Bern

14. März 2019 18:06; Akt: 14.03.2019 18:06 Print

Selbstfahrender Bus kurvt erstmals durch Bern

ÖV ohne Fahrer: Am Donnerstag stellte Bernmobil seinen ersten selbstfahrenden Kleinbus vor. 20 Minuten wagte sich auf Testfahrt.

Eine Probefahrt liess sich 20 Minuten nicht entgehen. (Video: Debora Palermo)
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Ein ungewöhnlich aussehendes rotes Gefährt kurvt zurzeit auf dem Tramdepot-Gelände herum. Das Spezielle: Es braucht keinen Chauffeur. Den autonomen Kleinbus stellte Bernmobil am Donnerstagmorgen den Medien vor. Zurzeit testet der städtische Verkehrsbetrieb das Gefährt der Firma Easy Mile auf der Bolligenstrasse.

Noch diesen Sommer soll der Pilotbetrieb zwischen dem Bärenpark und der Talstation Marzilibahn starten, sofern der Bund die Ausnahmebewilligung erteilt. Im vollelektrischen Bus haben acht Personen Platz. Während einem Jahr soll der Bus einmal pro Stunde die Stecke befahren.

Langsam unterwegs

Der autonome Kleinbus fährt allerdings deutlich langsamer als ein herkömmlicher Bus: Das Fahrzeug tuckert mit unter 20 km/h über das Gelände. Manchmal macht es kurz Halt, weil ein Sensor Alarm schlägt. Die gemütliche Fahrt über die Strecke wird von einer Begleitperson betreut, denn ganz ohne Aufsicht darf der Bus nicht fahren: Gesetzlich muss sich ein «Operator» im Fahrzeug befinden, der bei einer schwierigen Situation per Computersystem eingreifen kann.

Zu Eingriffen sollte aber nicht oft kommen, weist der Bus laut Bernmobil doch ein «hohes Sicherheitsniveau» auf. «Laser-Sensoren, die am Fahrzeug angebracht sind, nehmen Hindernisse wahr und bremsen entsprechend», so Projektleiter Bernhard Riegel.

Vorführeffekt

Ganz perfekt reagieren die Sensoren noch nicht: Starken Regen etwa können sie als Objekt wahrnehmen – der Bus reagiert dann möglicherweise mit einer Vollbremsung, erklärt Bernmobil-Direktor René Schmied. Dasselbe Problem könne auch bei vorbeifliegenden Tauben auftreten. Angesichts des geringen Tempos dürfte die Verletzungsgefahr bei einem Notstopp allerdings minim sein.

Der chauffeurlose Minibus besitzt eine ausfahrbare Rollstuhlrampe, die aber bei der Demonstration streikte und nicht ausgefahren werden konnte. «Das macht er heute zum ersten Mal», stellte Operator Martin Weissen fest. Schuld war wohl der berüchtigte Vorführeffekt.

«Kinderkrankheiten»

Auch wenn es noch viele Kinderkrankheiten gebe, besteht für Riegel über die Sicherheit des Gefährts kein Zweifel: «Wir haben keine Bedenken, den Bus auf der Strasse einzusetzen.» Wird es in Zukunft nur noch selbstfahrende Busse geben? «Aktuell ist die Technik noch weit davon entfernt, um in den Standard-Bussen eingesetzt werden zu können», so Riegel. Sie stecke noch in den Kinderschuhen.

Selbstfahrender Bus kurvt auf Teststrecke


(pal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tre am 14.03.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das ?

    Das braucht kein Mensch. Bern Mobil scheint zu viel Geld zu haben.

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  • arwed am 14.03.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine paar Leute bestimmen über die ganze Bevölkeru

    Wurden wir eigentlich schon mal gefragt ob wir das wollen? Wer möchte denn sein Auto nicht mehr selber lenken? Wer möchte in einem ÖV Bus ohne Chauffeur fahren? Und wer will von 5g Antennen umgeben und beinahe wie im mikrowellenofen gebrutzelt werden?! Ich nicht!

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  • Heidi Heidnisch am 14.03.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Phantomfahrer

    Trau nie dem Geist in der Maschine. Wer weiss auf was für Ideen der kommen könnte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BG am 19.03.2019 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Finde ich unglaublich gefährlich. Bei all den Fussgängern z.B. beim Bahnhof usw. Es gibt schon genügend Unfälle wegen unachtsamer Fussgänger. Wie soll so ein Blechhaufen da richtig reagieren?

  • R.Castelberg am 15.03.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrer ä Operator wo soll Mehrwert sein?

    Kein Fahrer aber ein Operator...da kann kann man ja auch normale Fahrzeuge nehmen, odercwas soll den da der Mehrwert sein? 8 Personen mit einem Fahrer ä Operator rentiert sich auf jeden Fall kaum...

    • Tis am 16.03.2019 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Castelberg

      Das ist ein Testbetrieb. Deshalb....

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  • Waggis am 15.03.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Ding braucht noch einen Namen

    Darf man dem Ding schon einen Namen geben, wenn ja hätte ich bereits einen: DOOFI

  • Bärner am 15.03.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BernGlobil

    Wenn es jemand NICHT schafft dass das Ding im Verkehr eingesetzt wird, dann ist das mit grosser Sicherheit BernMobil, die beherrschen ja nicht mal die herkömmlichen Fahrzeuge. Also bitte Finger weg und übt unterdessen fleissig mit dem alten Material, da könnte es mit der Zuverlässigkeit eventuell etwas werden.

    • Ou Bärner am 16.03.2019 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bärner

      Rundumbeleidigung an alle Chauffeure? Mach es vor, mach es besser!

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  • Alfred A. am 15.03.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aller Anfang ist schwer

    Klar ist diese Technik nicht mit einfachem Finger schnippen zu bekommen. Die Technik wird aber schnell weiter entwickelt und wird eines Tages völlig sichere und selbstverständliche Normalität werden. Gewinner werden Jene sein, die den Entwicklungsprozess mit begleitet haben und ihre Erkenntnisse mit einbringen konnten. Gegen die Wand läuft nur, wer nie über die eigene Nasenspitze hinaus sehen kann oder will.

    • AntiBus am 15.03.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alfred A.

      Und wer bezahlt dieses Experiment? Wieder einmal der Steuerzahler damit sich ein paar fanatische Umweltverbesserer austoben können. Mir ist schleierhaft wie eine Kosten/Nutzenrechnung insbesondere im Bereiche Umweltschutz aufgehen soll.

    • Alfred A. am 15.03.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      @AntiBus

      Der 1. Satz in meinem Kommentar sagt es doch: Für lau gibt es nirgendwo irgendetwas. Natürlich kostet Entwicklung, das hat schon seit jeher was gekostet. Auch bei Allem was heute selbstverständlich ist. So schleierhaft ist es also nicht. Es ist folglich längst bekannte und selbstverständliche Normalität dass Neues erst mal kostet bevor man profitieren kann. Selbst ein Bauer muss erst säen bevor er ernten kann.

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