Toter aus Schwarzenburg BE

02. Oktober 2018 17:24; Akt: 04.10.2018 21:59 Print

Wurde Mann (55) von der eigenen Freundin getötet?

Beim Verstorbenen in Schwarzenburg BE handelt es sich um einen 55-jährigen Schweizer. Nachbarn beschreiben ihn als intelligent und eigenartig.

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Im bernischen Schwarzenburg ist am Montagabend ein 55-jähriger Schweizer verstorben. Die Polizei schliesst ein Gewaltdelikt nicht aus. Eine in der Wohnung anwesende Frau wurde vorläufig festgenommen.

20 Minuten weiss: Beim Opfer handelt es sich um einen Mann*, der seit einigen Jahren im Mehrfamilienhaus am Mühlegässli wohnte. Er wird von mehreren Anwohnern als freundlicher und eigenartiger Typ beschrieben. Oft habe man den Mann, der offenbar keiner geregelten Erwerbstätigkeit nachging, tagsüber durch das Dorf spazieren sehen. «Er hat wildfremde Menschen auf der Strasse angequatscht», sagt ein junger Mann aus dem benachbarten Wohnblock. «Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Ich glaube, er litt an einer psychischen Störung.»

Aussetzer in Gesprächen

Diesen Eindruck teilt Jürg Vontobel , der eine Querstrasse weiter oben wohnt. «Er verbrachte vor kurzem einige Monate in einer psychiatrischen Anstalt.» Zugleich habe er «einiges auf dem Kasten» gehabt. «Er war hochintelligent.»

Laut eigenen Angaben führte Vontobel mit dem Verstorbenen «drei- bis viermal pro Jahr interessante Diskussionen». Zwischendurch sei ihm aber aufgefallen, dass sein Gesprächspartner vom Thema «abdrifte» und Aussetzer habe.

Anwohner Jürg Vontobel spricht über Opfer

Wie aus der Nachbarschaft weiter zu vernehmen ist, pflegte das Opfer einen regen Partnerwechsel. «Ich habe ihn immer wieder mit neuen jungen Frauen gesehen», sagt eine ältere Frau. Darunter seien auch solche aus Osteuropa gewesen. «Die momentane Freundin war ebenfalls um einiges jünger als er», so die Anwohnerin. Laut Aussagen der Nachbarn handelt es sich dabei um jene Frau, die von der Polizei abgeführt wurde.

Wenig über Freundin bekannt

Ob die beiden zusammen wohnten, wissen selbst die Bewohner des Mehrfamilienhauses nicht. «Ich habe die Freundin nur selten zu Gesicht bekommen», sagt eine Frau, die einen Stock unterhalb des Tatortes wohnt. Konflikte sind den Nachbarn keine aufgefallen. «Ich habe die beiden sogar einmal turtelnd auf dem Balkon gesehen», sagt eine Mutter aus dem Nachbarsblock.

Ausser Zweifel steht indes, dass die finanzielle Lage des Opfers prekär war: Ein Blick in die rechtlichen Inkassodaten zeigt, dass er unzählige Betreibungen am Hals hatte.

*Name der Redaktion

(sul)