Maibummel mit Folgen

14. Mai 2014 17:00; Akt: 14.05.2014 17:36 Print

Schüler spielt mit Schlange – 1 Woche Spital

von Thomas Kohler - Für einen Neuntklässler einer Bieler Schule endete der Maibummel im Krankenhaus. Er hob eine Aspisviper auf – diese biss ihm in die Hand.

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Die Hand des Schülers schwoll nach dem Biss stark an. (Bild: Lesereporter)

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Böses Ende des Maibummels einer 9. Klasse aus Biel: Bei der Erkundung des Jura-Südfusses wurde ein Schüler von einer giftigen Aspisviper in die Hand gebissen.

Die Schlange griff aber nicht von sich aus an: Schüler hatten das Tier vom Boden aufgehoben und mit ihr gespielt. «Der Vorfall ereignete sich kurz vor der Bahnstation Magglingen», erzählt Sportlehrer Pascal Georg. Ein Schüler habe die Schlange entdeckt und sie in die Hand genommen. «Da er bereits einige Erfahrung mit Reptilien hatte, bewegte er seine Hand ruhig und liess die Schlange zwischen seinen Finger durchgleiten», erklärt Georg. Als er jedoch die Schlange einem Klassenfreund weitergegeben habe, sei diese erschrocken und habe ihn in die Hand gebissen. Die Hand des Schülers schwoll daraufhin stark an und er musste notfallmässig ins Spital. Dort wurde er eine Woche beaufsichtigt. «Der betroffene Schüler hatte zwei Tage lang keine Stimme mehr», so Georg. «Er ist nun wieder zurück an der Schule, muss seinen Arm aber mittels einer Schiene ruhig halten», sagt Georg.

Kein Todesfall seit 40 Jahren

Christine Rauber-Lüthy, leitende Ärztin des toxikologischen Informationszentrums in Zürich, bemängelt das Verhalten der Schüler: «Schlangen beissen nur zu, wenn sie sich in Gefahr wähnen. Wichtig ist es, der Schlange Gelegenheit zu geben, sich zurückzuziehen.» Bei Schlangen in der Schweiz sollte man immer vorsichtig sein, so Rauber-Lüthy, denn es sei schwierig zu erkennen, ob es sich um eine giftige oder harmlose Schlange handle. So hätten Giftschlangen Spaltpupillen, während die ungiftigen Artgenossen runde Pupillen haben.

«An einem Vipernbiss stirbt man nicht», beruhigt Rauber-Lüthy jedoch, «in den letzten 40 Jahren hat es in der Schweiz keinen Todesfall durch Schlangebiss mehr gegeben.» Es sei jedoch extrem wichtig, nach einem Biss die betroffenen Gliedmassen ruhig zu halten. So könne vermieden werden, dass sich das Gift im Körper verteilen kann.

Nebst der Aspisviper gibt es mit der Kreuzotter noch eine weitere giftige Schlange in der Schweiz. «Am Jura-Südfuss ist aber nur die Aspisviper beheimatet», erklärt Rauber-Lüthy. Dies weiss auch der dort ansässige Sekundarlehrer Georg: «Meine Nachbarin wurde ebenfalls von einer Viper gebissen. Dabei schwoll ihr ganzer Arm an.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gsundäMänschevrstand am 14.05.2014 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildtiere

    bleiben nunmal Wildtiere und man spielt mit denen nicht rum! lernt was sowas denn nicht?

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  • Meyer am 14.05.2014 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Erkennungszeichen kann trügerisch sein

    Das mit der Spaltpupille ist so eine Sache. In der Schweiz haben tatsächlich einheimische giftige Schlangen geschlitzte Pupillen, aber es gibt weltweit auch sehr giftige Schlangen mit runden Pupillen. Es kann ein solches Tier illegal ausgesetzt worden sein. Deshalb: Vorsicht ist sehr angebracht. PS: Giftige Schlangen haben immer mehrere Schuppenreihen zwischen dem Auge und der Lippe, ungiftige nur eine Reihe, nur muss manchmal sehr nahe sein um das zu sehen...... :-)

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  • Patri Ot am 14.05.2014 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kennste diese Schlange?

    Wir mussten oder durften noch in der Schule lernen welche einheimischen Schlangen sich am Jura rumschlängeln.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gini Gui am 15.05.2014 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Strassen im Alpstein??

    @ Markus Lauener Wo bitte hats am Rotsteinpass eine Strasse?

  • Rednose am 14.05.2014 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Naturverständnis

    Dieses Beispiel zeigt wie fern viele Menschen vom Naturverständnis sind. Man will, darf, soll Alles haben

  • Sherlock am 14.05.2014 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlangenbiss

    Seine Hand ist sicher angeschwollen

  • Wayne Juckts am 14.05.2014 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gut ...

    ... kann man sich mit Reptilien auskennen wenn man noch nicht mal eine Viper von einer Natter unterscheiden kann? Jedenfalls hat die ganze Klasse was gelernt; Wenn Du nicht weisst, was es ist, lass die Finger davon.

  • Markus Lauener am 14.05.2014 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glückspilz

    Ich musste 58 Jahre alt werden, bis ich zum ersten Mal in der Schweiz eine lebendige Giftschlange (Kreuzotter) in freier Natur sah: beim Aufstieg zum Rotsteinpass (AI). Distanz ca. 3 Meter. Da sie mich nicht als Nager identifizieren konnte, gleitete sie elegant von der Strasse weg ins Gras. Mit dem Foti war ich leider zu langsam :-(