Estavannes FR

17. Februar 2010 23:09; Akt: 17.02.2010 22:35 Print

Schwerstarbeit für Gipfelkreuz-Zerstörung

Im Greyerzerland sind in neun Monaten fünf Gipfelkreuze beschädigt worden. Die Täter nahmen für die Vandalenakte grosse Mühen auf sich.

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Ein vier Meter hohes Gipfelkreuz wurde abgesägt.

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Alpinist M. N.* bot sich ein tristes Bild, als er letzten Freitag den 1907 Meter hohen Sommet des Merlas bei Estavannes FR bestieg: Das vier Meter hohe Gipfelkreuz lag abgesägt am Boden, bedeckt mit einer dünnen Schneeschicht. «Am Wochenende davor war ich auch auf dem Gipfel, da stand das Kreuz noch», sagt der Berggänger. Spuren seien keine zu erkennen gewesen. Der zweistündige Marsch auf den Gipfel dürfte für den oder die unbekannten Täter beschwerlich gewesen sein: Laut M. N.* liegt derzeit etwa ein Meter Schnee. Der Vorfall ist der vorläufige Höhepunkt einer unheimlichen Serie: In den letzten neun Monaten sind in der Region laut der Zeitung «La Gruyère» vier weitere Gipfelkreuze beschädigt worden.

Im kleinen Ort Estavannens ist nach dem jüngsten Vandalenakt der Teufel los: «Die Leute sind wütend. Die Anschläge werden als Angriff auf die Religion und das kulturelle Erbe verstanden», sagt der Greyerzer Präfekt Maurice Ropraz. Man habe deshalb eine Untersuchung eröffnet wegen «Entweihung eines religiösen Gegenstandes». Während im Dorf heftig über die Täterschaft spekuliert wird, kommen für Religionswissenschaftler Georg Schmid am ehesten «militante Atheisten» in Frage: «Sie finden, dass die Christen die Natur in Ruhe lassen sollen.»

Les Merlas soll aber nicht ohne Kreuz bleiben: Der Jugendverein von Estavannens will im Frühling ein neues auf den Berg tragen.

* Name der Redaktion bekannt

(daw/20 Minuten)