SVPler gegen Strassen-Rowdies

22. Dezember 2008 21:57; Akt: 23.12.2008 09:07 Print

Radar-Attrappe als rotes Tuch für Raser

von Patrick Marbach - Mit einer nachgebauten Radarfalle narrt Hans Burren Raser. Einen Autofahrer brachte dies derart auf die Palme, dass er die Attrappe zerstören wollte.

Fehler gesehen?

«Irgendwie bin ich wohl ein Revoluzzer», staunt Hans Burren (87) über sich selbst. Für die SVP sass er jahrelang im Könizer Gemeinderat, als Bauer schuftete er ein Leben lang hart. Doch dann vermiesten ihm rücksichtslose ­Raser, die haarscharf vor seinem Haus durchblochten, den wohlverdienten Ruhestand.

Eines Tages im September schulterte er deshalb seine Bockleiter, ging zur nächsten Radarfalle und nahm Mass. «Danach brauchte ich einen Monat, um den Kasten detailgetreu nachzubauen», sagt Burren. Täuschend echt sieht die Attrappe aus. Zwar kann sie kein Tempo messen, aber Burren hat ein Blitzgerät installiert, das er sogar von seinem Bett aus auslösen kann. Das wirkt Wunder: «Früher rasten Autos mit 80 statt den erlaubten 40 km/h durchs Dorf, jetzt bremsen sie», so Burren.

Doch kürzlich riss ihn lautes Krachen aus dem Schlaf. «Ich musste einen Mann vertreiben, der mit einem Beil auf meine Radarfalle einschlug», sagt Burren. Gegen solche ­Attacken hat er nun ­eine Alarmanlage eingebaut.

«Die Attrappe kann präventiven Charakter haben», sagt Ursula Stauffer von der Kantonspolizei, «sollte es wegen dem Blitz aber zu einem Unfall kommen, stellt sich die Frage des Mitverschuldens.»