Teure Kinder-Attraktion

07. August 2019 05:05; Akt: 07.08.2019 05:05 Print

Sandkasten soll Grenchner Alki-Problem lösen

Seit Monaten gibt es in Grenchen SO Beschwerden über Randständige auf dem Marktplatz. Die Stadt will das Problem mit einem Sandkasten lösen. «Ein Witz», sagen Kritiker.

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Für 8300 Franken hat die Stadt Grenchen auf dem Marktplatz einen Sandkasten errichten lassen, um das dortige Alki-Problem zu lösen und die Stadt attraktiver zu machen. Nicht alle sind jedoch vom Projekt begeistert.

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Marc H.* etwa will seine Kinder nicht im Sandkasten spielen lassen. «Gestern beim Vorbeilaufen habe ich auf dem Spielplatz mehrere Personen dabei beobachtet, wie sie Alkohol konsumieren», erzählt H. Auch andere Eltern wollen ihre Kinder nicht zu diesem Spielplatz bringen, so der besorgte Vater. «Ich habe Angst, dass diese Personen ihre Bierflaschen im Sandkasten zurücklassen und meine Kinder sich an den Glassplittern verletzen.» Nicht nur er hat Zweifel gegenüber dem Projekt.

«Zukünftiges Katzen- und Hundeklo»

Die Grenchner Facebook-Community reagiert auf den Sandkasten am Marktplatz mit Spott und Häme. Viele User halten den Sandkasten für einen schlechten Witz und eine unnötige Investition der Gemeinde. Andere befürchten, dass er bald als zukünftiges Katzen- bzw. Hundeklo dienen könnte. Den allermeisten sticht jedoch die enorme Summe ins Auge. Sie finden, dass die Gemeinde für diesen hohen Betrag mehr für die Kinder hätte tun können und sehen nicht ein, wie dieses Projekt Grenchen helfen sollte.

Stadtbaumeister Aquil Briggen erklärt die Kosten: «Allein der Spielbagger in der Mitte des Sandkastens kostet uns 1500 Franken.» Weitere 1000 Franken seien für Sand und Beton hinzugekommen. Der Kasten und die Abdeckung hätten 2800 Franken gekostet. Insgesamt stehe man bei 8300 Franken. «10'000 Franken wurden budgetiert, wird sind darunter geblieben», so Briggen.

«Es geht darum, den Marktplatz attraktiver zu machen»

François Scheidegger (FDP), Stadtpräsident von Grenchen, steht hinter dem Sandkasten. «Es geht darum, den Marktplatz als Ganzes attraktiver zu machen. Das war uns schon lange ein Anliegen», sagt Scheidegger. Die Stadt habe bereits verschiedene Versuche unternommen, um das Ansehen des Platzes aufzupolieren. Der Sandkasten sei der nächste Schritt und soll auch Kinder ansprechen. «Das alles ist im Sinne eines Versuchs», sagt der Stadtpräsident, «mit dem Nebeneffekt, dass die Randständigen, die Probleme verursachen, sich nicht mehr dort aufhalten werden.»

Der Fokus bei der Angelegenheit liege auf dem Marktplatz. «Der Sandkasten ist ein relativ billiges Testobjekt», sagt Scheidegger weiter. Wenn er gut ankomme, behalte man ihn, wenn nicht, komme er weg. «Wenn wir es nicht probieren, dann wissen wir auch nicht, ob es funktionieren kann», so der Stapi. Die Polizei würde nun ein noch wachsameres Auge auf den Spielplatz richten und schauen, ob die Regeln befolgt würden. Scheidegger: «Ich hoffe, dass der Sandkasten den Kindern gefällt und er Grenchen zu mehr Glanz verhelfen wird.»

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneidewind am 07.08.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hääh ?

    Ganz extrem die vielen Spielmöglichkeiten für die Kinder auf diesem Sandhaufen.

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  • seven am 07.08.2019 05:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    und zu allem anderen: die sogenannten Randständigen sind in Grenchen noch Heilige im Gegensatz zu anderen Ortschaften!

  • b. m am 07.08.2019 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    Hallo ich bin ein Bürger von Grenchen und finde Grenchen unatraktiv und langweillig die vielen investitionen die Grenchen gemacht hat ist verlorenes Geld dieser Sandkasten ist wieder ein Spiegelbild des Stadtpresidenten für nichts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Big Daddy am 08.08.2019 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnlos!

    Ja, in der Tat. Eine wahnsinnige Aufwertung unseres Marktplatzes. Hirnrissiger gehts wohl kaum noch. Nicht für viel Geld würde ich meine Enkel dort spielen lassen, inmitten dieser Alk- und Drogenszene. Aber es ist ja auch das gute Recht für unsere Stadt, für Blödsinn unnötig Geld auszugeben. Eine Glanzleistung werter Herr Stadtpräsident und Co.

  • S.J am 07.08.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Künstler

    So Etwas Interessantes xD Da Spielen Doch Noch Mehr Junkies! Besser Währe Wie Ein Wasserspiel> Amthausplatz Solothurn. So Etwas Fehlt In Grenchen... Oder wie Der Brunnen Trevi... Las Die Künstler Spielen... Würde Auch Ein Bischen Tourismus Einbringen.

  • Fabienne Waldvogel am 07.08.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämte frechheit

    Ich verstehe es nicht was so ein kleiner sandkasten es bringen sol die randständigen von dort fehrn zu halten. das bringt doch nichts. lasst sie doch dort. sie sind schliesslich auch nur menschen. Sorry aber auch die dürfen in der stadt verweilen. Ausserdem könnte der liebe her stadtpresident das geld sinvoller ausgeben. Zum Beispiel für strassen sarnierungen im lingerizquartier oder mal eine atraktion zu bauem anstatt das geld für so etwas auszugeben.

  • Silberlicht am 07.08.2019 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sollen sie sonst hin ?

    Wo sollen denn die Randständigen hin ? Gibt ja nicht wirklich eine Möglichkeit wo sie hinkönnen. Das sind immer noch Menschen !

  • ich am 07.08.2019 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tellerrand

    Denkt doch einmal über den Tellerrand hinaus. Nun ist es ein spielplatz und die Polizei kann argumentieren das auf einem kinderspielplatz kein alkohol/drogen geduldet ist und bei fehlerhaften Verhalten die fehlbaren personen vom areal verweisen. Ich finde diesen schachzug sehr clever, ausnahmsweise mal intelligente Politiker.