Für zwei Wunder verantwortlich

13. Oktober 2019 15:59; Akt: 13.10.2019 22:37 Print

Schweizer Schneiderin von Papst heiliggesprochen

Marguerite Bays, eine Schneiderin aus dem Kanton Freiburg, ist von Papst Franziskus heiliggesprochen worden. Sie ist erst die dritte Schweizerin, der diese Weihe zuteil wird.

Zusammen mit vier weiteren Personen wurde am Sonntag Marguerite Bays, eine Schneiderin aus dem Kanton Freiburg, vom Papst heilig gesprochen (Video: SDA).
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Papst Franziskus hat am Sonntag Marguerite Bays aus Siviriez FR heiliggesprochen. Rund 300 Pilgerinnen und Pilger aus der Schweiz hatten sich für die offizielle Wallfahrt nach Rom angemeldet. Als offizielle Bundesvertreterin nahm Justizministerin Karin Keller-Sutter an Zeremonie teil.

Gläubige Zuhörerin und Ratgeberin

Die Schneiderin Bays, die am 8. September 1815 in einem Weiler im Glâne-Bezirk geboren wurde, zeichnete sich schon früh durch ihre besondere Gläubigkeit aus sowie ihre Gabe, Ratschläge zu erteilen. Sie wurde zu Kranken gerufen und zu Sterbenden, die ihr ihre Sorgen anvertrauten. Sie beschenkte die Allerärmsten.

Als Katechetin vor ihrer Zeit habe sie Kinder in der Liebe zu Gott unterwiesen, schreibt das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg. Die von einer Krankheit auf wundersame Weise genesene Marguerite Bays trug die Male Christi bis zu ihrem Tod am 27. Juni 1879.

Zwei Wunder

Bays war bereits 1995 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden für ein Wunder, das sich in den 1940er-Jahren zugetragen haben soll. Ein Bergsteiger soll bei einem Kletterunfall in den Berner Alpen in einem Stossgebet die Mystikerin angerufen haben. Darauf sei das Seil gerissen, mit dem er an seine in die Tiefe stürzenden Bergkameraden gebunden war. Der Mann blieb unverletzt.

Für den 2014 aufgenommenen Prozess der Heiligsprechung wurde ein weiteres Wunder von 1998 in Siviriez untersucht. Demnach war 1998 ein zweijähriges Mädchen von einem Traktor gefallen und unter die Räder geraten. Der Grossvater, der den Vorall mitbekommen hatte, rief im Gebet Marguerite Bays an und brachte das Mädchen ins Spital.

Dritte Schweizer Heilige

Dort stellten die Ärzte fest, dass das Mädchen vollkommen unverletzt war. Im Januar hatte Papst Franziskus die Anerkennung dieses ebenfalls Marguerite Bays zugeschriebenen Wunders erlassen. Das öffnete die Tür zur Heiligsprechung.

Nach Niklaus von der Flüe (1417–1487) und der Kapuzinerin und Missionsschwester Maria Bernarda Bütler (1848–1924) ist Bays die dritte aus der Schweiz stammende Heilige, wie die Website Kath.ch im Zusammenhang mit der Heiligsprechung meldet. Neben Bays wurden an der Messe am Sonntag vier weitere Personen für heilig erklärt.

(sul/sda)