Witzwil BE

30. April 2019 04:50; Akt: 02.05.2019 15:18 Print

Reisanbau im Seeland – klappt das wirklich?

Eigentlich wächst in der Schweiz kein Nassreis. Da der Anbau jedoch Problemböden von Bauern entlasten könnte, finden derzeit Versuche im Berner Seeland statt.

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Reis gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der Welt. Und auch auf Schweizer Tellern sind die Getreidekörner eine beliebte Beilage. Dennoch ist Reis, der in der Schweiz angebaut und verarbeitet wird, nach wie vor eine Ausnahme. Das liegt vorwiegend an unserem Klima, das für den Anbau von Reis eigentlich ungeeignet ist.

Die Justizvollzugsanstalt Witzwil mit ihrem Landwirtschaftsbetrieb liegt gerade an der Grenze, an der der Anbau von Reis theoretisch noch möglich sein sollte. Seit Anfang Jahr plant man nun, auf den Äckern der Justizvollzugsanstalt gemeinsam mit den Häftlingen Nassreis anzubauen, wie die «Berner Zeitung» berichtet. «Wenn alles ideal verläuft, kann man mit einer Ernte von ungefähr drei Tonnen Reis rechnen», sagt Johannes Knöpfle vom Fachbereich Landwirtschaft in Witzwil.

Keine Nährstoffe im Boden

Damit will man sich einen eigentlichen Nachteil zunutze machen: Bauern im Seeland haben seit geraumer Zeit mit Bodenproblemen zu kämpfen. Die ursprüngliche Torfschicht hat sich zersetzt. Die Felder liegen näher am Grundwasser. Wichtige Nährstoffe verschwinden aus dem Boden. Dieser kann in der Folge kaum oder nur noch schwer bewirtschaftet werden. Der neue Nassreisanbau könnte diesem Problem entgegenwirken: Weil der Boden beim Reisanbau eine Weile unter Wasser steht, wird der Zerfall des Bodens verlangsamt oder gar gestoppt. Der Reisanbau könnte somit eine Möglichkeit sein, Problemböden von Seeländer Bauern rentabel zu bewirtschaften.

Die Idee hinter dem Versuch stammt von Hans Ramseier, Dozent an der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL). Für das Projekt suchte er einen Landwirtschaftbetrieb, der versuchsweise für fünf Jahre Nassreis anbaut. Durch den Kontakt zu seinem ehemaligen Studenten Johannes Knöpfle konnte er den Versuch an der JVA in Witzwil durchführen. «Wir bewirtschaften eine kleine Parzelle, ungefähr eine halbe Hektare, für das Projekt», sagt Knöpfle.

Die Saat ist ausgebracht

Ob der Versuch tatsächlich funktioniert, steht derzeit noch in den Sternen. «Das Projekt steht und fällt mit dem Wetter der nächsten Wochen», erklärt Knöpfle. Die Saat wurde mittlerweile ausgebracht und die Felder mit Wasser aus einem nahe liegenden Kanal vorgeflutet. Das geflutete Wasser sickert nun nach und nach ab. «Die Keimlinge sollten nun so schnell wie möglich über die Wasseroberfläche kommen», sagt Knöpfle. Das Projekt befindet sich also gerade in einer heiklen Phase. Schaffen es die Keimlinge nicht über die Wasseroberfläche, fällt das Projekt buchstäblich ins Wasser.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy Honegger am 30.04.2019 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Optionen

    Vorab: Reis anbauen kann man fast überall, die Frage ist ob er wächst. Böden verbessern kann man auch, wenn man Gras sät und mit Kühen beweidet. Durch den Verbiss wird das Gras immer wieder zum Wachstum angeregt, nimmt für das Wachstum CO2 aus der Luft und produziert nebenbei noch Humus. Pro Tonne Humus werden 1,8 Tonnen CO2 aus der Luft genommen und das O2 freigesetzt, das ist gut für die Umwelt. Die Kühe düngen die Wiesen gleich selber. Fressen Kühe nur Gras und Heu sind sie keine Klimakiller. Die Methangasmenge ist vertretbar. Methangas entsteht überall, auch beim Mensch.

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  • mafah am 30.04.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Armselig

    Da wird immer gesagt, die Bauern sollen den Boden nicht zerstören und Innovativ werden..machen sie genau das....ist auch wieder nicht gut! Seht ihr, schlussendlich kann es die Landwirtschaft heute gar nicht mehr richtig machen!

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  • Steinbock, 36 am 30.04.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Klimawandel!

    Dank der globalen Klimaerwährmung werden wir bald wohl auch heimische Mangos, Bananen und Ananas auf dem Ladentisch haben, welche dann nicht mehr eingeflogen werden müssen und dadurch CO2-Emissionen sparen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jony am 01.05.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Seeland ev. Jucker oder was?

    Und was wird das kg. Reis kosten? Wird ja unbezahlbar sein. Da schätze ich den Reis aus Südfrankreich.

  • Bärgbur am 01.05.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kingheihungel

    im Verlauf des Klimawandels ist heute alles möglich und ein Versuch könnte überraschend gute Resultate bringen ! Zudem gehören wir bis in ein paar Jahrzehnten,sowieso zum Land des Lächelns !

  • klamottenkiste am 30.04.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer.

    wie immer wenn was hergestellt wird, sei es käse aus der schaukäserei in affoltern i.e. oder eben der reis aus dem seeland. es wird ein narrenpreis verlangt. sobalds heisst; bio, oder eigenproduktion wird abgezockt.

    • Bärgbur am 01.05.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @klamottenkiste

      die Chinesen werden den Preis diktieren !

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  • Roland Kunz am 30.04.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisanbau

    Im Seeland wird schon seit 2 Jahren Reis angebaut. Und dies von einem Bauern in Schwadernau

  • Moni.I am 30.04.2019 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reis

    Wäre super der Transport sprich Container auf dem Schiff über das Meer könnte man sich sparen ökologisch gut Qualität fraglich ein Versuch.