Mit viel Geld anstehen

20. November 2018 17:22; Akt: 20.11.2018 17:23 Print

Postkunden ärgern sich über lange Wartezeiten

In der Filiale des Berner Postparcs müssen auch Geschäftskunden neu ein Ticket ziehen und sich anstellen. Das sorgt für Unmut.

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Geschäftskunden genossen im Berner Postparc bisher eine Vorzugsbehandlung: Ein eigener Schalter kümmerte sich um ihre Anliegen. So mussten die Gewerbler auch kein Nummern-Ticket ziehen, wie dies für Privatkunden üblich ist. Seit dem 1. November existiert diese Vorzugsbehandlung jedoch nicht mehr – und sorgt bei manchen Geschäftskunden der Post für rote Köpfe. So etwa bei C.S.*, der für eine kleineres KMU arbeitet: «Wenn ich die Wocheneinnahmen zum Einzahlen bringe, erwarte ich eine rasche Abwicklung.»

Mit dem neuen System sei dies nicht mehr gewährleistet. Er habe auch schon 10 Minuten und länger gewartet: «Mit 60'000 Franken in der Hand fühlt sich ohnehin jede Minute wie eine kleine Ewigkeit an.» Im Unternehmen sei man enttäuscht von der Post und man denke bereits über einen Wechsel zu einer Bank nach. «Es kann doch nicht sein, dass ich mehrere zehntausend Franken einzahlen will, aber dafür noch warten und anstehen muss», so der Berner.

Verwirrung wegen Tickets und Nichttickets

Die Schweizerische Post spricht von einer Kompromisslösung, welche seit November angewandt wird. Denn dass Geschäftskunden zum Schalter gingen ohne ein Ticket zu beziehen, habe bei manchen Kunden zu Verwirrung geführt, wie Post-Sprecherin Lea Wertheimer sagt: «Kunden mit Ticket und welche ohne Ticket standen beim Schalter an. Das führte zu Verwirrung bei all jenen Kunden, die mit Ticket auf die Bedienung warteten.»

Aus diesem Grund würden Geschäftskunden in der Filiale neu mit einem Ticket bedient. Im Untergeschoss gebe es jedoch die Möglichkeit, an einem eigenen Geschäftskundenschalter frankierte Briefe und Pakete aufzugeben – ganz ohne ein Ticket ziehen zu müssen.

Weil Einzahlungen jedoch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bedürften, könnten dort keine Einzahlungen getätigt werden, so Wertheimer. Sie erklärt: «Zurzeit entwickelt die Post eine neue, auf KMU zugeschnittene und kostendeckende Lösung für die Ablieferung von Tageseinnahmen.» Die Sprecherin betont, dass sich gemäss Statistik schweizweit die Wartezeit für Post-Kunden in 98 Prozent der Fälle unter 10 Minuten belaufe.

*Name der Redaktion bekannt

(cho)