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14. Juli 2014 18:14; Akt: 14.07.2014 19:44 Print

Schadaugärtnerei wird zum Garten Eden für alle

von Mira Weingartner - In den nächsten fünf Jahren soll die Schadaugärtnerei in Thun für jedermann zugänglich sein. Nachdem die Stadt das Areal zurückerworben hat, plant sie nun eine Zwischennutzung.

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Ein Garten für jedermann: das Gelände der Schadaugärtnerei (Bild: Google Maps)

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Wo bis anhin wilde Pflanzen wucherten, können die Thuner bald ihre Zeit mit Grillieren und Beachvolleyball-Spielen vertreiben. Der lange Kampf um die Nutzung der Schadaugärtnerei hat nun ein vorläufiges Ende. Das Areal bietet während der nächsten fünf Jahre für alle Geschmäcker etwas: «Spannende Kultur-Events oder familiäre Geburtstagsfeste, aber auch Spiel und Sport – wir sind für alles und alle offen», sagt Jürg Alder, Sprecher der Stadt Thun.

Das 17'000 Quadratmeter grosse Areal soll ab Spätsommer der breiten Öffentlichkeit zugute kommen. Mit minimalem Aufwand wird das Gelände, das die Stadt Thun für 9,4 Millionen Franken zurückgekauft hat, zur Freizeitzone umgestaltet. Diese Umzonung erfolgt auf den Entscheid der Thuner Volksabstimmung vom letzten November.

Kunterbuntes Angebot

Insgesamt meldeten sich 66 verschiedenste Interessenten, um im Schadau ihre Ideen zu verwirklichen. So kündigte sich etwa auch der Verein «Ärdele» an, der allen Hobbygärtner die Gelegenheit bietet, ihr Gemüse und ihre Pflanzen im gemeinsamen «Urban Garden» anzupflanzen. Die Stadt Thun gibt weiter bekannt, dass sich auch eine Pilzzucht einmieten wird. Teile des Areals wird die Stadt Thun in Parkplätze umwandeln. Wer sich schliesslich definitiv einen Platz im Grünen ergattern kann, ist bis anhin noch unklar: Die Stadt Thun steht nun kurz vor den Mietverhandlungen. Eines ist für Alder aber jetzt schon sicher: «Es wird ein kunterbunter Ort.»

SVP-Stadtrat Lukas Lanzrein (25) wittert dabei ebenfalls eine Chance, dem ruhigen Thuner Nachtleben etwas mehr Leben einzuhauchen und das Freizeitangebot für die Jugendlichen aufzupeppen: «Ich werde mich bei diesem Projekt hartnäckig für die Jungen der Stadt einsetzen, die in Thun sonst oft etwas vergessen gehen.» Die temporär mietbaren Räumlichkeiten würden sich bestens eignen, Jugendliche eine Plattform für Veranstaltungen zu geben. Das Gelände werde aber sicher zu keinem Partymekka. Nur schon die Lage mitten im Wohngebiet und die schützenswerten Gebäude der Gärtnerei würden dies nicht zulassen.