12. April 2005 04:51; Akt: 11.04.2005 21:57 Print

Privatschüler: Eltern werfen der Stadt Diskriminierung vor

Eltern von Privatschülern sind empört: Sie zahlen die Schulbildung ihrer Kinder selbst und werden dafür von der Stadt bestraft. Denn ihre Sprösslinge müssen beim Betreuungsangebot der Ferieninseln hinten anstehen.

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«Das ist eine Diskriminierung», sagt CVP-Stadtrat Daniel Kast. Unter dem Namen Ferieninsel vergibt die Stadt Bern in den Ferien 80 Betreuungsplätze für Kinder. In den Genuss der Tagesferien kommen aber fast nur Kinder, die eine öffentliche Schule besuchen. Anmeldungen von Privatschülern werden erst kurz vor Ferienbeginn berücksichtigt – falls es noch Plätze gibt. «So lange können die Familien nicht warten», sagt Kast. «Ausserdem beteiligen sich die Eltern von Privatschülern mit ihren Steuern sowieso an den Ferieninseln.»

SP-Gemeinderätin Edith Olibet versteht die Aufregung nicht: «Die Ferieninseln decken in der unterrichtsfreien Zeit Lücken bei den Tagesschulen der Stadt ab.» Deshalb richte sich das Angebot auch primär an Kinder der städtischen Schulen. Dass Privatschüler dabei meist leer ausgehen, ist Olibet bewusst. Diskriminierend sei das aber nicht: «Es ist der Entscheid der Eltern, wenn sie ihre Kinder in privaten Schulen unterbringen wollen.»

Trotzdem: CVP-Mann Kast will nun einen politischen Vorstoss einreichen, damit alle Kinder gleich behandelt werden.

Raffaela Moresi