28-Jähriger in Lebensgefahr

15. April 2019 14:15; Akt: 15.04.2019 18:26 Print

Unfall nach Meisterfeier – YB ist fassungslos

In der Nacht auf Montag ist in Bern ein schwer verletzter Mann aufgefunden worden. Der Unfall ereignete sich unweit des Stade de Suisse.

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Als die Anwohner der Winkelriedstrasse am Montagmorgen die Einstellhalle verliessen, bot sich ihnen ein tragischer Anblick: Der Boden direkt vor der Einfahrt war voller Blut. «Ich fragte mich einfach, was hier wohl in der Nacht passiert sein könnte», sagt eine Anwohnerin. Die Blutspuren hätten auf etwas Tragisches hingedeutet.

Und tatsächlich – kurz nach der Meisterfeier im Wankdorf passierte es: Auf dem Heimweg stürzte ein 28-Jähriger unweit des Stadions mehrere Meter in die Tiefe. Wohl kletterte der junge Mann in der Dunkelheit über ein vermeintliches Mäuerchen und fiel auf der anderen Seite schliesslich auf den Boden einer Einstellhalleneinfahrt.

Schwerverletzt wurde der Mann am Boden liegend aufgefunden. Eine alarmierte Ambulanz und die Polizei eilten sofort zum Unfallort. Doch noch immer ist der Zustand des Mannes kritisch; der Verunglückte befindet sich auf der Intensivstation des Spitals und ist in Lebensgefahr.

Polizei untersucht Überwachungsvideos

Am Montagvormittag war erneut die Polizei vor Ort: «Ermittler haben von der Unfallstelle Fotos gemacht», sagt eine Verkäuferin der benachbarten Tankstelle. Auch habe die Kapo für Bildmaterial angefragt – «wir haben ihnen sämtliches Videomaterial ausgehändigt», sagt die Frau. Dieses werde nun von der Polizei untersucht.

Bei YB ist man fassungslos

Da davon ausgegangen wird, dass der Mann vor dem verheerenden Unfall im oder vor dem Stadion den Titel der Young Boys gefeiert hatte, wurde auch der Berner Fussballclub informiert. Dieser hilft der Polizei ebenfalls bei den Ermittlungen.

Zudem trübt die Meldung der Polizei auch die Feierlaune im Verein: «Wir sind fassungslos», sagt Clubsprecher Albert Staudenmann, «wir wünschen dem Mann einfach gute Besserung.»

Getrübte Euphorie

Der tragische Vorfall während der Meisternacht ist jedoch nicht die einzige negative Neuigkeit, die der frisch gekrönte Schweizer Meister verarbeiten muss: Am Samstag griffen YB-Chaoten in der Innenstadt Polizisten an und zündeten unzählige Pyros inmitten der feiernden Menge. Zudem zäuselte gar YB-Spieler Christian Fassnacht mit einem verbotenen Pyro.

Beim Auswärtsspiel vom Sonntag sorgten die Berner Anhänger zusätzlich mit ihrem schlechten Benehmen für Aufsehen. Weil sie ununterbrochen Feuerwerke zündeten, musste das Spiel unterbrochen wegen. Andere Zuschauer verliessen wegen der Pyros und Knallkörper auch vorzeitig das Zürcher Stadion.

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