Berner Oberland

30. Juli 2018 15:02; Akt: 02.08.2018 15:19 Print

Auch Schlangen geniessen Bad im Brienzersee

von Benjamin Hostettler - In Brienz hat ein Anwohner eine Würfelnatter gesichtet: Ausgerechnet dort, wo er baden gehen wollte. Nicht zum ersten Mal.

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Es schlängelt und zischt am Seeufer. «Ich wollte eigentlich baden und anschliessend fischen gehen», erzählt der Leser-Reporter Christian Gasser 20 Minuten. Dabei habe er plötzlich die Schlange auf dem Ast gesehen. «Sie war gerade dabei, einen Fisch zu verspeisen, wie man auf dem Foto erkennen kann.» Es wurde beim Hotel Brienzerburli, am Seeufer des Brienzersees, aufgenommen. Das Gebiet in Brienz ist im Sommer ein bekanntes Badegebiet und auch bei Fischern sehr beliebt.

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Haben Sie in der Schweiz schon mal eine Schlange gesehen?

«Ich sehe regelmässig Schlangen am Ufer. Vor kurzem war es zum Beispiel eine rote», berichtet der Anwohner. Am Ufer des Brienzersees fühlen sich die Reptilien offenbar besonders wohl. Das bestätigt auch Andreas Meyer, Leiter Fachbereich Reptilien der Koordinationssstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (Karch). «Bei der betreffenden Schlange handelt es sich um eine Würfelnatter. Vor allem am Brienzersee und Bielersee ist sie verbreitet. Die Schlange kam in den 1920er-Jahren in die Schweiz und ernährt sich vor allem von Fischen in Ufernähe.»

Schlangen im Berner Oberland

«Letzter Todesfall im Jahr 1961»

Der Anblick von Schlangen macht nach wie vor vielen Menschen grosse Angst. Diese kann ihnen Meyer nicht nehmen, aber in Bezug auf die Gefahr kann er Entwarnung geben. «In der Schweiz gibt es zwei Schlangenarten (Aspisviper und Kreuzotter), die als Giftschlangen klassifiziert werden. Der letzte Todesfall in der Schweiz durch Schlangen ereignete sich jedoch im Jahr 1961.»

Im vorliegenden Fall präsentiert sich die Lage am Brienzersee noch entspannter. «Würfelnattern sind für den Menschen völlig harmlos. Auch bei einer Berührung würden sie nicht beissen und einen angreifen.»

In der Schweiz häufen sich Berichte von Menschen, die Schlangen gesehen haben. Diese Entwicklung hat für Meyer aber einen einfachen Grund. «Heutzutage halten sich die Menschen viel öfter am Wasser auf als früher. Die Schlangenpopulation in der Schweiz ist seit Jahren konstant.»

«Drei Meter Abstand halten»

Der Leser-Reporter wird auch künftig an der betreffenden Stelle baden gehen. «Ich habe keine Angst vor diesen Schlangen. Etwas Mühe hätte ich, wenn sie direkt neben meinem Kopf schwimmen würden.» Diese Situation könnte laut Andreas Meyer durchaus eintreffe. Gewisse Verhaltenstipps im Umgang mit Schlangen hat er nicht. Aber: «Einen gewissen Abstand von drei Metern sollte man im Idealfall einhalten.» Jedoch müsse man sich in Schweizer Gewässern ohnehin keine Sorgen machen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ursula am 30.07.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstand

    Der Tipp mit dem Abstand halten ist suuuuper. Als ich letztes Jahr in der Emme badete, hat sich eine Ringelnatter um mein Bein gewickelt. Mit einer Schlangenphobie ist das toll. Aber sie hat zum Glück schnell gemerkt das das ein Mensch war und ist wieder weggeschwommen. Und ich aus dem Wasser;-)))

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  • Slytherin am 30.07.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Harmlos

    Würfelnattern sind völlig harmlos. Sie suchen normal das Weite bevor man sie überhaupt bemerkt und auch sonst beissen sie nicht. Sie sondern bloss ein stinkendes Sekret als Verteidigung ab ;-)

  • Scherenschleifer am 30.07.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Äskulapnattern

    Ich hatte in Schaffhausen in der Nähe des Waldfriedhofes eine Äskulapnatter gesichtet, es ist kaum fassbar dass man heimische Schlangen überhaupt sichtet. Auch im Rhein sieht man manchmal Ringelnatter schwimmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alysa Schwimmerin am 31.07.2018 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ringelnattern im Burgseeli

    Im Burgseeli in Goldswil-Ringgenberg schwimmen seit jeher Ringelnattern. Es ist ein wunderbarer Anblick und schön zu wissen, dass die Natur trotz Badeanlage und vielen Schwimmern ihren Platz behaupten kann. Dank umsichtiger Planung und striktem Einfordern von Naturschutzregeln funktioniert das Nebeneinander im und beim "Fuleseeli" gut. Nebst Schlangen und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten leben übeigens auch die gefährdeten Edelkrebse im Burgseeli. Ich bade seit über 40 Jahren im Moorseeli und geniesse meinen Platz in der Hierarchie weit unter Schlangen und Krebsen.

  • Navigator am 30.07.2018 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Schlangen tragen viel dazu bei, dass Menschen wieder gesund werden, derer Gift, Arzneimittel etc., nicht ohne Grund existieren diese Kreaturen, und nicht ohne Grund werden viele Schlange vom Gesetz geschützt, dass man sie nicht töten darf, was ist mit all andere Tiere die medizinisch nutzlos sind? Alle werden abgeschlachtet, wo ist das die Gerechtigkeit? Ich selber fürchte mich vor Schlangen, liebe jedoch alles was lebt

  • Realo am 30.07.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mittlerweile halten sich die

    Menschen so ziemlich überall viel öfter auf als früher, nicht bloß am Wasser. Weshalb wohl?

  • Paddlerin am 30.07.2018 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch am/im Thunersee...

    ...gibt es diese faszinierende Tierchen. Letzten Sommer paddelte ich mit meinem Brett gemütlich vor mich hin, als ich plötzlich neben mir etwas bemerkte. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass es eine Ringelnatter war, welche wohl etwas zu faul zum schwimmen war und deshalb unbedingt auf mein Board klettern wollte. Mein Kollege hat sich dann erbarmt und die Kleine zu sich auf's Brett genommen, bis wir im Gwatt wieder am Ufer waren. Dort liess sich das faule Ding dann wieder ins Wasser gleiten umd verschwand im Schilf. :)

    • Gero F am 02.08.2018 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Genau am Thunersee

      Schade war das Handy nicht dabei um Fotos zu machen....

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  • üzgür am 30.07.2018 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    gestern beim wandern Richtung gumfluh haben wir 1/2 Meter neben dem weg eine viper gesehen.