Happy End in Kirchlindach BE

24. Februar 2019 16:28; Akt: 24.02.2019 16:44 Print

Säuli von Gnadenhof dürfen weiterleben

Nach der Kündigung des Stalls drohte den Schweinen der Arche Samar der Tod. Nun ist Rettung in Sicht: Zahlreiche Höfe haben sich zur Aufnahme der Tiere bereit erklärt.

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Noch vor wenigen Tagen waren die Aussichten für die Arche Samar düster: Den 12 Schweinen (eines ist zwischenzeitlich verstorben), zwei Kühen und der Ziege auf dem Gnadenhof im bernischen Kirchlindach drohte die Einschläferung. Die Bauernfamilie, bei der die Tierschützer momentan noch eingemietet sind, hatte dem Verein per Ende Februar gekündigt. Über Monate suchte der Verein nach einem neuen Zuhause für die alten und zum Teil kranken Vierbeiner – ohne Erfolg.

Nun zeichnet sich im Tierasyl-Drama doch noch ein Happy End ab. «Im Moment sieht es danach aus, als hätten wir ausreichend passende Plätze für die Tiere gefunden», sagt Julia Truttmann vom Vorstand Arche Samar auf Anfrage von 20 Minuten. Nach einem letzten verzweifelten Aufruf auf Facebook Mitte Februar seien zahlreiche Angebote eingegangen. «Sogar aus den Kantonen Thurgau und Zürich haben sich Menschen gemeldet, die helfen wollen», so die Tierschützerin.

Glaube war bereits erloschen

Nun laufen bei der Arche Samar die Abklärungen, welche Höfe am besten geeignet sind, etwa hinsichtlich Pflege der Tiere, und wie man Tulpe, Nüssli und Co. verteilen will. Voraussichtlich wird eine Vierergruppe auf einem Hof in Hägendorf SO untergebracht, zwei weitere Schweine im bernischen Ortschwaben, das gleich neben Kirchlindach liegt. Bisher haben die Schweine zu zweit in ihren Gehegen gelebt. «Uns ist wichtig, dass diese Paare zusammenbleiben», sagt Truttmann.

Dass die gebrechlichen Tierrentner weiterleben können, sorgte beim Verein für grosse Erleichterung. «Wir waren zuletzt recht verzweifelt und glaubten nicht mehr an ein gutes Ende», gesteht die Tierfreundin. Kleiner Wermutstropfen: Weil die Mitglieder der Arche Samar künftig nicht mehr für die Betreuung zuständig sind, werden sie ihre Lieblinge nicht mehr regelmässig sehen. «Das stimmt uns natürlich etwas traurig.»


20 Minuten besuchte die Arche Samar im letzten Dezember.

Die Kosten für Miete und Unterhalt dürften sich in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie im alten Domizil. «Den Personen, die sich gemeldet haben, geht es vor allem um das Tierwohl und nicht darum, an den Tieren zu verdienen», sagt Truttmann. Nichtsdestotrotz sei man weiter auf der Suche nach Paten für die Tiere, um deren Finanzierung langfristig zu sichern.

Lassen sich alle Tiere transportieren?

Zur Herausforderung könnte der Verlad und Transport der grossen und schweren Tiere werden. «Daran sind sie sich nicht gewohnt. Und wenn eines bockig ist, dann bringt man es nicht einfach mit Körperkraft vom Fleck», sagt Truttmann. Man wolle die Tiere möglichst schonend verladen, ohne sie zu treiben.

Ein Grossteil der Schweine leidet unter gesundheitlichen Problemen. Viele kamen einst aufgrund von Krankheiten im Ferkelalter in die Arche und sind mittlerweile zwischen fünf und neun Jahre alt – viel älter, als Schweine normalerweise werden. Zum Vergleich: In der Intensivtierhaltung beträgt die Lebenserwartung einer Sau laut Angaben der Tierschutzorganisation Vier Pfoten weniger als drei Jahre, die eines Mastschweins gar nur sechs bis sieben Monate.

Der Landwirt in Kirchlindach hat den Tierschützern eine Verlängerung bis zum 10. März gewährt. Bis dahin muss der Stall feinsäuberlich übergeben werden. Viel Zeit für die Umplatzierung der Tiere bleibt Truttmann und Co. also nicht mehr.


(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Altstetter am 24.02.2019 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Dann bekommen die Grunzer doch noch zum verdienten Ruhstand.

  • Mara am 24.02.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Tierfreundin

    Mich als Tierfreundin stimmt das sehr glüklich. Das die Tiere ein neues Zuhause gefunden haben. Hoffe sie überstehen alles gut. Gibt doch noch gute Menschen danke.

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  • Elfe am 24.02.2019 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Guten

    Es ist schön, wenn sich alles zum Guten wendet. Aber doch eine Umstellung für Mensch und Tier. Alles Gute für Alle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr am 10.03.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

    mässig sinnvoll ich habe sicher nichts dagegen wenn jemand Tiere aus Freude hält (Haustiere) sich deswegen als Weltretter aufzuspielen ist jedoch sachlich völlig daneben. Die angeblichen Tierrettungen unterstellen ja allen Haltern von Nutztieren etwas schlechtes zu tun somit unterscheidet sich Samar nicht von all den radikalen fragwürdigen Tierschutzorganisationen. Das sie jemanden gefunden haben der ihnen einen Stall verpachtet mag ich ihnen dennoch gönnen.

  • Monika am 25.02.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Habe auch Tiere

    Das was diese Tierschützer der Arche Samar hier betreiben har meiner Ansicht nach nichts mehr mit Tierwohl zu tun.

  • Anita am 25.02.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Super ich freue mich

    Das freut mich dass sie es schön haben können.

  • sepp am 25.02.2019 03:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Appetit

    Jetzt habe ich Lust auf ein Schweinssteak vom Grill bekommen.

    • Amanda Panda am 25.02.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Wooow

      So ein origineller und witziger Kommentar! Gratuliere!

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  • Der Feinschmecker am 25.02.2019 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles zu seiner Zeit

    Ich habe jungen Sauen zum fressen gern. Den alten mag ich einen ruhigen Lebensabend gönnen.

    • Räber Michi am 25.02.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      Salami

      und aus den alten kannst du Salami machen. Geht bessre, weil das Fleisch fester ist und die Salami weniger schrumpft.

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