Homosexuelle empört

13. Mai 2014 06:12; Akt: 13.05.2014 11:25 Print

Schwulenhasser Elephant Man soll in Bern auftreten

von Christoph Albrecht - Der für seine homophoben Texte bekannte Reggae-Star Elephant Man soll nächste Woche in der Bundesstadt auf der Bühne stehen. Bei Berner Schwulen sorgt dies für Empörung.

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Der umstrittene Dancehall-Sänger Elephant Man hier bei einem Konzert in New York ist in Bern unerwünscht. (Bild: AFP/Digitalbe)

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In seinen Liedern ruft Elephant Man zum Mord an Homosexuellen auf und bezeichnet sie etwa als Missgeburten. Nun soll der umstrittene Dancehall-Star aus Jamaika in der Bundesstadt ein Konzert geben. In einem Youtube-Video kündigt der Mann mit den farbigen Dreadlocks und der nervösen Stimme höchstpersönlich seinen Auftritt für den 21. Mai im Berner Lokal 5ème Etage an – ausgerechnet im ehemaligen Vereinslokal der Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB).

Homosexuelle wollen Konzert verhindern

«Das ist für uns eine doppelte Ohrfeige», sagt HAB-Sekretär Max Krieg. Er will das Konzert von Elephant Man und seiner Entourage deshalb um jeden Preis verhindern und hat auf Facebook zum Shitstorm aufgerufen. «Solchen Künstlern darf man auf keinen Fall eine Plattform geben», so Krieg. Falls das Konzert dennoch stattfinden sollte, könne er sich auch vorstellen, dagegen auf die Strasse zu gehen: «Eine Demo käme durchaus infrage», so Krieg. Er habe zudem bereits Kontakt mit der Schweizerischen Schwulenorganisation Pink Cross aufgenommen, die ihre Unterstützung zugesagt habe.

Der extravagante Elephant Man ist in der Szene kein unbeschriebenes Blatt: Seine extreme Schwulenfeindlichkeit hatte in Deutschland bereits zum Boykott diverser Konzerte geführt – 2009 sowie 2012 wurde jeweils die gesamte Tournee abgesagt . Dies, obwohl er zuvor in einem Abkommen versprochen hatte, künftig keine Lieder mit homophobem Inhalt mehr zu spielen.

Lokalbetreiber wissen von nichts

Bei den Betreibern des Berner 5ème Etage reibt man sich derweil verwundert die Augen: «Es existiert gar kein Vertrag mit den Konzertveranstaltern», stellt Geschäftsführer Ulrico Pfister klar. Bislang bestehe einzig eine Anfrage für eine Veranstaltung an besagtem Datum. Weder die Art der Veranstaltung noch allfällig auftretende Künstler seien dabei zur Sprache gekommen. Vom geplanten Auftritt des schwulenfeindlichen Elephant Man wisse man nichts. «Wir gehen der Sache auf jeden Fall nach», beteuert Pfister.

Falls sich dabei bewahrheiten sollte, dass die Veranstalter ein Konzert eines homophoben Künstlers planten, werde man die Räumlichkeiten unter keinen Umständen vermieten. «Solche Veranstaltungen dulden wir nicht», so Pfister weiter. Dass das umstrittene Konzert im Internet und auf Flyern bereits offiziell in ihrem Lokal angekündigt wird, nervt ihn: «Ich wäre froh, wenn man dies erst nach einem Vertragsabschluss tun würde.» Der Veranstalter des Konzerts war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • berner giiiiiu am 13.05.2014 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine meinung 

    toleranz beruht immer suf gegenseitigkeit.

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  • xXx am 13.05.2014 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz bitte

    Wo bleibt die Toleranz der Schwulen? Man soll jede Meinung und Einstellung tolerieren es ist nicht jeder pro-schwul eingestellt und kann auch nicht erzwungen werden!

    einklappen einklappen
  • Pit Rorschach am 13.05.2014 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Niemand wird gezwungen dessen Show anzusehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dan K. am 14.05.2014 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    @Felix Heinzer

    Sorry, das ist falsch! Aufruf zur Verfolgung und Ermordung einer Minderheit läuft NICHT unter Meinungsfreiheit. Als Schwuler soll man also tolerieren, dass andere Menschen einen gern umbringen würden!?? Das schliesst ja gerade aus, dass jeder so leben kann, wie er will... Mal ein BISSCHEN überlegen...

  • Dan K. am 14.05.2014 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Grundkurs zwingend nötig

    Offensichtlich haben hier einige Leute Bedarf an einem Basiskurs über Regeln und Konzepte in einem liberalen, freiheitlich-demokratischen Staat. Wer Schwule als perverse Sonderlinge bezeichnet, die man ERMORDEN sollte, dessen Meinung läuft ganz bestimmt nicht unter Meinungsfreiheit. Wie kann man diesen Begriff nur so missbrauchen?! Ganz im Gegenteil, solche Hetze gehört gemäss einer freiheitlichen Verfassung verfolgt!

  • Hara am 13.05.2014 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Immer wird von Toleranz geredet aber gelebt wird sie nicht!! Es wird immer nur gefordert aber anders denkende werden nicht toleriert!!! Ihr müsst ja nicht hingehen!!!

  • Thomas Hänzi am 13.05.2014 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Intolerant...?

    Zitat einer Freundin: "Wenn ich nicht damit einverstanden bin, dass man mich umbringen will, bin ich intolerant... Spannende Schlussfolgerung"

  • Daniel Hardegger am 13.05.2014 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt

    An all die Toleranz-Schreier: Es ist ein riesen Unterschied ob man mit Homosexualität nichts anfangen kann oder zu Gewalt gegen Homosexuelle aufruft wie es dieser Sänger macht.