«Touristenfalle»

10. April 2019 17:11; Akt: 10.04.2019 17:11 Print

Fahrverbot in der Schweiz wegen Rotlicht in Bukarest

Einem Schweizer wurde während der Ferien in Rumänien der Fahrausweis abgenommen, weil er angeblich ein Rotlicht übersehen hatte. Nun drohte ihm ein Fahrverbot in der Schweiz.

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Für einen Mann aus dem Kanton Freiburg war der letzte Ferienabend in Bukarest kaum zu geniessen. Zu Beginn verlief alles nach Plan: Er verbrachte den letzten Abend seiner Reise in einem Restaurant und fuhr danach mit seinem Mietauto zurück ins Hotel. Auf einmal bemerkte der Schweizer, dass er von einem Polizeiauto mit Blaulicht verfolgt wurde. Er fuhr rechts ran und wartete auf die Ordnungshüter, wie er vor Gericht ausführt.

Die zwei Polizisten hätten dem Mann vorgeworfen, bei einem Kreisel ein Rotlicht missachtet zu haben. Da er seinen Führerausweis im Hotel vergessen hatte, wurde ihm von den Polizisten seine Identitätskarte abgenommen. Einer der Polizisten soll zudem 1000 Euro von ihm verlangt haben.

Fahrverbot für einen Monat

Später im Hotel habe es dann wieder ganz anders getönt: Die Busse betrug nur noch 70 Euro, die ID erhielt der Fahrer zurück. Sein Führerausweis wurde jedoch konfisziert. In der Schweiz ging das Drama dann weiter: Das Strassenverkehrsamt forderte von dem Mann, seinen Ausweis für einen Monat abzugeben.

Der Mann wehrt sich gegen den einmonatigen Führerausweisentzug durch das Strassenverkehrsamt, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Dieses hatte den Führerausweis von der Schweizer Botschaft erhalten mit dem Hinweis, dass gegen den Lenker in Rumänien ein Fahrverbot für einen Monat verhängt worden sei.

Richter wundern sich

In der Regel wird einem der Ausweis bei einer Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz im Ausland entzogen. Jedoch nur, wenn dort ein Fahrverbot verhängt wurde und die Widerhandlung als mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist. Um diese Umstände herauszufinden, forderte das Gericht mehrere Unterlagen zum Fall. Der Sachverhalt wird in einem Schreiben der rumänischen Generalpolizei beschrieben.

Das Gericht liess die Dokumente übersetzen und kam zum Schluss, dass die Beweise nicht ausreichen, um dem Mann den Führerausweis abzunehmen. Die Richter wunderten sich zudem, dass der Lenker zuerst eine Busse von 1000 Euro in bar hätte bezahlen sollen. Der Automobilist selber spricht von einer «Touristenfalle». Der Mann durfte seinen Ausweis behalten.

(rc)