Berner Krähenplage

16. September 2019 17:35; Akt: 16.09.2019 17:43 Print

SVP will Hausbesitzern Schiess-Erlaubnis erteilen

Geht es nach der Stadtberner SVP, sollen Krähen künftig abgeschossen werden – von Jägern und auch von Privaten. Doch der Gemeinderat winkt ab.

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Im Kampf gegen die Krähenplage will die Stadtberner SVP zu drastischen Mitteln greifen: Die lästigen Vögel sollen künftig abgeschossen werden. Die SVP-Stadträte Roger Mischler und Henri-Charles Beuchat fordern, dass der Berner Jägerverband die Grundeigentümer der Stadt im gezielten und fachmännischen Abschuss von Krähen instruiert.

Ausserdem soll die Stadt Prämien für erlegte Krähen zahlen. Dieser finanzielle Anreiz sei nötig, weil das Krähenschiessen für Jäger grundsätzlich eher unattraktiv sei und das Fleisch ja nicht verwertet werden könne, schreiben Mischler und Beuchat.

«unverantwortlich und nicht zielführend»

Von der Motion der beiden SVPler will der Gemeinderat aber nichts wissen. Die Idee sei «unverantwortlich und nicht zielführend». Selbst für erfahrene Jäger sei der Abschuss von Krähen nicht einfach, und generell sei das Schiessen in bewohnten Gebieten zu gefährlich.

Die Krähenplage ist in Bern ein Dauerbrenner. Vor allem im Nordquartier wird manch ein Anwohner durch den Lärm der Vögel um den Schlaf gebracht – besonders im Frühling, ehe die Jungtiere flügge sind.

Alles nützt nichts

Alle möglichen Massnahmen wurden schon ausprobiert – doch das Entfernen von Nestern blieb ebenso erfolglos wie der Baumschnitt und der Einsatz von Falken. Uhu-Attrappen haben offenbar eine gewisse Wirkung, wenn man sie regelmässig bewegt, doch schlaue Krähen durchschauen auch diesen Trick.

Im Tierpark Bern werden Saatkrähen schon heute von Jägern kontrolliert geschossen. Doch die Zahl der Nester hat sich in dieser Gegend nicht verringert, wie der Gemeinderat in seiner am Montag publizierten Antwort festhält.

Über die Motion wird der Stadtrat entscheiden müssen.

(sul/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Emmy999 am 16.09.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einbrecher

    Wieso nur für Krähen? Bin dafür, dass man auch auf Einbrecher schießen darf!

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  • Thomas am 16.09.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt noch andere Plagen.

    Und für andere Plagen dann hoffentlich auch!

  • Rolihündeler am 16.09.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müllproblem in den Griff kriegen

    Sobald man ihnen die Futterplätze nimmt werden es weniger. Abfalleimer die von den Krähen nicht geöffnet werden können, weniger Food waste und weniger Müll auf den Strassen und Plätzen könnte helfen. Aber das würde voraussetzen, dass wir unsere Gewohnheiten ändern müssten. Kaum umzusetzen. ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besser Wysser am 17.09.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Vogelscheuche

    Ursula soll sich ab und zu auf der Dachterrasse zeigen. Ganz einfach und biologisch und natürlich Vogel verscheuchen, dass wäre mal ein wirklich sozialer und brauchbarer Beitrag.

  • Bruno Stettler am 17.09.2019 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Welcher Lärm?

    In unserem Quartier hat es sehr viele Krähen, aber glaubt mir, selbst die können den völlig unnötigen Lärm der Kirchenglocken nicht übertönen.

  • Bäremani am 17.09.2019 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dipl. Kfm. HKG

    Könnte man gleichzeitig die Hausversprayer einschliessen?

  • Eduard J. Belser am 17.09.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wildwest-Partei

    Aha! Die Wildwest-Partei will, dass jeder in Wohnquartieren herumballern darf. Eine absolut unausgegorenen Schnapsidee.

    • Gero F am 17.09.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso in Wohnquartieren

      Eduard J. Belser: Wieso in Wohnquartieren? Reicht es nicht über die Wohnquartiere weg zu ballern? Oder füttern Sie die Krähen wie dei Stadtregierung oder haben Sie ein Fenster Oberhalb vom Quartier? Wenn ja dann Panzerglas einbauen Mme. Rytz die Rechnung senden und alles erledigt.

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  • Marcel Maurer am 17.09.2019 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Einsatz des "Robird" der Roboterfalke

    In Kaiseraugst hat es funktioniert. Von mehr als 200 Krähen hat es nach 3 Wochen Einsatz nur noch ca. 120 Krähen und sie halten sicht mehr im Liebrüti Quartier auf sondern im nahen Wald. Es sei bedeutend ruhig geworden und man kann endlich wieder ausschlafen sagen die Anwohner. MfG