und einige sehen das geht nicht so weiter und die die hier geboren wurden und ihr ganzes Leben verbracht haben sehen sich bedroht (ich auch). Doch durch die Globalisierung vermischen sich die Menschen und Ihre Mentalitäten, Sie gehen dorthin wo es Ihnen gut geht und kein grosser wiederstand ist (Schweiz, EU). Die Gesetze sollen uns nur in Schranken halten so dass keine REVOLUTION entsteht. Schlaft weiter und seht.... Ich wünsch der Erde ein Kometen Einschlag! Gesetze regeln das nicht...

  • beni am 18.02.2020 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ligisch

    der schutz der heiklen natur zonen geht vor. die menschen sind schlicht zu blöd um das zu respektieren. man sollte alle missachter hart bestrafen - dummheit hat seinen preis.

  • Wulline am 18.02.2020 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kann nicht so schwer zu verstehen sein

    Ist es so schwierig zu verstehen, dass Tiere auch mal ihre Ruhe haben müssen vor uns Menschen? Überall trampeln wir rum, zerstören und vermüllen deren Lebensraum, es ist mal genug.

  • Laila am 18.02.2020 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Dumm

    Man wird aufgrund von Tierschutz "zurückgepfiffen", muss somit nicht mal eine Busse bezahlen, aber der Spaziergänger ist empört. Ich versteh die Welt nicht mehr...

  • Rene A am 18.02.2020 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Anstandsregeln für Polizisten

    Hallo lieber Polizist, ich hätte auf dein Pfeiffen auch nicht reagiert, denn , man pfeifft einen Hind zurück.