Rache in Biel

12. November 2019 18:19; Akt: 12.11.2019 19:10 Print

Russe quält Geliebten seiner Ex-Frau fast zu Tode

Stundenlang soll ein Russe in Anwesenheit seiner Ex-Frau ihre damalige Affäre gequält und gedemütigt haben. Nun standen die beiden vor Gericht.

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Vor dem Regionalgericht Biel müssen sich ein 49-jähriger Russe und seine mittlerweile 44-jährige Ex-Frau verantworten. Gemeinsam sollen die beiden im Jahr 2015 den Ex-Liebhaber der Frau gefangen, heftig verprügelt und gequält haben, wie der «Blick» berichtete.

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Affäre dauerte über Monate hinweg

Alles soll einen Lauf genommen haben, als der Russe erfuhr, dass seine damalige Ehefrau ihn betrog. Über Monate hinweg sollen die Frau, damals Leiterin des Heilsarmee-Asylheims in Hindelbank BE, und ein Asylbewerber aus Marokko eine Affäre gehabt haben. Der Russe verlangte demnach von seiner Frau, dass sie umgehend die Beziehung beende. Zusammen sollen sie in der Folge einen niederträchtigen Plan ausgeheckt haben.

Die 44-Jährige holte laut Staatsanwaltschaft ihre Affäre in Bern mit dem Auto ab. Während dieser glaubte, sie seien allein im Auto unterwegs zur Wohnung, versteckte sich der damalige Ehemann im Kofferraum des Autos. In Lobsigen BE angekommen, wo das Paar wohnte, gingen die Frau und der Marokkaner ins Schlafzimmer und begangen sich ausziehen, als plötzlich der Ehemann der Frau hereinplatzte.

Bellen wie ein Hund

Der Marokkaner soll daraufhin gedemütigt, geschlagen, getreten worden sein – seine Rippen brachen. Der Geliebte musste der Frau laut Anklageschrift die Füsse küssen, wie ein Hund bellen und sein eigenes Blut aufwischen. Nach viereinhalb Stunden Folter soll der Mann ins Auto gesetzt worden sein, wo er flüchten konnte. «Psycho-Geschichten» nennt der Verteidiger die Aktionen des Russen.

Dieser wirkte am Montag vor Gericht kühl und desinteressiert: «Geben Sie mir einfach meine Strafe», meinte er. Seine Ex-Frau wies alle schuld von sich und schob alles dem Russen in die Schuhe.

Mann soll hinter Gitter – Frau nicht

Die Staatsanwältin verlangt für den 48-Jährigen eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Für die 44-jährige Ex-Frau sollen es 36 Monate Freiheitsstrafe sein, wovon sechs Monate unbedingt wären.

Der Anwalt des Marokkaners fordert zwölf Monate hinter Gittern für den Mann und einen Freispruch für die Frau. Das Urteil wird am Mittwoch verkündet.

(km)