Serientäter unterwegs?

02. Januar 2019 16:33; Akt: 02.01.2019 22:44 Print

Sendemasten im Visier von Brandstiftern

Innert sechs Tagen gab es im Kanton Bern dreimal Brände bei Sendemasten – dies legte auch Radiosender lahm. Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus.

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Ein Tag nach Weihnachten, am Vormittag des 26. Dezember, brannte es im Technikraum eines Sendemasts in Grosshöchstetten. Nur wenige Stunden später musste die Feuerwehr in Langenthal einen Brand an einem weiteren Masten löschen. Und schliesslich brannte es in Burgdorf an einer dritten Anlage – dies am 31. Dezember.

Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus. Steckt hinter den Taten also ein und derselbe Täter? «Die Zeugenaufrufe haben nach wie vor Bestand. Vor diesem Hintergrund ist es noch zu früh, gesicherte Aussagen über einen allfälligen Zusammenhang zu machen, aber selbstverständlich wird dies geprüft», sagt Polizeisprecherin Sarah Wahlen.

Da die Täterschaft nach wie vor flüchtig ist, bleibt vorerst auch deren Motiv ungeklärt. Bei den Brandstiftungen könnte es sich so um krasse Bubenstreiche, aber auch um geplante, politisch motivierte Taten handeln.

Radiosender wegen Brandstiftung down

Bei allen drei Taten entstand jedenfalls Sachschaden. «In Burgdorf sind unsere Techniker derzeit dran, die nötigen Reparaturen vorzunehmen», sagt Swisscom-Mediensprecherin Esther Hüsler. Die Brandstiftung in Burgdorf habe mehrere Radiosender lahmgelegt. An den dortigen Sendemast Rothöchi ist etwa der Swiss Media Cast mit diversen regionalen und nationalen Radios gekoppelt.

Besonders ärgerlich ist das Vorgefallene auch für den regionalen Radiosender Neo1. «Wegen des Sabotageaktes sind wir auf der UKW-Frequenz nicht erreichbar», sagt Geschäftsleiterin Nadine Gasser. So ist der Sender seit Silvester in der Region Burgdorf und Fraubrunnen down. «Wir müssen derzeit noch warten, bis die Polizei sämtliche Spuren gesichert hat und die Anlagen wieder instand gesetzt sind», so Gasser. Am Mittwochabend wolle man aber wieder on air gehen.

Wer weiss was?

Damit nicht weitere Taten begangen werden, ermittelt die Polizei auf Hochtouren. Dafür werden auch Zeugen gesucht. Die Polizei bittet deshalb: «Personen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich zu melden.»

(miw)