CL-Quali YB – Roter Stern

16. August 2019 17:34; Akt: 17.08.2019 08:34 Print

Serbische Medien sprechen von «Skandal»

Vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel zwischen YB und Roter Stern Belgrad wird Stimmung gemacht. Die Gäste fühlen sich in Bern alles andere als willkommen.

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«Grosser Skandal erschüttert die Schweiz – Serben dürfen keine Tickets für Young Boys – Roter Stern kaufen!» So etwa titelt der «Kurir», die grösste Boulevard-Zeitung Serbiens. Von «grossen Problemen» und vom «Vertrieben werden» berichten andere News-Seiten aus Serbien.

Bei den Anhängern von Roter Stern Belgrad brodelt es denn auch: Die Tatsache, dass ihnen im Stade de Suisse «nur» 2000 Tickets zur Verfügung stehen, scheint für viele unbegreiflich. Dies, während YB-Jahreskarten-Besitzern derzeit die Möglichkeit geboten wird, bis zu sechs weitere Tickets für das Champions-League-Qualifikationsspiel zu kaufen.

«Unter den Fans herrscht Chaos»

Völlig verärgert meldet sich sich nun M. D. bei 20 Minuten. Der schweiz-serbische Doppelbürger aus Zürich erlebt die Aufruhr in der Red-Star-Community gerade hautnah mit: «Andauernd klingelt jetzt das Telefon. Kollegen aus der Schweiz und Verwandte und Freunde aus Serbien versuchen, irgendwie an Tickets zu gelangen», erzählt der 26-jährige Fussballfan. Auch in Foren und Facebook-Gruppen tauschen sich die Fussballanhänger aus, wie man doch noch an Billette fürs Spiel vom kommenden Mittwoch kommen könnte – «es herrscht wirklich ein Chaos bei den Fans».

Für M. ist der Ticket-Verkauf alles andere als fair: «Für einen Club wie Red Star Belgrad mit tausenden von Anhängern sollte es definitiv ein grösseres Kontingent an Tickets geben.»

YB nimmt Stellung

YB-Sprecher Albert Staudenmann nimmt Stellung: «Gemäss Uefa müssen wir Roter Stern Belgrad ein Ticketkontingent von 5 Prozent der Gesamtkapazität freihalten. Wir haben ihnen 6 Prozent zugesprochen», sagt er zu 20 Minuten. Es gehe aber primär darum, das Stadion mit YB-Fans zu füllen und diesen genügend Zeit zu geben, ein Ticket zu kaufen. Bisher wurden von Berner Anhängern 24'000 Tickets bezogen (Stand 16.08.,17 Uhr).

Falls nicht alle YB-Fans vom Vorverkaufsrecht Gebrauch machen, kommen noch einzelne Tickets in den Umlauf. Serbische Medien warnen nun aber. «Diejenigen Fans, die Eintrittskarten ausserhalb des Gäste-Sektors haben, werden ohne die Möglichkeit einer Rückerstattung aus dem Stadion entfernt», heisst es dort. Doch Staudenmann von YB dementiert: «Nein, wer sich an die Stadionordnung hält, wird nicht aus dem Stadion gewiesen. Die Sicherheitsleute behalten sich aber vor, die Leute allenfalls umzuplatzieren.»

Zudem kann man beim Berner Sportclub die Aufregung nicht verstehen: «Wir handhaben die Situation so, wie es fast alle Clubs in den europäischen Wettbewerben machen – so wie auch Roter Stern bei seinen Heimspielen.»

(miw)