Tötungsdelikte in Laupen und Zürich

13. Dezember 2019 04:53; Akt: 13.12.2019 04:53 Print

Schlägt der Mörder am 15. Dezember wieder zu?

Auch ein erneuter Zeugenaufruf hat die Ermittlungen zu den Tötungsdelikten in Zürich-Seefeld und Laupen BE nicht vorangebracht. Am Sonntag jähren sich die Morde.

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Es gibt Serientäter, die morden nach der immer gleichen Vorgehensweise, mit der selben Tatwaffe oder sie wählen sich ähnliche Opfer aus – und es gibt solche, die schlagen an immer dem selben Datum zu. Zu letzteren könnte ein Mann gehören, nach dem die Berner Kantonspolizei seit Jahren sucht.

Der Unbekannte hat vor neun Jahren, am 15. Dezember 2010, in Zürich-Seefeld eine 56-jährige Psychoanalytikern in ihrer Praxis ermordet. Auf den Tag genau fünf Jahre später fand man in Laupen BE die Leichen eines 74-Jährigen und seiner Frau (64) in ihrem gemeinsamen Haus – auch sie waren Opfer eines Tötungsdelikts geworden.

Die DNA-Spur, die ins Nichts führte

An den beiden Tatorten wurden identische DNA-Spuren sichergestellt; es handelt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um jene des Täters. Eine Kontaminierung – dass also zum Beispiel ein Forensiker an beiden Tatorten war und entsprechende DNA-Spuren hinterliess – schliessen die Ermittler aus.

Die identische DNA-Spur blieb jedoch bis heute die einzige konkrete Parallele zwischen den beiden Tötungsdelikten. Denn die Massen-DNA-Tests, die im Umfeld der beiden Tatorte durchgeführt wurden, brachten keinen Erfolg: Die gesicherte DNA-Spur konnte niemandem zugeordnet werden.

Deshalb startete die Berner Kantonspolizei im letzten März einen erneuten Zeugenaufruf und gab weitere Details bekannt – etwa, dass das Opfer aus Zürich in den 1990er Jahren in der Region Bern wohnhaft war. Zudem wies sie auf das identische Datum der beiden Tötungsdelikte hin. Aber auch dieser Aufruf blieb ohne weiterführende Erkenntnisse. Man habe aktuell nichts Neues im Fall zu kommunizieren, heisst es bei der Kapo auf Anfrage.

Identisches Opferprofil weit häufiger

Dem Forensischen Psychiater Jens Sommer ist keine Deliktserie bekannt, bei der die Opfer jeweils am gleichen Datum getötet worden sind. Ohne nähere Angaben zum Täter könne man hinsichtlich Auslösern zudem nur im Trüben fischen. «Die können von einer Traumatisierung in der Kindheit bis hin zu einer Zwangssymptomatik reichen, bei der dieses Datum eine besondere Bedeutung hat», sagt Sommer. Weitaus häufiger seien Parallelen beim Opferprofil oder der Tatortwahl. Dass sich zum Beispiel also ein Sexualstraftäter stets Frauen desselben Typs aussucht und sich am selben Ort an ihnen vergeht, weil dies seinem «inneren Script» passt, erklärt Sommer.

Während Mordserien nach Datum im realen Leben praktisch nie vorkommen, gibt es sie ab und an in Film und Literatur. Im polnischen Kriminalroman «Der Kalenderblattmörder» etwa inszeniert der Täter an bestimmten Tagen Morde, die sich in Breslau historisch ereignet haben, noch einmal in besonders grausamer Weise. Weitaus bekannter ist der amerikanische Horrorfilm «Halloween», in dem Protagonist Michael Myers als Sechsjähriger seine Schwester ermordet, nach exakt 15 Jahren aus einer psychiatrischen Klinik ausbricht und ein Blutbad anrichtet.


(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baschi M am 13.12.2019 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz, bitte ins Jahr 2019 vorrücken

    wir brauchen endlich bessere DNA-Gesetze wie es sie schon lange in z.B. Holland oder den USA gibt! dann wüssten wir, wie alt dass der Täter ist, wie er (ungefähr) aussieht, welche Haarfarbe er hat, und und und....! und dann glaubt mal bitte, dass es nicht 9 Jahre bräuchte ihn zu finden oder schlimmstenfalls noch einen Mord!!!

    einklappen einklappen
  • Krimifan am 13.12.2019 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst nächstes Jahr

    Bei 5 Jahren wird die nächste Tat wohl eher am 15.12.2020 fällig.

    einklappen einklappen
  • Uschle am 13.12.2019 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    15.Dez.

    Dann ist zu hoffen das der Täter endlich geschnappt wird. Viel Glück den Ermittler.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Babette am 13.12.2019 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinsamkeiten suchen

    Mal schauen ob die Opfer in der gleichen Schulklasse waren. Könnten noch negativ Erfahrungen der Schulzeit sein. Abschlussbälle, Klassen Zusammenkünfte.

  • Christoph Smaul am 13.12.2019 09:17 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    • K. Roche am 13.12.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Dmaul

      Und niemand checkts, gemäss den Daumen nach unten. Recht haben Sie, es wäre erst nächstes Jahr

    einklappen einklappen
  • Martin am 13.12.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    zu viele Psychos laufen frei rum!

    In den 90er stehen geblieben unsere gesamte Justiz. Auch Baden immer noch ungelöst und es gibt noch x andere Fälle.

  • Kleidi Hum am 13.12.2019 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Hause bleiben

    Na dann mal besser zu Hause bleiben am 15. Dezember.

  • Christoph Smaul am 13.12.2019 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Dieses Jahr?

    Warum denn nun bereits nach vier Jahren? Denn eigentlich müsste die Tat doch auf den 15.12.2020 fallen. Oder liege ich völlig falsch? Es ist noch früh am morgen.