Muri bei Bern

18. Juli 2018 16:46; Akt: 18.07.2018 19:10 Print

Mädchen (8) im Wald von Kampfhund angegriffen

Ein achtjähriges Mädchen wurde am Dienstagmorgen von einem Rottweiler verletzt. Sie musste ins Spital gebracht werden. Der Hund wurde eingeschläfert.

Hündeler am Ort der Beissattacke sind betroffen. (Video: 20 Minuten)
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Ein Hund hat am Dienstagmorgen in Muri bei Bern ein achtjähriges Mädchen angefallen und gebissen. Das Kind musste von Privatpersonen ins Spital gebracht werden. Es erlitt mehrere Bissverletzungen. Wie die Kantonspolizei Bern gegenüber 20 Minuten bestätigte, wurde der Hund nach dem Angriff eingeschläfert.

Das Mädchen war mit einer Personengruppe kurz nach acht Uhr früh zu Fuss durch ein Waldstück Richtung Aareufer unterwegs. Am Ende des Waldstücks näherte sich vom Aareufer ein braun-schwarzer Rottweiler. Unvermittelt fiel er das Mädchen an, wie die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte.

Achtjährige im Wald von Kampfhund angegriffen

Die Mitglieder der Gruppe und der Hundehalter konnten schliesslich das Tier vom Kind trennen und unter Kontrolle bringen. Die Polizei hat Ermittlungen zum Vorfall aufgenommen. Zur Klärung des Unfallhergangs sucht sie Zeugen.

«Ich hoffe, dem Mädchen geht es bald wieder gut»

Am Tag nach der Attacke sind im Waldstück viele Hündeler unterwegs. Der Angriff ist bei ihnen ein grosses Thema. Hundehalterin Astrid Imer sagt im Video: «Ich habe extremes Mitgefühl mit dem Hund, aber auch mit dem Kind.» Wenn sie an die Aare gehe, müsse dieser einen Maulkorb tragen – zum Schutz des Hundes und der Mitmenschen.

Betroffen reagiert Walter Horn, Präsident des Schweizerischen Rottweilerhunde Club (SRC): «Ich habe selbst sechs Enkel und zwei Rottweiler. Ich hoffe, dem Mädchen geht es bald wieder gut.» Horn sagt, Rottweiler seien nicht aggressiver als andere Hunde: «Laut Statistiken schnappen kleinere Hunde häufiger zu. Es wäre falsch, den Unfall der Rasse anzulasten.» Probleme könne es geben, wenn Hunde aus dem Ausland importiert werden, die aus problematischer Zucht kommen. Auch empfehle er Hundehaltern Trainings.

Rottweiler gelten landläufig als «Kampfhunde». Immer wieder sorgen Beiss-Attacken für Schlagzeilen. 2009 etwa griff ein Rottweiler etwa in Schaffhausen einen Buben an und verletzte ihn schwer am Kopf. Diverse Kantone führen sie auf einer Liste, die eine Bewilligungspflicht für die Haltung voraussetzt. Der Rottweiler gehört zu den Gebrauchshunderassen und wird oft bei Polizei und Militär eingesetzt. Doch der Rottweiler kann bei entsprechender Zucht, Aufzucht und Sozialisierung auch als Familienhund gehalten werden.

(fur/miw/daw/sda)