Heitenried FR

18. Mai 2019 09:42; Akt: 18.05.2019 09:42 Print

Dieses Rehli entkam dem grausamen Tod nur knapp

Rehkitze fühlen sich im hohen Gras besonders wohl. Jetzt beginnen die Bauern aber mit Mähen. Im Kanton Freiburg führte dies jetzt zu gefährlichen Situationen.

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In Heitenried FR konnte vor einigen Tagen Schlimmeres verhindert werden. Estelle Portner, die sich freiwillig für die Rehkitzrettung engagiert, wurde von einem örtlichen Bauer um Hilfe gebeten. Er wollte bald mähen, doch hatte er in den Tagen zuvor ein Reh in der Nähe seines Feldes gesichtet. Der Freiburger Landwirt befürchtete, das junge Rehe würde auf dem zu mähenden Feld liegen.

Mit ihrem Hund an der Leine machte sich also Estelle Portner sofort auf den Weg zum Feld des Bauers. Akribisch suchte sie das hohe Gras nach vergrabenen Rehkitzen ab. Und tatsächlich, mitten im Feld entdeckte die Freiburgerin ein kleines, süsses Reh.

Das Tier, das nur knapp dem Tod entronnen war, wurde an den Waldrand getragen. Dabei galt höchste Vorsicht: Hautkontakt muss vermieden werden, sonst könnte das Jungtier später von seiner Mutter verstossen werden. Beim Transport hat Portner das Reh deswegen in dicken Grasbüscheln transportiert, um es ja nicht zu berühren. Die Rettungsaktion war schliesslich ein grosser Erfolg: «Die Rehmutter ist sofort gekommen und hat ihr Kitz an einen sicheren Ort gebracht», erzählt die Frau berührt.

Nicht immer geht es gut aus

Doch nur wenige Tage später ging eine ähnliche Geschichte traurig aus. Estelle Portner sah von weitem Rotmilane über einem örtlichen Feld kreisen – sie hatte den traurigen Verdacht, dass hier ein Rehkitz vermäht worden war. Vor Ort bestätigte sich die Annahme. Im hohen Gras traf sie tatsächlich auf ein totes Rehli. Wieso wurde sie nicht auch hier vorgängig aufs Feld bestellt? «Zeit- und Geldmangel der Bauern sind die Hauptprobleme, weshalb es zu solchen Unfällen kommt», erklärt Portner.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia am 18.05.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merci!

    Ein herzliches Dankeschön an den umsichtigen Bauern. Leider ist dieses Vorgehen immer noch nicht selbstverständlich.

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  • TrixF. am 18.05.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    früher....

    mein Grossvater lief jeweils die Felder vorher ab weil Rehkitze oft in solchen Feldern liegen, wo sie dann die Mutter holt

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  • Donna M. am 18.05.2019 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken bevor...

    Endlich mal ein Bauer der nachdenkt bevor er mäht. Nehmt mal alle anderen Landwirte in die Pflicht, erst nachzuschauen bevor sie an die Arbeit gehen. Früher zog man mit Geräuschbringer durch die Felder. Warum ist das heute praktisch nicht mehr der Fall? Dieses unsägliche Verhalten soll endlich gestoppt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alf. Wi am 19.05.2019 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rehkitz

    Ich persönlich mache schon seit 13 Jahren mit bei der Rehkitzrettung, und habe das Glück das sich die Landwirte bei mir melden wenn es ums Mähen geht, und das mit grossem Erfolg da es für den Bauer sehr unangenehm ist so ein Geschöpf zu verletzen, da das klagen der Verletzten Rehkitz durch Mark und Bein geht. Hier möchte ich den Landwirten danken wo es frühzeitig dem Wildhüter oder der Jägerschaft melden wenn es ums Mähen geht.

  • Eidgenossin am 19.05.2019 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wünsche Dir Glück kleines Bambi

    Ich bin überglücklich für jedes Kitz das gesehen und gerettet wird,und ich bin sehr traurig über jedes Kitz welches leider übersehen wird und nicht gerettet werden kann!

  • Bauer am Waldrand am 18.05.2019 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kitze retten! Wie?

    Am Vortag, im späten Nachmittag die Wiese mit Bänder und Plastiksäcken an Pfäle gebunden verblenden. Wenn vorhanden Blitzlampen benützen. Beim kurzfristigen Absuchen vor dem mähen gefundene Kitze mit Harras abdecken, nicht weg tragen! Drumherum mähen, danach sofort wider abdecken. Die Mutter findet so ihre Kinder schneller als wenn sie irgendwo ligen.

    • A. B. am 19.05.2019 06:31 Report Diesen Beitrag melden

      Drohneneinsatz für Kitze

      Oder den freundlichen Drohnenpiloten herbestellen ...

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  • ***Stardust*** am 18.05.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Tiere sind Lebewesen

    Zeit- und Geldmangel - es ist ja nur ein Lebewesen, da fährt man halt so übers Feld

  • Eidgenossin am 18.05.2019 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wir helfen einander

    Bei uns im Emmental dort oben wo ich wohne helfen wir uns gegenseitig und laufen die Felder ab, meine Nachbarn sind nicht in Sichtweite aber dennoch sind wir gut im Kontakt und wenn einer mähen will dann suchen wir das Gelände miteinander ab.Ich bin froh das man einander so helfen kann und so das Leben der Kitze schützen kann!