Polizei ermittelt

25. Februar 2019 11:01; Akt: 25.02.2019 11:01 Print

Räuber gefasst – aber wo ist der Goldschmuck?

Ende Dezember 2017 wurde in Bern ein Bijouteriegeschäft überfallen. Die Täter sind gefasst, vom Goldschmuck fehlt aber noch jede Spur.

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Es geschah im Dezember 2017, kurz nach Weihnachten: Der 76-jährige Inhaber eines Pfandleih- und Bijouteriegeschäfts war am Nachmittag allein in seinem Betrieb, als er von einem unbekannten Mann überfallen, mit massiver Körpergewalt angegriffen, niedergeschlagen und schliesslich gefesselt wurde.

Anschliessend plünderte der Täter den Laden. Mit zwei Taschen, gefüllt mit Goldschmuck im Wert von mehreren hunderttausend Franken, verliess er das Lokal. Das Opfer liess er in schwer verletztem Zustand zurück. Der Ladenbesitzer wurde erst tags darauf in kritischem Zustand aufgefunden. Der Mann muss mit bleibenden Gesundheitsschäden rechnen.

«Äusserst aufwändige Ermittlungen»

Wie die regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Kantonspolizei Bern am Montag mitteilen, konnte mittlerweile die mutmassliche Täterschaft – «nach äusserst aufwändigen Ermittlungen» – gefasst werden. Es handelt sich um eine Gruppierung von insgesamt fünf Personen. Vier Männer im Alter zwischen 21 und 28 Jahren, denen die Planung und Vorbereitung der Tat vorgeworfen wird, konnten im Frühling 2018 in der Schweiz angehalten werden. Sie befanden sich in der Folge allesamt mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Die Suche nach dem Haupttäter habe sich noch schwieriger gestaltet, da dieser die Schweiz unmittelbar nach dem Raubüberfall verlassen hatte, heisst es weiter in der Mitteilung. Im Zuge einer intensiven Personenfahndung im In- und Ausland und durch die enge Zusammenarbeit mit den Kölner Behörden gelang es schliesslich, den Haupttäter in Deutschland anzuhalten. Es handelt sich dabei um einen 33-jährigen ukrainischen Staatsangehörigen. Dieser wurde nach einem mehrmonatigen Auslieferungsverfahren im Herbst 2018 in die Schweiz überstellt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Vier sind geständig – nur der Haupttäter nicht

Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass ein Teil der Tätergruppierung vor dem Raubüberfall auch mehrere Einbruchdiebstähle im Raum Bern-Bümpliz begangen haben dürfte.

Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat nun Anklage erhoben. Die fünf beschuldigten Männer werden sich für ihre Taten vor der Justiz verantworten müssen. Die vier im Kanton Bern wohnhaften Tatverdächtigen sind im Gegensatz zum mutmasslichen Haupttäter teilweise geständig.

Die Beute aus dem Raubüberfall ist bis heute unauffindbar geblieben. Nach den bisherigen Erkenntnissen dürfte zumindest ein Teil des Goldschmucks im Raum Zürich verkauft worden
sein. Entsprechende Ermittlungen vor Ort laufen auf Hochtouren.


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