Bern

09. Februar 2011 23:03; Akt: 09.02.2011 23:07 Print

Schweizerhof: Zoff auf Grossbaustelle

von Bigna Silberschmidt/PEC - Skandalöse Zustände auf der Baustelle des Berner Luxushotels Schweizerhof: Firmen ziehen offenbar ab, weil sie ihr Geld nicht erhalten, und Deutsche arbeiten für Dumpinglöhne.

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Baustelle Schweizerhof: Hinter der Fassade brodelt es. (pec)

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Gehämmert, geschraubt und verputzt wird auf der Grossbaustelle des Berner Prestigehotels Schweizerhof seit Monaten. Doch nun bröckelt die Fassade gewaltig: Nach einer Baustellenkontrolle leiteten die Unia und die Kantonale Arbeitsmarktkommission gegen mehrere deutsche Maler-, Gipser- und Schreinergeschäfte Verfahren ein. «Wir vermuten, dass ihre Arbeiter zu Dumpinglöhnen schuften», so Unia-Gewerkschafter Corrado Pardini. Ein Teil der Firmen sei mittlerweile abgezogen.

Staub wirbelt aber auch der Schweizerhof selbst auf: Laut Nachbarn und Büezern haben mehrere lokale Firmen dem Hotel die Verträge gekündigt oder Teile ihrer Baustellencrews zurückgezogen, weil die Zustände chaotisch waren und Rechnungen nicht bezahlt wurden. Die für die Zahlungen zuständige Bauherrschaft QDHP Swiss ­Management, die Scheichs aus ­Katar gehört, will diese Vorwürfe nicht bestätigen. Sprecher Ronald Joho sagt nur: «Auf Grossbaustellen gibt es immer Dinge, die nicht optimal laufen.» Bei der Bauleitung Spörri Graf Partner tönt es konkreter: «Internationale Auftraggeber haben längere Zahlungsfristen. Da stossen einige Unternehmer an ihre Grenzen», so Inhaber Leo Graf. Der Schweizerhof-Konflikt gärt schon seit letztem Sommer, als sich die Besitzer von der ursprünglichen Genfer Bauleitung trennten. Der Luxustempel soll dennoch wie geplant Ende Mai wiedereröffnet werden.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 09.02.2011 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    "Selber schuld!"

    Die Gewerkschaften haben Seite an Seite mit der SP - zusammen auch mit CVP und FDP - für die Personenfreizügigkeit gekämpft. Sie sind auf all die leeren Versprechen bezüglich Ventilklausel und flankierende Massnahmen hereingefallen. Die Dumping-Löhne sind mit das Resultat ihrer Leichtgläubigkeit.

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  • Cerberus am 10.02.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Die Geister, die man rief - man wird sie nicht mehr los! Hättet ihr richtig abgestimmt und das immer Gleiche Blabla drum herum nicht geglaubt, dann wäre es jetzt nicht so wie es ist. Und dies ist nur die Spitze des Eisberges! Danke Personenfreizügigkeit! Das Geschäftsgebaren, resp. die Organisation spricht für sich. Inkompetent. Oder wie lange braucht es um Geld von Katar nach Bern zu überweisen - 1-2 Tage, ausser jemand hortet es noch eine ganze Zeit oder schlampt eben sonst administrativ!

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  • Baufachmann / Unternehmer am 10.02.2011 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bauen heute

    dies ist nichts neues und erstaunt uns nicht. mit der öffnung gegenüber neuen eu ländern und den bilateralen verträgen wurden den kriminellen machenschaften tür und tor geöffnet. die qualität im baubereich lässt zu wünschen übrig, immer mehr unqualifiziertes billigpersonal wird eingesetzt. dank der svp ist die schweiz nicht in der eu, sonst wäre das debakel und die lohndrückerei noch viel grösser. gerade bauherren aus dem ausland und grosskonzerne wie z.b. die migros behandeln die bauleute und bauleitungen zum teil unter aller würde und verlangen verbotene und gefährliche arbeiten auszuführen !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 10.02.2011 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche anstatt CH-Arbeitslose

    Wann entlich reagiert entlich unsere CH-Regierung, gegen solche Misssttände ?

  • Cerberus am 10.02.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Die Geister, die man rief - man wird sie nicht mehr los! Hättet ihr richtig abgestimmt und das immer Gleiche Blabla drum herum nicht geglaubt, dann wäre es jetzt nicht so wie es ist. Und dies ist nur die Spitze des Eisberges! Danke Personenfreizügigkeit! Das Geschäftsgebaren, resp. die Organisation spricht für sich. Inkompetent. Oder wie lange braucht es um Geld von Katar nach Bern zu überweisen - 1-2 Tage, ausser jemand hortet es noch eine ganze Zeit oder schlampt eben sonst administrativ!

    • Daniel am 11.02.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Schwarzarbeit gab es vor der PFZ

      Schwarzarbeit zu Dumpingpreisen gab es in der Baubranche schon längst vor der PFZ. Da gibt es nur eins: Die Inhaber solcher Baufirmen in Millionenhöhe büssen, die schwarzen Schafe von öffentlichen Bauausschreibungen für ewig ausschliessen und die Firmenbosse übernehmen persönlich die Arbeitslosenentschädigung für diejenigen Mitarbeiter, welche ordnungsgemäss angestellt waren. Schwarzarbeiter kriegen weder Arbeitslosenentschädigung, noch Sozialhilfe, abschieben an den Heimatort in eine Notunterkunft (Zeltlager). Der Kapitalismus muss nicht nur überwunden, sondern vernichtet werden.

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  • Kmu-ler am 10.02.2011 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Anzahlung 10 -50%.innerhalb 10 Tagen

    «Internationale Auftraggeber haben längere Zahlungsfristen. » Welche Firma interessiert das denn? Nach Arbeitsbeginn sind bis zu 50% Anzahlung fällig,und das innerhalb zehn Tagen.Das steht so in der Offertenbestätigung.Wir müssen das Material auch einkaufen und bezahlen,da liegt es für viele Firmen nicht drinn Bank zu spielen.Wir haben auch schon 2 Monate auf eine Anzahlung warten müssen.KMU`s können da schon etwas in rudern geraten

  • Baufachmann / Unternehmer am 10.02.2011 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bauen heute

    dies ist nichts neues und erstaunt uns nicht. mit der öffnung gegenüber neuen eu ländern und den bilateralen verträgen wurden den kriminellen machenschaften tür und tor geöffnet. die qualität im baubereich lässt zu wünschen übrig, immer mehr unqualifiziertes billigpersonal wird eingesetzt. dank der svp ist die schweiz nicht in der eu, sonst wäre das debakel und die lohndrückerei noch viel grösser. gerade bauherren aus dem ausland und grosskonzerne wie z.b. die migros behandeln die bauleute und bauleitungen zum teil unter aller würde und verlangen verbotene und gefährliche arbeiten auszuführen !

  • Peschä am 09.02.2011 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    "Selber schuld!"

    Die Gewerkschaften haben Seite an Seite mit der SP - zusammen auch mit CVP und FDP - für die Personenfreizügigkeit gekämpft. Sie sind auf all die leeren Versprechen bezüglich Ventilklausel und flankierende Massnahmen hereingefallen. Die Dumping-Löhne sind mit das Resultat ihrer Leichtgläubigkeit.

    • reto bickel am 11.02.2011 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      mut genossen!

      das war mit der personenfreizügigkeit auch vom gewerkschaftsbonzen paradini vorauszusehen. hoffentlich bringt die unia die kraft auf, die kündigund dieses blödsinnigen abkommen zu unterstützen, wenn nicht anzustossen!

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