Nach Einsatz auf Schützenmatte

09. August 2019 09:25; Akt: 09.08.2019 09:44 Print

Reitschüler beim Pizzakauf von Polizei überrascht

Am Mittwochabend nahm die Polizei mehrere Reitschüler fest. Weil sie zuvor eine Verhaftung von Dealern gefilmt hatten?

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Die Berner Kantonspolizei hat am Mittwochabend anlässlich einer Aktion gegen den Drogenhandel auf der Berner Schützenmatte vier mutmassliche Drogenhändler angehalten. Sie ging auch gegen Dritte vor, die die Einsatzkräfte filmten.

Die Mediengruppe des Berner Kulturzentrums Reitschule machte am Donnerstag diesen Polizeieinsatz zum Thema einer Medienmitteilung. Die Gruppe teilte mit, als Zivilpolizisten auf der Neubrückstrasse neben der Reitschule eine Festnahme durchgeführt hätten, habe eine Person diese Festnahme mit ihrer Kamera dokumentiert.

Amtsmissbrauch der Polizei

Als die festgenommene Person abgeführt worden sei, seien unvermittelt drei Zivilpolizisten auf die fotografierende Person zugerannt und hätten sie gegen eine Wand gedrückt. Dabei sei das Objektiv beschädigt worden. Als weitere Personen dazugekommen seien, habe die Polizei Unterstützung aufgeboten und eine weitere Person festgenommen, die sich lautstark über die Polizei beschwert habe.

Später sei ein Reitschüler beim Waisenhausplatz abseits der Schützenmatte beim Abholen einer Pizza von zwei Polizisten auf einen Posten gebracht und gefilzt worden, mit der Begründung, er habe von der Reitschule aus den Einsatz gefilmt.

Dass die Polizei den Menschen ihre Freiheit entziehe, nur weil diese ihre Arbeit dokumentierten, sei Amtsmissbrauch. Es brauche eine unabhängige Instanz zur Untersuchung von Polizeieinsätzen.

34 Gramm Kokain sichergestellt

Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte auch die Kantonspolizei eine Mitteilung zu den Geschehnissen. Im Zug der Aktion gegen den Drogenhandel seien 34 Gramm Kokain, kleine Mengen Marihuana sowie gegen 700 Franken Bargeld gefunden und sichergestellt worden. Die vier Männer würden wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

Wiederholt hätten Polizisten zudem festgestellt, dass sie gefilmt oder fotografiert worden seien. Als in diesem Zusammenhang bei der Schützenmatte die Personalien eines Mannes überprüft werden sollten, sei dieser zunächst geflüchtet. Kurz darauf habe er angehalten werden können, wobei ein weiterer Mann die Anhaltung habe verhindern wollen. Dieser habe sich den Einsatzkräften in den Weg gestellt und sie auch angegriffen. Beide Männer wurden für weitere Abklärungen auf eine Wache gebracht und müssen mit einer Anzeige rechnen.

Filmende Reitschüler auf dem Radar

Im weiteren Verlauf des Abends seien im Bereich der Polizeiwache Waisenhaus mehrere Personen gesichtet worden, die teils systematisch Aufnahmen von Polizisten oder Einsatzfahrzeugen gemacht hätten. Diese Personen hätten auch ums Areal zirkuliert.

«Entsprechend wurden die Personen kontrolliert, wobei eine Frau und ein Mann für weitergehende Abklärungen auf eine Wache mitgenommen wurden.» Dies sei deshalb geschehen, weil sie sich entweder nicht hätten ausweisen wollen oder der Verdacht bestanden habe, dass sie sich Zugang zum Polizeiareal verschafft hätten. Beide wurden nach der Kontrolle wieder entlassen.

Keine Anhaltung wegen Foto

Angesprochen auf den Vorwurf des Amtsmissbrauchs, sagte Polizei-Mediensprecherin Jolanda Egger, die Polizei halte sich grundsätzlich an die Gesetze. In der Mitteilung erläutere sie, wieso die filmenden und fotografierenden Personen angehalten worden seien.

Der Mann mit der Kamera an der Neubrückstrasse habe passiven Widerstand geleistet, nachdem er sich zuvor einer Personenkontrolle entzogen habe. Ihm stehe es frei, ein Gesuch um Staatshaftung einzureichen für den Schaden an der Kamera, die tatsächlich auf den Boden gefallen sei. Die beim Waisenhausplatz angehaltenen Personen hätten sich unter anderem nicht ausweisen wollen. In einem solchen Fall würden sich weitere Abklärungen aufdrängen. «Prinzipiell wird niemand angehalten, nur weil er oder sie fotografiert oder filmt», sagte Egger weiter. «Unsere Einsatzkräfte sind sich bewusst, dass sie im Fokus stehen.»

(sda/miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 09.08.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ärger

    Wann wird die Reitschule endlich nicht mehr mit Steuergeldern subventioniert. Jährlich 300'000 CHF und Null Dankbarkeit der Öffentlichkeit gegenüber. Fast jedes Wochenende gibt es dort ärger.

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  • Will Peter am 09.08.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unendliche Geschichte

    Schandfleck der Schweiz finanziert mit Steuergeldern.

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  • Adé merci am 09.08.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Man sollte diesen Schandfleck einfach abreisen. Es ist ein Graus...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Skorpion am 09.08.2019 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Filmen? Ja aber....

    Irgendwie nervtötend diese ewige Geldvernichtungsanlage immer in Schutz zu nehmen. Da werden von Politiker Gelder gesprochen und Polizisten in ihrer Arbeit unterbunden(bezahlt von der Bevölkerung)nur um sich den überbezahlten Posten in der Regierung zu sichern. Nebenbei sind die eigenen Herrensöhne und Töchter unter Aufsicht während der ach so wichtigen Abwesenheit der "Eltern". Wenn der Chaotentempel flächendeckend gefilmt würde um Straftaten aufzudecken, würden genau diese Leute der geschützten Rasse sofort zum Anwalt(vielleicht Mama oder Papa) rennen....

  • Robert M. am 09.08.2019 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tonalität

    Mit dem Aufnehmen von Polizisten, die ihre Arbeit machen, wollen die "Reitschüler" indirekt Druck auf den Rechtstaat ausüben. Sie hoffen, dass sie dann bevorzugt und schonender behandelt werden. Als rechtschaffener Bürger wehre ich mich für die Polizei. Solange Tonalität und Verhalten bei einer Kontrolle gegenüber den Polizisten angemessen ist, werden auch diese Menschen sich so verhalten.

  • Jaga am 09.08.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kulturzentrum?

    Kulturzentrum stelle ich mir anders vor.

  • Bürger am 09.08.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kenne beide Seiten

    Ich habe keinerlei Sympathie für diese linken Chaoten und als Polizist würden meine Nerven wohl auch blank liegen. Trotzdem hat die Polizei die zugegebenermassen schwierige aber klare Aufgabe, menschlich und gesetzlich korrekt zu agieren. Ich musste leider auch selber schon Polizisten erleben, denen vor Wut der Speichel floss. Das wird dann sehr schnell gefährlich, denn mit ein paar aggressiven Dritten, entflammt das Chaos.

  • Demonen am 09.08.2019 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chaotenschule

    Verwanzen und das ganze Areal mit Kameras überwachen. Dann müssen die "Reitschüler" auch nicht mehr selber filmen. Eine unparteiische Stelle kann ja dann das Material begutachten wenn etwas passiert.