Bern

25. April 2019 14:07; Akt: 25.04.2019 14:38 Print

Vandalen verschmieren erneut «Bonzenklotz»

Das Gebäude auf dem Serini-Areal wurde letzte Nacht einmal mehr Opfer einer Sprayer-Attacke. Ein in der Lorraine wohnhafter SP-Politiker kritisiert die Angriffe.

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In der Nacht auf Donnerstag haben Vandalen zum wiederholten Male das Parterre des Wohn- und Geschäftshauses auf dem Serini-Areal beschmiert. Auf allen Seiten wurde die Glasfront mit verschiedenfarbigen Sprayereien verunstaltet. Von den beiden Überwachungskameras liessen sich die Täter nicht abschrecken.

Den Schmierereien fügten sie ein Bekennerschreiben bei. Man wolle ein Zeichen setzen «gegen Aufwertung, Verdrängung von ärmeren Menschen und zugezogene Yuppies». Das betroffene Gebäude, das die Urheber als «eintönigen Bonzenklotz» betiteln, sei ein Paradebeispiel für die Gentrifizierung.

Bereits im letzten Januar wurde die Fassade mit braunen Farbbeuteln beworfen. Seit 2013 gibt es im Quartier immer wieder Farbattacken.

«Einfach die Nase zuvorderst»

Im Erdgeschoss des Gebäudes an der Lorrainestrasse 25 befindet sich ein Showroom für Designer-Produkte. Die wiederholten Vandalenakte seien ein Problem, sagt ein Mitarbeiter. Allerdings gehe es dabei nicht per se um sein Geschäft. «Wir haben einfach die Nase zuvorderst», sagt er. Weiter wollte er sich nicht äussern. Die Gebäudeeigentümerin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

SP-Stadtrat Johannes Wartenweiler, der direkt hinter dem versprayten Gebäude wohnt, kritisiert die Angriffe: «Das ist keine sinnvolle Art, gegen die Gentrifizierung vorzugehen.» Die Kritik hinter den Anschlägen teile er aber: Mehr und mehr Quartiere würden aufgewertet, langjährige Bewohner würden verschwinden. Dagegen gebe es langfristig nur ein probates Mittel: Bodenspekulationen müssten gebremst, Wohnungen dürften nicht endlos verteuert werden, so Wartenweiler.

Die Berner Kantonspolizei erhielt bereits in der Nacht eine Meldung zum Vorfall. Eine Patrouille rückte umgehend aus, konnte vor Ort aber keine Personen mehr antreffen, wie Sprecher Dominik Jäggi auf Anfrage sagt. Weitere Abklärungen wurden aufgenommen.

(sul)